(Patrizia von Berlin/ David Berger) Martin Sichert ist Landesvorsitzender der AfD Bayern. Der knapp 2m große, 36 jährige Hüne sitzt für die AfD im Bundestag. Sein Privatleben versucht er meist – auch aus Sicherheitsgründen – privat sein zu lassen. Für Philosophia Perennis macht er eine Ausnahme. Und es ist eine spannende Geschichte, direkt aus dem Leben, die er zu erzählen hat.

Er ist seit letztem März Vater einer unglaublich süßen Tochter. Menschen, deren simples Weltbild aus den Mainstream-Medien kommt,  tun sich jedoch schwer, wenn sie seine Frau kennen lernen. Jedoch nicht wegen ihr, sondern …
…ja, warum eigentlich? Lesen Sie weiter, wie es ist, wenn Vorurteil auf Realität trifft. Martin Sichert spricht:

Der Aha-Effekt

Wann immer wir mit unserer kleinen Familie unterwegs sind, ernten wir Staunen. Und zwar regelmäßig, wenn Menschen, die uns unbefangen kennen lernen, erfahren, dass ich Abgeordneter der AfD bin. Vielfach setzt dann ein Umdenken ein. Und von genau so einer Begebenheit möchte ich heute erzählen.

Wir hatten uns ein paar Tage nach Dänemark zurückgezogen. Auf der Rückreise wurde unsere Tochter nach der Hälfte der Strecke quengelig. Wir umfuhren gerade einen Stau auf der Autobahn und so bot es sich an, in einem Feldweg am Rand eines Dorfes anzuhalten. Etwas trinken wollte sie nicht, Windeln wechseln half auch nicht, herumlaufen und tragen half auch nicht wirklich. Sie tat laut ihren Unmut kund. Ein paar Frauen aus dem Dorf schauten nach uns und boten uns Hilfe an. Eine besonders nette Dame überredete uns schließlich, zu ihr zu kommen, einen Kaffee zu trinken und uns im Haus um die Kleine zu kümmern.

Es ergab sich ein nettes Gespräch. Eine der ersten Fragen an meine bessere Hälfte war, wie so oft: „Sie sind nicht aus Deutschland, oder?“ Sie erklärte dann, wie so oft, dass sie Kurdin sei. Nachdem wir circa eineinhalb Stunden dort waren und sich die Dame des Hauses rührend um uns und unsere Kleine gekümmert hatte, fragte sie mich, was ich denn beruflich mache.

Ich erklärte ihr, dass ich Bundestagsabgeordneter wäre. Sie fragte mich -mit einem skeptischen Blick- „Für welche Partei?“ –  „Für die AfD“. Sie schaute mich noch skeptischer an und meinte, eigentlich müsse sie mich ja nun vor die Tür setzen. Man sah förmlich, wie sie versuchte unsere kleine Familie und ihr Bild von der AfD in Einklang zu bringen und dass dies nicht gelang.

Sie wollte dann mehr erfahren und meine Frau erzählte. Von ihren Erfahrungen in der Flüchtlingshilfe. Davon, dass sie selbst anerkannte Asylbewerberin sei. Wir sprachen über Rassismus im Land, über soziale Ungerechtigkeit und kamen in ein gutes politisches Gespräch. Leider mussten wir bald weiter, denn wir hatten ja noch eine weite Reise vor uns und unsere Tochter war inzwischen selig eingeschlafen.

Am Tag drauf erreichte mich dann folgende Nachricht:

„Hallo Herr Sichert, da wir uns Gedanken gemacht haben, ob die Heimfahrt für Ihre Familie noch ruhig und entspannt war und ob Sie wohlbehalten angekommen sind, blieb uns nur diese Kontaktadresse übrig, um das eventuell herauszufinden! Danke für das nette Gespräch und es hat uns zum Über- und Umdenken bewegt! Liebe Grüße“

Warum ich diese Geschichte hier erzähle? Weil sie typisch ist für die Vorurteile in unserem Land. Die letzte verbliebene Waffe, welche die Altparteien gegen die AfD haben, ist die Stigmatisierung. Fällt diese weg, etwa weil der Landesvorsitzende im zweitgrößten Landesverband der AfD augenscheinlich nicht dem Klischee entspricht, dass die Medien so gerne aufbauen, dann ist die Mehrheit davon überzeugt, dass die AfD die richtige Wahl ist.

