(David Berger) Mit zu den vergessenen Kostbarkeiten abendländischer Kultur gehört eine Tradition rund um die Stiftskirche zu Neustadt an der Weinstraße. Die Kirche wurde mit einer „Ewigen Gebetsverpflichtung“ gestiftet. Und zwar für für den Wittelsbacher Kurfürsten Friedrich I. von der Pfalz (1425-1476), genannt „der Siegreiche“.

Die Internetseite „Salve regina“  stellt eine Verbindung von der damaligen Stiftung bis heute her:

Der Kurfürst „war nicht nur ein geschichtlich bedeutender und frommer Regent. Er scheint auch weitgehend unkonventionell und frei von Standesdünkeln gewesen zu sein, denn er heiratete ( – und das ist beachtlich, denn Mätressen gab es auch schon damals genug – ) ein bürgerliches Fräulein, die Augsburger Ratsdienerstochter Clara Tott, mit der er eine gute und glückliche Ehe führte. Für seine Nachkommen verzichtete Kurfürst Friedrich auf jegliche  Herrschaftsansprüche aus dem elterlichen Stammhaus Wittelsbach (etwa in der Pfalz oder in Bayern) und begründete sein eigenes Geschlecht der „Fürsten zu Löwenstein“. Der gemeinsame Sohn Ludwig I. zu Löwenstein (1463-1523) war der erste Chef dieses Adelshauses, das sich später in einen protestantischen und einen katholischen Zweig aufspaltete. Letzterer residiert heute im unterfränkischen Kleinheubach, hat seine Familiengrablege im Kloster Engelberg über dem Main und nennt sich nun mit vollem Namen „Löwenstein-Wertheim-Rosenberg“.

Dieser Name hat im katholischen Deutschland seit langer Zeit einen guten Klang und auch das heutige Familienoberhaupt Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg (*1941) ist ein glaubenstreuer und engagierter Katholik, Komtur des Päpstlichen Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem, Leiter der Bezirksgruppe Aschaffenburg des Bundes Katholischer Unternehmer (BKU) sowie Oberst der Reserve der Bundeswehr.

 

Besonders hervorzuheben ist seine Vorstandstätigkeit im „Forum Deutscher Katholiken“, das sich selbst als Konkurrenzverband zu dem immer glaubensferneren „Zentralkomitee Deutscher Katholiken“ sieht und diesbezüglich in seiner Webseite schreibt: „Wir sehen einen Neuanfang nicht in der Fortsetzung von Strukturdebatten und Satzungsdiskussionen, sondern in persönlicher Umkehr, in geistlicher Erneuerung, im Glaubensgehorsam und in der Loyalität gegenüber dem Hl. Vater und den mit ihm verbundenen Bischöfen.“ 

Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein-Wertheim-Rosenberg ist der langjährige Präsident des jährlichen Kongresses dieses „Forums deutscher Katholiken“, der unter der Bezeichnung „Freude am Glauben“ stattfindet, auf dem 2010 auch unser Speyerer Diözesanbischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann ein Referat hielt und wo zur Eröffnung die „alte Messe“ gefeiert wurde. Beim Kongress von 2002 war Josef Kardinal Ratzinger, der heutige Papst Benedikt XVI., Zelebrant der Schlussmesse“.

Die Stiftskirche erwartet nun am kommenden Sonntag, den 06. Mai 2018, eine ganz besondere Feierlichkeit: Um 10.00 Uhr wird dort ein Festmesse für das Herrscherhaus Wittelsbach, mit Segnung des Grabes von Kurfürst Ruprecht I. (+ 1390), Gründer der Universität Heidelberg gefeiert. Aus diesem Anlass haben sich Fürst Alois Konstantin zu Löwenstein (Nachfahre der Pfälzer Kurfürsten) mit seiner Gattin Anastasia von Preußen (Urenkelin von Kaiser Wilhelm II.) als Gäste angesagt.

Die Messe wird im klassischen (lateinischen) Ritus der katholischen Kirche gefeiert werden

Auch Neustadts Oberbürgermeister Marc Weigel hat seine Anwesenheit bei den Feierlichkeiten angekündigt.

Bildnachweise: (1) von Ramessos [Public domain], vom Wikimedia Commons (2) von Joachim Specht [CC0], vom Wikimedia Commons (3) By Joachim Specht [CC0], from Wikimedia Commons (4) Altera levatur [CC BY-SA 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], vom Wikimedia Commons