Ein Gastbeitrag von Uwe Linke

„Gott sei Dank“ lebe ich in Mecklenburg – Vorpommern. Hier hat zwar der wirtschaftliche Aufschwung so seine territorialen Schwierigkeiten, aber der Migrationsanteil aus der Islamischen Wertegemeinschaft ist um ein Vielfaches geringer, als in den Ballungszentren.

Ich sehe verhältnismäßig wenig verschleierte Frauen auf den Straßen, wenn ich durch Städte fahre. Auf dem Lande glücklicherweise noch nicht.

Verschleierung – wenn ich dieses Wort höre, denke ich aktuell. Ich denke nicht an den Hochzeitsschleier, sondern an oft in Schwarz gehüllte Frauen aus islamischen Kreisen, die ihre Religion damit dokumentieren.

Ich bin sprachgebräuchlich Atheist. – was so viel bedeutet, als dass ich nicht an Gott glaube und doch tue ich es – irgendwie jedenfalls. Außerdem hat mein Sprachgebrauch sehr oft mit Gott zu tun, wie meine Einleitung sicher in allermunde mit „Gott sei Dank“ hinlänglich Anwendung erfährt.

So habe ich mich unbewusst Gottes „bedient“, um meine Erleichterung zu manifestieren. Dabei kann ich behaupten, dass ich das ohne Furcht, Arglist, oder gar Liebe zu ihm tue. Ich habe das in Deutschland gewachsene System des Christentums verinnerlicht und es machte mir 53 Jahre nie Angst. Gott wurde in meinem Leben von meinem gesellschaftlichen Umfeld DDR 24 Jahre bestritten und abgelehnt. In Schulen und Organisationen war es nicht politisch korrekt, an ihn zu glauben und doch brachte letztendlich er es fertig, den Widerstand über die Kirchen zu formieren. Windanfällige Kerzen wurden zu Symbolen der friedfertigen Änderung der gesellschaftlichen Zustände, von denen nicht alle schlecht waren.

Ich freute mich auf Weihnachten, suchte zu Ostern die Ostereier und sah betrunkene Männer zu Christi-Himmelfahrt. – im real existierenden Sozialismus. Diese Feste wurden gefeiert und Niemand kam auf die Idee, den Osterhasen umzubenennen oder aus Weihnachtsmärkten „Wintermärkte“ zu machen, um Menschen aus islamischer Prägung nicht zu verärgern. Es gab kaum Juden in der DDR, obwohl diese dort weder verfolgt, noch geächtet wurden, weil die Nationalsozialisten diese vor DDR-Zeiten vertrieben und töteten.

Gab es denn zwischen 1933 und 1945 diesen allmächtigen Gott nicht, um Gräueltaten zu verhindern?

Es gab ihn sicher und er überlebte auch dort in echten Christen und Atheisten, die Menschen vor der Vernichtung schützten, indem sie diese versteckten, oder ihnen zur Flucht verhalfen.

Alles – wirklich alles ist aus meiner Sicht eine Frage der Interpretation, die sich am geeignetsten aus der gelernten Erkenntnis ergeben kann. Die Bibel, als das Wort Gottes? – Für mich nicht ganz, denn Gott saß nicht im Lehnstuhl und diktierte Mose das erste Testament, oder im zweiten Testament Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Wenn dem so wäre, dann gäbe es mit Sicherheit in keinem dieser Werke Fehler, wie zum Beispiel bei der widersprüchlichen Aussage zu den in der Arche Noahs mitzunehmenden Tieren.

Ich kann mir auch einfach nicht vorstellen, dass Mohammed Allah gesehen – und von ihm seine Botschaften entgegennahm. Wenn Mohammed als Mensch von Gott direkt angesprochen wurde, dann frage ich mich, wie sich beispielsweise im Islam diese vielen, bis heute sichtbaren Erniedrigungen von Frauen manifestieren konnten.  Während sich im Koran auch einige Stellen finden lassen, aus denen eine wohlwollende, zu liebevoller und pfleglicher Behandlung der Frau aufrufende Haltung des Verkünders hervorgeht, entwickelte sich ihre Rechtsposition und faktische Rolle in der Gesellschaft zu einer umfassenden Form multipler Unterprivilegierung. Mohammed  erhob die Versklavung der Frau zur göttlichen Ordnung. War das der Wille eines Gottes?