Sie zeigt auch, wie wir die Stigmatisierung am schnellsten in sich zusammen brechen lassen können:

Indem wir unsere Überzeugung vertreten und zeigen, dass Hautfarben, Herkunft etc. für uns nicht wichtig sind, sondern dass es uns um Werte geht. Wir wollen Seite an Seite mit allen für ein freiheitliches Deutschland streiten und in diesem Land gemeinsam leben, mit denen, die das auch wollen.

Und dazu gehören die assimilierten Migranten ebenso wie jene, die schon länger hier leben.

Eine Kommentatorin hat es wunderbar zusammengefasst:

„Werte verbinden mehr als Herkunft trennen könnte.“

Das ist der große Unterschied zwischen der AfD und den Altparteien. Wir streiten nur gemeinsam mit jenen, die unsere Werte teilen. Die Altparteien hingegen gehen mit allem ins Bett, was Wähler sein könnte, egal ob Extremist, Islamist oder anderer Mist.

Meine bessere Hälfte und ich hatten lange Zeit unser Privatleben aus verschiedenen Gründen sehr im Verborgenen gehalten. Da sie mich zu diversen Veranstaltungen begleitet hat und immer mehr Menschen von unserer Beziehung wissen, haben wir beschlossen, bis zu einem gewissen Grad über unsere Beziehung zu sprechen.

Ich möchte also die obigen Zeilen etwas näher erläutern. Meine Frau ist, aufgrund der Verfolgung durch den Islam, anerkannte Asylbewerberin. Sie gehört der Volksgruppe der Jesiden an. Sie liebt Freiheit und Demokratie wie kaum ein anderer Mensch und kämpft daher gegen Extremisten jeder Art. Und ja, sie spricht fließend Deutsch, denn sie ist hierzulande geboren und liebt unser Land, seine Menschen und seine Kultur. Sie ist Teil unserer deutschen Gesellschaft.

***

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Ich möchte mich, auch im Namen von David, für das riesige Vertrauen bei so einem sehr persönlichen Thema bedanken.

lilie58
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lilie58

Hier gerät einiges durcheinander! Multikulti als Normalfall? Es geht NICHT nur um Werte!! Dieser Gedanke wird durch den Artikel aber mehr oder weniger so vermittelt. Die Werte eines Landes, in dem man lebt anzuerkennen, die Sprache zu sprechen, das sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein. Aber das allein kann es nicht sein! Wichtig, Balance halten!!

MartinP
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MartinP
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Wenn ich fragen darf: Jesidin?

Die heiraten normalerweise nur unter ihresgleichen….
Gab/Gibt es keine Probleme mit ihrer Familie und Freunden/Bekannten?

Lausitzer
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Lausitzer

Bei Jesiden sind Ehrenmorde häufig. Arzu Özmen zum Beispiel.

Da Martin Sichert wohl kein Jeside ist, heißt das, dass seine Frau, und hoffentlich auch deren Familie, die jesidische Regel, dass Jesiden nur Jesiden heiraten dürfen, ablehnt.

„Werte verbinden mehr als Herkunft trennen könnte.“

Werrwulf
Gast
Werrwulf

es ist so simpel: wir müssen konsequent zwischen Migranten mit Hintergrund bzw. Migranten mit Vordergrund unterscheiden. Menschen mit Migrationshintergrund die deutsch geworden sind, sind Deutsche und Menschen mit Migrationsvordergrund die nicht deutsch werden wollen, gehören – wie der Islam – nicht nach Deutschland.
Deutsch ist keine Rasse sondern eine Sprach-, Kultur- und Wertegemeinschaft!

E.KANT
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E.KANT
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Der worte lese ich wohl – doch fehlt mir der glaube das ein Einzelerlebnis hochgerechnet werden kann.
Man erlebt zuviel mit Merkels Asyl politik und eine Jesidin …..

