Die Leser von jouwatch haben abgestimmt und das alternative Unwort des Jahres auserkoren. Die Wahl fiel auf „Köterrasse“, gefolgt von „Merkel“ und „Unwort des Jahres“. Doch von wem stammt dieser Ausdruck und was hat es damit auf sich? Darf man wirklich Deutsche kollektiv so beschimpfen? Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

Nachdem das offizielle „Unwort des Jahres“ mit Begriffen wie „Lügenpresse“„Gutmensch“„Volksverräter“ und dieses Jahr „Alternative Fakten“ zum reinen linken Kampfbegriff verkommen ist, schaffte jouwatch alternative Fakten und rief jetzt das „Alternative Unwort des Jahres“ aus. Anders als bei der elitären Unwort-Kommission durften bei Journalistenwatch die Leser abstimmen. Gewonnen hat diesmal „Köterrasse“.

Als Begründung führt das alternative Medium an, was der Leser „Konfliktforscher“ trefflich formulierte:

„Die Beschimpfung von Deutschen als Köterrasse erfolgte erstmals durch den türkischen Grünenpolitiker Malik Karabulut. Zitat: ‚Erhofft sich Türkei noch immer etwas Gutes von diesem Hundeclan? Erwarte nichts Türkei, übe Macht aus! Sie haben nur Schweinereien im Sinn. Möge Allah ihren Lebensraum zerstören. Erhofft sich die Türkei etwas von dieser Köterrasse? Ihr nennt uns Verbrecher und wir sollen dazu schweigen. Ab jetzt könnt ihr was erleben, ihr Köterrasse.‘ – Nach Anzeige der Volksverhetzung: ‚Die Staatsanwaltschaft Hamburg kann in diesen Äußerungen des türkischen Grünenpolitiker Malik Karabuluts keine Volksverhetzung erkennen.‘ – Deswegen mein Vote: „Köterrasse“ als Unwort des Jahres“.

Soweit der Jouwatchleser und Abstimmungsteilnehmer. Ebenso viele Leserstimmen entfielen auf das Unwort „Merkel“. Die Stimmen der Redaktion gaben aber den Ausschlag für „Köterrasse“.Interessanterweise war der drittplatzierte Kandidat für das Unwort des Jahres „Unwort des Jahres“. Vorschläge für einen alternativen Titel, wie beispielsweise „Gutmenschensprech des Jahres“ oder „Hatespeech des Jahres“, vielleicht auch „Beste Hetze“ oder anderes können hier im Kommentarbereich bei jouwatch unterbreitet werden.

Wo kommt der Ausdruck „Köterrasse“ her?

Der Erfinder ist wie gesagt ein gewisser Malik Karabulut. Doch wer ist dieser Mann? Malik Karabulut (siehe Titelbild) leitete vier Jahre lang als Vorsitzender den Verein „Türkischer Elternbund“. Anschließend war/ist er dort im Beirat. Dieser Verein ist Mitglied der Türkischen Gemeinde in Hamburg, einer der wichtigsten Integrationspartner der Hansestadt, wie der NDR recherchierte und berichtete. Als Vorsitzender des türkischen Elternbundes vertrat Karabulut jahrelang die Interessen der türkischstämmigen Schüler. Gegenüber dem Senat der Stadt Hamburg fungierte er als Ansprech- und Integrationspartner.

Auf Facebook schrieb Karabulut unter anderem:

„Diese Schlampe mit dem Namen Deutschland hat uns den Krieg erklärt und wir schweigen immer noch.“

Dies war wohl eine Reaktion auf die Armenien-Resolution des Deutschen Bundestages. Ein anderes Mal schrieb er:

„Erhofft sich die Türkei etwas von dieser Köterrasse?“

Und dann:

„Ihr nennt uns Verbrecher und wir sollen dazu schweigen. Ab jetzt könnt ihr was erleben, Ihr Köterrasse.“

Weder die Schulbehörde noch die Türkische Gemeinde Hamburg wollten sich auf Nachfrage zu Karabuluts Kommentaren äußern. Die CDU (Karin Prien), meinte, man müsse nachfragen und Karabulut die Gelegenheit geben, sich zu entschuldigen. Ansonsten könne man nicht zusammenarbeiten. Karabulut hatte sich 2011 übrigens für die Grünen um ein Bürgerschaftsmandat beworben. Diese haben sich inzwischen deutlich von ihm distanziert.

Die Hamburger Staatsanwaltschaft sah in der Tat weder in einzelnen noch in sämtlichen Aussagen den Straftatbestand der Volksverhetzung erfüllt.

Das Kollektiv der Deutschen könnte gar nicht beleidigt werden, so die Staatsanwaltschaft weiter, da es sich nicht um eine „um einen verhältnismäßig kleinen, hinsichtlich der Individualität seiner Mitglieder fassbaren Kreis von Menschen“ handele. Bei allen Personen mit deutscher Staatsbürgerschaft handele es sich um die Bevölkerungsmehrheit und daher nicht um einen Teil der Bevölkerung. Und die Mehrheit könne man nicht beleidigen, so die Logik der Hamburger Staatsanwaltschaft.

Wenn Sie also in Saudi Arabien, im Iran oder in der Türkei alle Araber, Perser oder Türken oder auch alle Mohammedaner … Nein, machen Sie das bitte nicht! Ich rate davon streng ab.

Die Hamburger AfD-Fraktion in der Bürgerschaft kritisierte das Urteil als „skandalös, aber leider absehbar“. Ihr Antrag, den Volksverhetzungsparagraph 130 StGB zu konkretisieren, damit auch Diffamierungen gegen Deutsche als strafbar eingestuft werden können, wurde von allen anderen Parteien abgelehnt. Von allen!

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Der Beitrag erschien zuerst auf dem äußerst empfehlenswerten Blog von JÜRGEN FRITZ

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