Wie man den Christen die Schuld am Merkel-Desaster zuschiebt. Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

Taschenspielertricks beruhen auf Täuschung des Zuschauers, die der Künstler durch Fingerfertigkeit und Ablenkung bewirkt. (Wikipedia)

Gott sei Dank! Die Zeiten, wo sich Katholiken und die Lutherischen die Köpfe einschlugen, sind vorbei. Wenn sie sich auch noch nicht ganz einig sind, was sie eigentlich noch unterscheidet und sie deswegen endlich zur ständig erbeteten Einheit als Christen finden könnten, sind sie sich schon eine ganz schöne Wegstrecke entgegen gekommen.

Zwar nicht in der Ämterfrage oder sonstigen Theologismen, aber zumindest in Fragen der Umwelt und der ungebremsten Einwanderung von Jesu Zwillingsbrüdern. Wie meinen? Alle Flüchtlinge sind Jesus, behauptete Papst Franziskus, sinngemäß. In der theologischen Emulsion von guten Katholiken und guten Protestanten wird klar: Scharen von zwar ihres Ausweises, aber nicht ihres Smartphones verlustig gegangen Grenzübertretern sind die – aktuellen- am Straßenrand Zerschlagenen, die der Samariter Deutschland pflegen muss, um den Rang der politischen Heiligkeit gewährt zu bekommen.

Wenn da nur nicht ein Problem wäre mit den kommenden Wahlen, z.B. in Bayern.

Die aus Bayern kommenden Schranzen der Berliner Einwanderungskanzlerin müssen sich jetzt heftig ins Zeug legen, um den (zu Unrecht oft so bezeichneten) Bierdümpflern aus dem Süden klarzumachen, dass die CSU unverdrossen für Bayerns christliches Gepräge eintritt und sich nicht von der Berliner Multi-Kulti-Besoffenheit täuschen lassen will.

Der Bayer, wenn er besoffen sein will, macht das mit Bier und nicht mit Polit-Lügen. Die Bewährung der Glaubwürdigkeit findet deswegen bei dem traditionellen Defiliermarsch-Auftritt des Ministerpräsidenten im Bierzelt statt.

Jetzt haben die Bayern aber schon längst gerochen, dass die CSU Politik in Berlin nicht mehr nach dem national-konservativen, von allen patriotischen Christdemokraten immer noch geschätzten Franz-Josef Strauß13 riecht, sondern merkelschen Sozigeruch angenommen hat. Dem Horstl Seehofer haben sie folglich schon eins auf die Mütze gegeben bei der letzten Wahl. Deswegen regiert jetzt Markus Söder.

Und was macht er, um der CSU ihren konservativen, traditionsbewussten, christlich-abendländischen Stallgeruch zurückzugeben?

Falsch vermutet! Er kritisiert nicht die Kanzlerin, die zunächst, despotisch arrogant, einen Zustand hergestellt hat, gegen den nicht einmal verfassungsrechtliche Bedenken etwas ausrichten können. Das hat Seehofer probiert mit seinem lancierten Gerede von der in Deutschland herrschenden Rechtlosigkeit und der Androhung einer Verfassungsklage. Alles Schnee vom letzten Jahr, der längst in Vergessenheit abgeschmolzen ist.

Der Herbst rückt näher. Die Wahlen in Bayern damit auch.

Es kommt für die CSU nun darauf an, eine Strategie zu entwickeln, mit der man die Frage nach der Verantwortung für das ganze Schlamassel, in dem Deutschland heute hilflos rudert, ausblendet und nur noch über Lösungen diskutiert wird- die in erster Linie von den Bürgern zu leisten sind. Die Zeit, wo Kanzler oder andere hochrangige Politiker wegen politischem Versagen zurückgetreten sind, ist ein für allemal vorbei. Die Zeit, wo sie Entscheidungen mit ihrem angedrohten Rücktritt koppelten, ist ebenfalls vorbei. Die Zeit, wo man von ihnen dies auch erwartet hat? Längst vorbei!

Statt Merkels gescheiterte Politik zu benennen und anzugreifen und damit dem Wohle des hier lebenden Volkes zu dienen, wie Söder dies in seinem Amtseid geschworen hat, greift er ein Argument auf, das man aus kirchlichem, aber auch aus säkularem Mund schon oft gehört hat.

Die Deutschen, so unser Sieger im Catch-As-Catch-Can mit dem alternden Seehofer, sollten sich intensiver um den eigenen Glauben kümmern, dann würde eine Annäherung mit dem Islam gelingen.

O-Ton Markus Söder:

„Ich würde mir von unseren Kirchen wünschen, das Sinnstiftende des Christentums noch stärker darzustellen und mehr Menschen vom christlichen Glauben zu überzeugen“.

Weiter: Wenn in Städten wie Berlin Christen nur eine Minderheit seien, wäre es eine „lohnende Aufgabe, sich Gedanken darüber zu machen, wie man das Christentum wieder attraktiver macht“. Aha! Wenn man den christlichen Glauben aktiver lebt, dann ist der Islam keine Bedrohung mehr ? Als ob man dem Alkoholismus Herr werden könnte, wenn die „Trockenen“ mehr Wasser trinken!

Gut gebrüllt, bayerischer Löwe!

Denkt drüber nach, ihr Christen alle, wie ihr in anwachsenden No-Go-Areas in Berlin und anderswo das Christentum wieder attraktiver macht!

Was für eine eigenartige Logik. Hatten wird, trotz seit langem laschen christlichen Bekennertums, mit bei uns lebenden Followern anderer Religionen Konflikte im Zusammenleben, die die heute bekannten Ausmaße angenommen haben?

Es bleibt jedem mit Verstand die Spucke weg, wenn er darüber nachdenkt.

Da haben wir eine Regierung mit parlamentarischen Meinungslemmingen, die nicht bereit sind, von der Kanzlerin Konsequenzen aus ihren fatalen Fehlentscheidungen einzufordern. Und da kommt ein Markus Söder daher und äußert einen Gedanken, der an perfider Verlogenheit nicht zu übertreffen ist, weil der die Schuld für die Desaster-Politik den Opfern derselben zuschreibt. Konkret: Der mangelnde Glaube bzw. die mangelhafte christliche Lebenspraxis vieler Christen sei der eigentliche Grund für die Konflikte in unserer Gesellschaft mit einer Religion, die erst mit der Einwanderung ihrer Anhänger aus unserem Boden schossen.

Söder ist nicht dumm. Man darf ihm unterstellen, dass er das selbst nicht glaubt. Er ist aber der perfekte Taschenspieler, der dem Menschen vor seiner Zauberbude eine Realität vortäuscht, die es zwar nicht gibt, die er aber so echt aussehen lässt, dass der ahnungslose Zuschauer Phantasie und Wirklichkeit nicht mehr unterscheiden kann.

Das nennt man einen Taschenspieler-Trick.

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