Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

“ Der ausgebrütete Kuckuck wirft weitere im Nest befindliche Eier oder bereits geschlüpfte Jungvögel aus dem Nest.“ ( Wikipedia) 

Kein tierisches Produkt kennt eine gleichrangige Popularität wie das Ei. Dies geht soweit, dass Hühner in ihrer Fließbandproduktion des ovalen Wunderdings, weil serienmäßig und kalt verwaltet, von wirren Köpfen – überwiegend aus der Veganerszene – eine Gleichsetzung mit Holocaust-Opfern über sich ergehen lassen mussten. Auch dies eine schräge Sicht: Ostern wird in Umfragen von Interviewpartnern gelegentlich als das „Fest des Hasen“ deklariert.

Wenngleich Meister Lampe nicht mit der Produktion, sondern mit der Lieferung von Eiern beauftragt ist. Der Hase sozusagen ein moderner UPS- Eiermann.

Lassen wir uns auf eine kleine intellektuelle, spielerische Eiersuche ein.

Ostern wird immer noch gefeiert. Es ist einfach nicht totzukriegen. Wie kann man auch etwas totkriegen, was vom Kern her bedeutet, dass der Tod nicht das sinnlose Finalissimo unserer Mikroexistenz bedeutet?

Trotz allem, was Heerscharen von Atheisten und Naturwissenschaftler dagegen einzuwenden hatten und noch haben?

Die Auseinandersetzung zwischen den Kombattanten in Gottesfragen begann im tiefen Brunnen der Vergangenheit, nicht erst mit der Aufklärung oder mit Nietzsches Verdikt, dass Gott tot ist. Und sie hat sicherlich noch nicht ihr Ende gefunden mit dem britischen Evolutionsbiologen Dawkins, der die Gottesfrage für so endgültig mit NEIN beantwortet hält wie die Frage, ob die Erde eine Scheibe oder eine Kugel ist. Sein kleines Problem: Es sind nicht alles Dummköpfe, die ihm das nicht „glauben“ wollen.

Die blutlose, schwammige Bekenntnisfreudigkeit christlicher Glaubensrepräsentanten zum unverwechselbar Christlichen in unfreundlichem Ambiente (Kreuzabnahme von Kardinal Marx und Bischof Bedford-Strohm am Tempelberg !), die sich widerstandslos, qua gutwilliger Assoziation durchsetzende Vernebelung christlicher und muslimischer Gottesvorstellung zum Zwecke des gutmenschlichen „interreligiösen Dialogs“ – das alles ist die schrittweise, bedingungslose Kapitulation vor einer Religion, die den Bau einer Moschee als demonstrative, sieghafte Landnahme während ihres verordneten Glaubenskrieges versteht.

Das alles ist –Tacheles redend – nicht nur eine religiöse, sondern auch eine kulturelle Kapitulation.

Europäische Philosophie, Kunst und Wissenschaft – wie sähen sie aus ohne christlichen Nährboden? Leicht zu beantworten: Es gäbe sie nicht! Wenngleich das unverwechselbar authentisch Christliche häufig auch gegen das institutionell Christliche verteidigt werden musste, so ist der Sieg des Authentischen, das sich in dem Bekenntnis zu seinem Gründer Jesus implizit und untrennbar auch zu gleicher Menschenwürde von Mann und Frau, Schutz des Lebens, aufgeklärter Gesinnung, Toleranz sowie wehrhafter Intoleranz gegenüber dem religiös Intoleranten zeigt, die eigentliche Würde der christlichen Religion. Und dies bedeutet, christlich gesehen, Leben.

Das ist der Sinn von Ostern, wie ihn auch nachdenkliche Gegner des Christlichen (ohne die Überzeugung ewigen Lebens) nachvollziehen können. Das Ei als Symbol des (von christlichen Werten geprägten) Lebens erhebt die Eiersuche über die reine Jux-Aktivität. Für Christen hilft Jesus beim Suchen.