„Und ja, sie spricht fließend Deutsch, denn sie ist hierzulande geboren und liebt unser Land, seine Menschen und seine Kultur. Sie ist Teil unserer deutschen Gesellschaft.“

…… ist IMMER WILLKOMMEN!

Ingrid Jung
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Ingrid Jung
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Man sollte wirklich nicht Äpfel mit Birnen verwechsel.Wo die Liebe hinfällt, kein Deutscher hat etwas gegen Fremde die sich unserer Kultur anpassen. Aber unser Land und Europa wird mit Menschen geflutet die alles von uns bekommen, uns aber nicht wohlgesonnen sind und das ist das wahre Problem und nicht die Kurdin oder der Afrikaner der sich mit uns verbindet.

Sirene
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Sirene
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Unsere Bekannten kriegen ständig eine Krise,weil wir einen afrikanischen Schwiegersohn haben .Sie sind erstaunt,weil Wir werden als nazis gehandelt,obwohl ich die AfD verlassen habe.Dann muss Ich jedesmal erklären,dass es nicht gegen echte Flüchtlinge o Asylbewerber geht,sondern um Illegale und Moslems.

Emma
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Emma

Auf die Werte kommt es an.
Das aber darf nicht heißen das jeder unkontrolliert in unser Land darf und andere Kulturen ( muslimische) irgendwann in der Mehrheit sind.

Ede Kowalski
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Ede Kowalski
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„Werte verbinden mehr als Herkunft trennen könnte.“ Schreibt es an jede Wand. Eine homogene Gesellschaft mit gleichen Werten, gleicher Kultur und gleichen Umgangsformen ist durch nichts zu ersetzen. Erst Recht nicht durch einen multikulturellen Slum und eine Perversion,welche zur Pseudowissenschaft mutiert ist (Gender).

Jens Frisch
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Jens Frisch
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Ich bin mit einer Japanerin verheiratet und wir haben auch eine kleine Tochter.
Meine Frau kam nach Deutschland, weil sie hier Konzertpianistin studiert hat: Sie kam aus Liebe zu unserer Kultur – wegen Mozart, Bach und Beethoven.
Die Moslems kommen überwiegen wegen Hartz IV bei gleichzeitiger Verachtung alles anderen hier – DAS ist der große Unterschied!

O.L.I.T.A
Gast
O.L.I.T.A

Danke für diesen schönen Artikel! Genau darauf kommt es an: Die Werte. Nicht umsonst kämpfen gerade Jene, die es anders kennen, am meisten für deren Erhalt. Es blutet mir das Herz, wenn ich dann die Verzweiflung sehe von diesen kostbaren Menschen wie z.B. Imad Karim, die es nicht fassen können, wie sich diese einst lichte Werte(gemeinschaft) vor ihren Augen auflöst bzw. ins Gegenteil pervertiert.

Kaden
Gast
Kaden

in diesem sehr guten Bericht ist ein entscheidentes Wort gefallen „assimilierten Migranten“, denn das macht den Unterschied zu den s.g. „Integrierten“ aus. Kurz:Integration verändert das Sysrem in dem ein Teil integriert wird; Assimilation; das assimilierte Teil wird in das System eingebunden ohne dieses zu verändern.

N.N.
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N.N.
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Vielen Dank für diesen aufrichtigen Beitrag. Man kann nur hoffen, dass Herr Sichert dem Söder bei den Wahlen zeigt, wie er, als unglaubwürdiger CSU-Bonze und Merkelschen „Shitholelikern“, weniger als 40% Wählerstimmen bekommt.

DerHofnarr
Gast
DerHofnarr

Offenbar fallen hauptsächlich Dummköpfe und Mainstream-Junkies auf die konstruierte Verunglimpfungen und Stigmatisierungen der AFD herein…. Offenbar besteht die große Mehrheit des ehemaligen Landes der Dichter, Denker und Erfinder aus unkritischen, unreflektierten Dummköpfen… und mehrheitlich auch Feiglinge. Anders ist der gesellschaftliche Zustand und die Situation nicht zu erklären.

