Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

Alte Einsame mit Tieren, besonders Hunden, die auf Parkbänken ihre verbleibenden Lebensstunden ausgießen, teilen ihre jetzt so wichtige Lebensweisheit, wenn man mit ihnen ins Gespräch kommt, gerne mit: Tiere, so ihre innerste Überzeugung, sind verlässlicher, treuer als Menschen. Wenn man nicht darüber lacht, sondern nachdenkt, wie sie zu diesen un-tierischen Fehlschlüssen kommen, wird schnell klar: Einsamkeit ist die schrecklichste menschliche Erfahrung. Wer den Alleinigen hilft, sie zu überspielen, steigt in deren Wertschätzung grenzenlos. Menschen schieben Alte beiseite, Tiere tun dies nicht. Der Gedanke, dass Tiere Loyalität nicht dem Alter, noch der Schwäche oder Wehrlosigkeit zeigen, sondern lediglich denjenigen treu anhängen, die ihnen zu fressen geben, würde bei einsamen Tierhaltern eine grausame Enttäuschung bewirken. Zum Glück aber bleibt den hilflosen Empfängern des tierischen Trostes diese Erkenntnis verborgen.

Die Wertschätzung von Tieren im Zeitalter der postrationalen Weltwahrnehmung ist eine ganz andere Sache. Das Tier mutiert, nicht evolutionsbedingt, sondern aufgrund einer offensichtlich grundsätzlich fehlenden Unterscheidungsfähigkeit des menschlichen Betrachters, zum Menschen.

Was war geschehen? David Slater, aus Passion Tierfotograf, war auf Suche nach Aufnahmen von in Nord-Sulawesi ansässigen Makaken-Affen. Einer der Affenbande machte ein Selfi von sich. Er wusste gar nicht, was ein Selfi war und drückte wohl versehentlich auf den Auslöser. Dass nach der Veröffentlichung des genialen Bildes ein Rechtsstreit entflammte, konnte der Affen-Fan nicht ahnen, geschweige denn der Affe (oder die Äffin?) selbst. Er veröffentlichte das Foto und wurde plötzlich, ausgelöst durch PETA, einer Tierrechtsorganisation, Angeklagter wegen der Verletzung des bestialischen Copyrights, auf das der ulkige Affe Rechtsanspruch erheben sollte.

Zeitsprung nach vorne. Nach einem jahrelangen Hin und Her der Prozessverfahren, die den Angeklagten so nebenbei finanziell ruinierten, einigte man sich auf einen Kompromiss. 25% der Einnahmen, die der Fotograf mit Tierfotos künftig erzielt, finanzieren die Rettung der Affenheimat in Indonesien. Dass der Unterschied Mensch/Tier keine Rolle spielte, wird in der gemeinsamen Erklärung deutlich:

„PETA und David Slater stimmen darin überein, dass dieser Fall wichtige und topaktuelle Fragen aufwirft über die Ausdehnung der Rechte von nichtmenschlichen Lebewesen“.

Peter Singer, australischer Aktivist in Anti-Menschenrechts- und Pro-Tierrechtsfragen, benützt zum Beweis der Gleichwertigkeit von Mensch und Tier gegenüber den Gleichheits-Leugnern den abwertenden Begriff „Speziesismus“. Dies sei „eine einseitige Voreingenommenheit gegenüber den Interessen der eigenen Art, die gegen die Mitglieder einer anderen Art (Spezies) gerichtet ist.“

Für Singer ergibt es keinen Sinn, Verstöße gegen Interessen der Minderheiten unter den Menschen von denen zu unterscheiden, die gegen die Interessen von Tieren gerichtet sind.“

Nimmt es also Wunder, dass er die Höherbewertung des Menschen als eine Form von Rassismus bewertet?

Kleines Gedankenspiel in Form einer deprimierenden Erfahrung aus dem Alltag:

Es ist leichter, die Abtreibung eines menschlichen Embryos medizinisch durchführen zu lassen, als einen Tierarzt zu finden, der ein Tier ohne medizinische Notwendigkeit einschläfert.