24 Kommentare

  1. Ein grosser Teil der Auferstehungsmystik kam aus Ägypten.
    Der Gottmensch Osiris wurde ermordet, stieg ab in die Unterwelt um Erlösung hochzubringen für alle.Die 3 Tage Wartezeit: deswegen weil bei Sonnwende die Sonne 3 Tage lang zu zögern scheint bevor sie „aufersteht“ und von neuem zunehmendes Licht, Wärme und Leben schenkt. Die Juden brachten auch Ekhnatons Mystik des „Einen Sonnengottes mit“.

  2. Was war zuerst ?
    Das Ei – oder das Huhn ?

    Der Osterhase … … ( Scherz ) !

    Aber wer auch immer diese Frage aufgeworfen hat – Kompliment !!

  3. Grün, gelb, rot …
    Grün …den Grünen…-und dem Islam …,gelb dem Neid … und rot den Sozen …
    Ich finde – beim derzeitigen politisch/ ideologischen – Zeitgeist kein Kuckucksei …
    Warum keine schwarzen „Ostereier“, oder – gewandelt – goldene … … ?
    Blaue gehen gar nicht ?
    Jesus – die einzige, außergewöhnliche (!) Persönlichkeit die mich als Agnostiker … berührt … …

  4. Vor einem Jahr verstarb meine Frau, wir waren 53 Jahre verheiratet
    und bis zum letzten Tag verliebt ineinander wie am ersten. Wegen der
    vielen Verfehlungen der Kirchen ging mein Glauben Stück für Stück ver-
    loren. Nun finde ich Trost in der Hoffnung, dass es etwas Göttliches
    gibt, das unser beider Seelen wieder zusammenführt. Die Zeit wird
    sich noch so manchen Zweifler und Skeptiker greifen..

  5. Ich würde sagen, wie Marx und Bedfort-Strohm ihre Kreuze ohne Not abgehängt haben, das war biblisch und führt uns die Gemeinschaft vor Augen, die schnell noch abgestritten hat, Jesus überhaupt zu kennen. Es könnte auch ein Theaterstück sein, die beiden wären die perfekte´Besetzung. Aber leider ist das alles echt. Entfernen wir das Kuckucksei, bevor es uns aus dem Nest stößt. Frohe Ostern!

  6. Ich stimme dem berühmten Kosmologen Stephen Hawking zu, der eine überzeugendere Erklärung für die Entstehung des Universums bot und der äußerte, dass seine Theorien zur Entstehung des Universums mit der Vorstellung, die Welt sei von einem höheren Wesen erschaffen worden, nicht kompatibel seien.

    • Stephen Hawking? Das war doch der Typ, der die Zeit erfunden hat.

      Ich erinnere mich an einen Professor für theoretische Physik, der nicht über Urknall diskutieren wollte, weil er dazu den Boden der Physik verlassen müsse, und das den Philosophen überlassen wolle.
      Leider sind solche Physiker inzwischen selten geworden, weil man mit so etwas kein Geld kriegt.

  7. Wenn Feuerzauberer sich als die Feuerwehrmacht feiern, ist es besonders pikant. Lieber Gott, wo ist dein Heiliger Geist geblieben? In welcher Bodenritze ist er versickert? Aber erneut hoffe ich auf Pfingsten, warte ich auf Godot, wie Generationen vor mir.

    • Einen als männlich definierten hl.Geist gab es bei den Urchristen nicht,“SIE hiess RUCHA“
      Gott,ursprüngl. „El“genannt und später (als Kriegsgott der Juden) als „JAHWE“verehrt hatte bei den Israeliten eine Frau,ASHERAH genannt, deren Statuetten die Archaeologen oft in Israel finden.
      Auch die Urchristen hatten bis etwa zum Konzil v. Nicaea(340 AD)die weibliche Hälfte ihres Gottes noch beibehalten

    • „Pneuma; atmen, blasen, bezeichnet in erster Linie Geist, der wie der Wind unsichtbar, immateriell und mächtig ist „. Das Wort für „Geist“ (rucha, ruach) im Aramäischen und Hebräischen IST ABER weiblich, während es im Griechischen (Pneuma) im Geschlecht neutral ist.Marienverehrung brauchte man später genau deshalb, weil „die Muttergöttin“ fehlte. keine Kultur kommt aus ohne „SIE“aus.