Muck
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Muck

Was für eine wunderbare Geschichte. Vielen Dank dafür, dass Sie sie mit uns geteilt haben.
Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie alles Gute.

Demokrat
Gast
Demokrat

Tja, Freiheit und Demokratie scheinen wohl die am meisten zu lieben, die wissen, was es bedeutet, ohne diese Errungenschaften der westlichen Kultur leben zu müssen. Die „nie-wieder-Deutschland“-Fanatiker sind dagegen nichts weiter als dumme Blagen, antidemokratisch bis ins Mark. Die Welt, für die diese kämpfen, wird eine grausame sein…

Elisabeth
Gast
Elisabeth

Mit Gegnern der AfD zu diskutieren kommt zum selben Ergebnis wie eine Diskussion mit moslems führen zu wollen, man könnte genauso gut mit einer Wand reden!

Andreas Donath
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Andreas Donath
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Ein starker Artikel und ein sympathischer, klar denkender Mensch, dieser Martin Sichert. Genau solche Zeitgenossen habe ich in der AfD kennengelernt, die so gar nichts mit dem Stigma gemein haben, das der Mainstream uns überstülpt. Und auf Menschen wie seine Frau oder – markantes Beispiel in der AfD – Leyla Bilge sollten wir hören, die genau wissen, welche antidemokratische Seuche der Islam ist.

Hans Schafranek
Gast
Hans Schafranek

grenzdebile Spekulationen darüber, ob der österr.Messerstecher im Berliner Dom vielleicht „Ali“ oder „Mohammed“ heißt. Linke und Grüne haben den Rassismus-Vorwurf tausendfach als Totschlag-Argument missbraucht, was jedoch nicht den Umkehrschluss erlaubt, dass Rassismus im AfD-Umfeld nicht existiert oder eine vernachlässigbare Größe darstellt.

Hans Schafranek
Gast
Hans Schafranek

Die Positionen von Herrn Sichert und der PP-Redaktion sind ehrenhaft und sollten eigentlich selbstverständlich sein (scil., dass Abstammung und Herkunft keine Rolle spielen dürften). Ich tendiere jedoch immer mehr zu der Auffassung, dass dies in AfD-nahen Blogs (vor allem bei den Lesern) eine Minderheitenposition daratellt. Sonst gäbe es, um das jüngste Beispiel anzuführen, nicht so viele grenzdeb

Hannah
Gast
Hannah

Bösen Zungen aus dem Mainstream traue ich zu, wenn sie dies erführen, aus Hilfslosigkeit und Stinkeärger zu behaupten, diese Ehe sei aus taktischen Gründen geschlossen worden. Die könnten das einfach nicht ertragen. Leider kann man gegen derart verdrehte Menschen nichts ausrichten. Ich habs versucht, die Leute hier in meinem Umfeld haben richtig Schiss. Bei Thema AfD fangen die an zu verklemmen.

maru
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maru

„Extremist, Islamist oder anderer Mist“.
Der ist gut:)

omabavaria
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omabavaria

ja, 1000mal ja, was denn sonst? aber der widerstand gegen eine willkürherrscherin, deren strategie gegen den antisemitismus die flutung deutschlands mit einem millionenheer von mohamedanern ist, wird eine zähe und zeitraubende mühe erfordern.

Reinhard "Hardy" Rupsch
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Reinhard "Hardy" Rupsch
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„Deutsch zu sein ist weniger eine Frage der Abstammung als vielmehr der Geisteshaltung, der Kultur, der Lebensart vor allem aber des Umgangs miteinander.“
Dies habe ich unwidersprochen vor 21 Jahren auf dem Landesparteitag NRW der REP sagen können, also einer Partei, die als absolut „Nazi“ galt.
Heute ist die AfD in dieser Rolle und es wird uns noch viel Überzeugungsarbeit kosten, das zu ändern!

Minifabrik
Gast
Minifabrik

Und das soll das neue Deutschland sein?