Focus online berichtet über Abtreibungen 2016 in Deutschland und kommt zu dem Ergebnis, dass die offiziellen Statistiken des Statistischen Bundesamtes sinkende Zahlen verzeichnet. Diese scheinbar erfreuliche Statistik wird von Fachleuten vor Ort jedoch nicht geteilt. Ein Gynäkologe aus Österreich geht von einer zwei bis dreimal so hohen Zahl wie die in den offiziell veröffentlichten Statistiken aus. Der Gynäkologe Christian F., selbst aktiv in dem Mach-weg-Geschäft, glaubt, dass mit jährlich ca. 300 000 Tötungen ungeborenen Lebens gerechnet werden muss.

Wieviele Fälle von Einschläfern von Tieren ohne medizinische Notwendigkeit es gibt, konnte nicht ermittelt werden. Aber vielleicht steht hinter dieser Frage nach dem Vergleich schon eine speziesistische oder rassistische Denke?

***

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41 Kommentare

  1. Ich würde diesen dümmlichen Artikel zu gerne im Detail auseinander nehmen, erspare mir das aber mangels Interesse.

    Nur so viel. Ich bin davon überzeugt, dass „Tierliebhaber“ generell respektvoller mit dem Leben umgehen, als der Rest der heiteren Wohlstandsgesellschaft. Auch ist es der eigentlichen Diskussion nicht zuträglich, Äppel und Birnen gegeneinander ausspielen zu wollen. Diese völlig wabbelige Moralkeule zerstört mein kleines Massentierhaltungshämmerchen in Sekunden.

    Alles in allem ein kläglicher Versuch eine Meinung ohne ehrliches Argument durchzudrücken.

    PS
    Ich bin weder dafür, noch dagegen, falls das interessant ist.
    Tieraktivist bin ich auch nicht. Peta und co sind reine Selbstzweckorganisationen mit Lizenz zum Geld drucken. Oder welche Erfolge genau (außer Werbeaktionen und Leute abzocken) haben die in Jahrzehnten erzielt? Genau!

    Ich darf meine unliebsame Meinung hier doch frei verkünden, oder?:-)

    • @Blutige Tötungsstationen. Wenn hier einige soviel von Tierschutz halten oder sich für Lebewesen in der Pflanzenwelt einsetzen, warum spricht keiner das qualvolle Schächten der Tiere im Islam an, damit man halales Fleisch auf den Tisch bekommt. Komischer Weise scheint da eine Toleranz zu existieren, weil das Schächten angeblich religiös motiviert ist. Dabei müsste diese qualvolle Methode doch auch verboten bleiben und es nicht ständig Sonderbehandlungen geben. Wenn ein Verbot so durchlöchert wird, von der Dunkelziffer mal abgesehen, ergibt das wenig Sinn. Immer wieder gegenüber dem Islam als Minderheit Konzessionen zu machen, wie in anderen Lebensbereichen auch, ist für mich doppelzüngig. Bei den Juden kann man eine andere Perspektive haben, denn das Judentum hat hierzulande eine lange Tradition und man kann davon ausgehen, dass in den Fall nicht die politische Ideologie die Triebfeder für alles ist, was gefordert wird.

      • ein gewisser ahmed hat mir bereits vor jahren im auftrag von claudia roth erklärt, dass schächten religiöse pflicht sei und geduldet werden müsse – noch fragen – gott sei dank gibt es die afd

    • wer tieren ein gefühl der zusammengehörigkeit mit ihresgleichen oder mit menschen abspricht , tut mir einfach nur leid – wie einsam muss er sich in seiner angehobenheit fühlen