  8. Dein oberster Bischof in Rom hat 3 Monate nach seinem Amtsantritt den andrängenden Muslimen ganz besonders Grüß Gott gesagt und die Europäer eine Mörderbande gescholten. Und dabei ist er geblieben. Ein Gang nach Canossa für einen Papst? Ja, jetzt an Karfreitag hat er es gemacht, sich bei künftigen Generationen entschuldigt, weil wir heute so besonders böse wären.
    Wenn Feuerzauberer

  9. Dawkins ist nicht widerlegt. Denn dann wären die Naturwissenschaften und Darwin widerlegt. Widerlegt ist nur Dawkins‘ naiver Optimismus mittels rationaler Argumente Menschen von ihrem irrationalen Glauben abbringen zu können. Credo, quia absurdum est.
    — Von ganzem Herzen: Frohe Ostern! —

  10. Die christlichen Kirchenfürsten verleugnen und verraten die Gläubigen und die Regierung das eigene Volk. Allen ein frohes und friedliches Osterfest 2018 verbunden mit der Hoffnung und dem Wunsch, dass unseren Kindern und Enkelkindern das Fest der Auferstehung Jesu Christi nicht vollkommen entfremdet wird und ihnen, gefestigt im christlichen Glauben, auch in Zukunft erhalten bleibt.

    • Nun, dieser theoretische Ansatz wird durch die brutale Realität widerlegt. Es gibt sie doch, die übernatürlichen Wesen, sichtbar am politisch abgehobenen Firmament des Bösen. Der lebende Beweis dafür ist Angela Merkel.

    • Belustigende Leute findet man auch im Lager der Glaubenden, dass da nichts ist. Dürfen sie ja, solange sie einsehen, ohne einen Beweis auch nur einem Glauben anzuhängen.
      Harrijasses, wohlan…

    • Richtig. Man will uns ein Leben nach dem Tod weismachen und uns damit beherrschen und Geld verdienen.
      Wenn man die Religiösen Oberhäupter fragt ob es ein Leben vor der Befruchtung gab – gähnende Leere der Antworten.

      • Recht interessant in dem Zusammenhang, aber sehr schwierig zu lesen ist das „Tibetanische Totenbuch“. Das legt eine ganz besondere Sicht zum Thema offen.
        Wohlan…

  11. „Europäische Philosophie, Kunst und Wissenschaft – wie sähen sie aus ohne christlichen Nährboden? Leicht zu beantworten: Es gäbe sie nicht!“ Mit Verlaub: Selbst Thomas von Aquin stützt sich auf Aristoteles, die Kunst des christlichen Mittelalters ist eine monothematische Kirchenkunst und die Wissenschsft wurde mit der Renaissance erst wieder entdeckt. Vielfach gegen den Einspruch der Kirche.

    • Sie scheinen in der Wissenschaftsgeschichte nicht sehr bewandert zu sein, sonst könnten Sie uns hier sagen, wer die ersten Universitäten in Europa (zB Paris, Regensburg, Köln) gründete und betrieb …

    • Es gab in der Kirche in der Tat große Abwehr gegen neue naturwissenschaftliche Erkenntnisse. Alledings: ein Großteil der Kolportage eines angeblichen dunklen Mittelalters sind jahrzehnte alte Fakenews, die Jugendliche nachplappern, weil man ihnen in der Schule die wunderbaren Folgen des aufklärerischen Atheismus als große Errungenschaft verkaut. Das Ende war schon in Frankreich die Guillutine

  12. Da stimme ich als Taoist gerne zu, wenngleich ich das ewige Leben doch eher als Plage in immerwährender Abfolge von Geburt und Tod (beides schmerzliche Erfahrungen) betrachte. Ich habe beschlossen diesesmal vom Rad des Lebens abzuspringen, um im Nirwana meinen verdienten Frieden zu finden.
    Na dann, wohlan…

  13. Dawkins ist wiederlegt worden und das zu tun ist nicht schwer. Es ist aber auch leicht, weil Dawkins nicht wirklich weiss wie es sich anfühlt wenn man Gott spürt.
    Wobei Dawkins anbetracht der Gewaltandrohung durch Muslime die er erleben durfte anfängt umzudenken: Christen haben ihm gezeigt dass man offen diskutieren kann, ohne sich nachher verachten oder umbringen zu müssen.

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