In der Tat ist das Märchen von der Besserstellung der Frau durch Mohammed, sowie der Gleichbewertung und Gleichbehandlung der Geschlechter im Islam ebenso abgedroschen, wie etwa der Slogan „Islam ist Frieden“ und ebenso falsch, wie wir in dieser Welt immer wieder erleben müssen.

„Unter dem Joch des Islams ist die Frau in der Praxis ein ‚Ding’, ein Wesen, das nicht nach seinem eigenen Willen und Ermessen leben kann und darf, sondern sich den Befehlen   des Vaters, Bruders, Ehegatten, Sohnes oder eines sonstigen Vormundes unterzuordnen hat. In den Augen der Religions- und Rechtsgelehrten ist sie zeitlebens eine ‚Unperson’ “ (Jaya Gopal, „Gabriels Einflüsterungen“ – S.275).

Aus meiner Sicht kann das kein realer Gotteswille sein, den dieser islamische Gott nach den Verkündungen des Koran aus den Behauptungen eines selbsternannten Propheten zeichnet.

Schon mit dieser Behauptung begebe ich mich in Gefahr. Eigentlich bin ich als Atheist in der Nähe von, den Koran wörtlich lesenden Muslimen der Gefahr ausgesetzt, getötet zu werden.

„Und tötet sie, (die Ungläubigen) wo immer ihr sie trefft, und vertreibt sie, von wo sie euch vertrieben haben. Denn Verführen ist schlimmer als Töten. Kämpft nicht gegen sie bei der heiligen Moschee, bis sie dort gegen euch kämpfen. Wenn sie gegen euch kämpfen, dann tötet sie. So ist die Vergeltung für die Ungläubigen.“ Sure 2, Vers 191

An einen solchen Gott kann ich nicht glauben.

Ich könnte auch schwerlich den beiden obersten Repräsentanten der deutschen Amtskirchen folgen: dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, und dem Ratsvorsitzenden der Evangelischen Kirche in Deutschland, den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm, um Christ zu werden, wenn diese vor dem Felsendom in Jerusalem ihre Kreuze ablegten.

Ist es nicht tragisch, wenn die beiden der Aufforderung jener muslimischen Autoritäten, wie Scheich Omar Awadallah Kiswani, umstandslos nachkamen, das Symbol ihres Glaubens abzulegen, als sie die heilige Stätte betraten? Stellen Sie sich den Vorgang einmal in Rom anders herum vor. Tatsächlich ist das Ansinnen, dem die Bischöfe Folge leisteten, Ausdruck eines Islam, der vor anderen Religionen wenig Achtung hat. Mit dieser Aufforderung kann nur der Anspruch der Muslime gemeint sein, den Tempelberg zu einem Heiligtum zu erklären, auf dem andere nichts zu suchen haben, schon gar keine Juden.

Nein – mir wird immer klarer, dass die Personen, die den jeweiligen Glaubensrichtungen vorstehen, immer eigene Ziele verfolgen und eigene Fehler begehen. Wie wäre es, wenn die Verfasser der Bibel und des Koran dies auch taten? Wenn sie das Wort Gottes, ob sie es nun hörten, oder nicht, verfälschten, oder gar anders niederschrieben? Wir sind Menschen. Wir sind keine Götter. Wir können uns selbst als Propheten erklären, aber dazu benötigen wir viele Menschen, die irgendwann unsere Überzeugung teilen, oder eigene Schlüsse ziehen.

So bleibe ich zumindest gläubiger Atheist, der an einen charakterfesten Gott in uns glaubt, der unser Handeln bestimmt und damit übernehmen wir selbst die Verantwortung für unser Handeln. Damit respektiere ich alle friedlichen Denkweisen und werde mich auch körperlich gegen Bevormundung, Manipulation und Unterdrückung wehren.

Ich achte beim Lesen von Parteiprogrammen, religiösen Schriften und beim Hören von Politikern, Medien und sogenannten „Gelehrten“ auf die Wirkung und Ziele ihrer Worte.

Wenn diese Ziele meinen Wertevorstellungen widersprechen, lehne ich sie ab.

In diesem Sinne schließe ich Euch in meine Analyse, nennt es ruhig Gebet, mit ein, wie es mit mir befreundete Juden für mich bereits taten. Dafür bin ich dankbar.

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