„Polizei erschießt Rottweiler“ lautet die Überschrift einer lokalen Zeitungsmeldung, die sich auf dpa bezieht. Müssen wir besorgt sein – um das Leben des Polizeibeamten? Ein Gastbeitrag

Das Erschießen von hochaggressiven Tieren bedeutet, wegen der moralisch hochwertigen Ausrichtung unserer humanen Gesellschaft, grundsätzlich Todesgefahr für den Schützen. Zumindest hat man von offizieller Seite damals geheim gehalten, durch wen Bruno, der, alle Hindernisse auf seinem Weg in unseren Landen zerfetzende Bär, erschossen wurde.  Es gab nämlich – so der Spiegel – Todesdrohungen gegen den Schützen. 

Update Mai 2018: Eine 26jährige Berlinerin ließ ihr – qua Genetik –  beißbereites Rottweiler-Großmaul nahe dem Hauptbahnhof München einfach so herumlaufen. Okay, Freiheit für Tiere muss sein, weil artgerecht! (Das haben wir jetzt gerade im Zusammenhang mit dem Resettlement von Wölfen gelernt, weil die auch mal gerne – ebenfalls qua Genetik – schuldlose Schafe schuldlos reißen.) Irgendein Max Mustermann, null Wissen über Rottweiler-Mentalität, provozierte den Jagdtrieb des Tieres („entfachte“, laut Bericht). Das schlägt sich naturgemäß in Angriff nieder. Okay, dumm gelaufen, wenn man im Biologie-Unterricht nicht aufgepasst hat. Aus Gründen der De-Eskalation, so darf man vermuten, wollte die Besitzerin sich mit Tier und Freund im Auto auf und davon machen. Die herbeigerufene Polizei jedoch verhinderte dies. Was die  Besitzerin veranlasste, den Killerhund erneut leinenlos aus dem Auto springen zu lassen. Folge:  Noch ´ne Attacke gegen weitere Hunde-Ignoranten. Wieder Pech gehabt.

Erst „mehrere Streifen von Bundes-und Landespolizei“, so der auf dpa Bezug nehmende Bericht, konnten den bissigen Bello „an einer Mauer fixieren“. Dachten sie. Erneut dumm gelaufen. Das Tier befreit sich und beißt einen Beamten (28) und einen Bundespolizisten (20) „in Arme und Beine“.  Irgendwann ist Schluss mit lustig. Das Tier wird erschossen. Die Sprecherin der Polizei München rechtfertigt, uns alle tröstend: „Er musste nicht leiden.“

Wenn „mehrere Streifen von Bundes- und Landespolizei“ nicht ausreichen, um einem vierbeinigen Berserker Herr zu werden, muss man ganz einfach den Polizeieinsatz erhöhen! Da wird wohl selbst der Tierschutzbund nicht widersprechen. Obwohl: Ohne herbeigeholten Hundepsychologen? Macht das ohne einen Experten Sinn?

Bedauernswert bleibt die Tatsache, dass Renate Künast nicht vor Ort war.  Sie ist nämlich Expertin(!) in Fragen der Beurteilung von angemessen angewandtem Schusswaffengebrauch. Nachdem ein eingereister DB-Fahrgast  gegen andere biodeutsche Mitreisende und die Polizei  mit der Axt seine Überlegenheit demonstrieren wollte, wurde er von der Polizei erschossen. Renate Künast von den Grünen,  stellte darauf die kompetente Frage, die sie sicher auch in München gestellt hätte: „Wieso konnte der Angreifer nicht angriffsunfähig geschossen werden?“

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