  2. Speziezismus ist wohl ein Begriff, der erklären soll wie wir Menschen heutzutage zwischen Tierspezies differenzieren. Der Hund ist der beste Freund, das Schwein ein Produkt.
    Würde ein Hund gequält auf offener Straße, jeder würde zum Tierschützer werden. Niemand würde das in Ordnung finden. Doch setzt man sich für das Produkt Schwein ein, ist einem gleich das Menschenwohl unbedeutend.
    Recht zynisch, dass sich der Mensch dann immer in die Opferrolle drängen muss, müssen doch auch Menschen für die Produktion von Tierprodukten leiden.
    Kognitive Dissonanz trifft es als Begriff ganz gut, finde ich. Es ist in Ordnung um das Wohl des Hundes zu streiten, aber nicht um das Wohl des Schweines. Dann ist man gleich ein Weltverbesserer. So sieht der Aggressor aber oft nicht den höheren Zusammenhang des Ganzen. So wie heute können wir nicht auf Dauer weiter machen. Eben zum Wohle des Menschen. Stichwort Ressourcen und Bevölkerungswachstum, Regenwaldabrodung, Überfischung der Meere.
    Während man also darüber diskutiert was nun mehr Wert hat, der Mensch oder das Tier, verpasst man gekonnt die eigentliche Auseinandersetzung mit der Grundproblematik.

  3. @jheintke. Sicher ist es menschenverachtend und hat auch nicht viel mit Würde gegenüber dem ungeborenen Leben zu tun, wenn Sie Abtreibungen von gesunden Föten in Ordnung finden. Das ist ein Zeichen von erheblicher Dekadenz, selbst wenn es vom Gesetzgeber unterstützt wird. Gehen Sie mit der Masse und wollen Sie nicht einen ganzen Industriezweig mit X Arbeitsplätzen lahmlegen, kann schon alleine in diesem Punkt nicht realistisch vermittelt werden, wieso Fleisch essen, mit dem Töten der Tiere verbunden, denn so schrecklich und sogar verächtlich sein kann. Sie spielen sich hier meiner Meinung nach als Besserwisser auf, beißen sich fest, stellen Vergleiche an, die sich nicht anbieten, ähnlich wie die Leute, die sich darin üben, andere durch Totschlagargumente mundtot zu machen, eben linksgrüne Weltverbesserer und Gutmenschen. Lassen Sie Herrn Friedrich zu Wort kommen, seine Einstellungen wird er vielleicht gar nicht leugnen müssen. Das Tier steht nun mal in der Hierarchie unter dem Menschen, wie wollten Sie sonst eine gesunde Auslese, die es in der Natur geben muss, betreiben? HERMANN widerspreche ich auch, dass der Mensch keine Seele hat. Das ist eine Botschaft, die verrät, dass für ihn nichts mehr kommt, wenn sein Leib nach dem Tod zerfällt. Warum sagt man denn: Das tut mir in der Seele weh? Es gibt allerdings momentan im Hinblick auf den psychopathologischen Zeitgeist viele seelenlosen Menschen, die für mich verlorene Seelen sind. Aber Glaube sollte ja Privatsache und kein Zwang sein, außer dass der absolute Islam eben seine Religion mit politischer Zielrichtung erhöht und andere Weltanschauungen verachtet. Beispiel:Heute Morgen wurde beim Nachbarn ein gesunder Baum gefällt, hätte ich nun hinlaufen, protestieren und das verhindern müssen?
    Malen Sie sich Ihre Welt nach Gutdünken, in der Realität, die anders aussieht, werden Sie so vermutlich nie ankommen. Aber es hält Sie als freier Mensch wahrscheinlich keiner davon ab, zu den Buddhisten oder Hindus auszureisen, wenn Sie sich hier unwohl fühlen oder unzufrieden mit dem System, wie die breite Masse lebt, sind. Auf diesem blog erlebe ich größtenteils Menschen, die einen gesunden Menschenverstand und Sachverstand haben, also Bodenhaftung besitzen. Geistige Überflieger oder Selbstdarsteller, die elitär ausgerichtet sind, braucht es da in der Regel nicht Die haben wir genug in Politik, Wirtschaft, Medien und Kirche. Was dabei an großem Murks und Missständen herauskommt, kriegt vornehmlich die Basis gerade zunehmend zu spüren.

  4. Nicht Tiere werden Menschen, sondern Menschen sind Tiere. Der Mensch ist ein Affe mit einem etwas größeren Gehirn, aber ohne metaphysische Besonderheit, die ihn grundlegend von anderen Tieren unterscheidet.

    Wichtig ist nicht der Unterschied zwischen Menschen und Nicht-Menschen, sondern zwischen Wesen, die ihr Dasein in irgendeiner Form erleben können und Wesen, die keinerlei mentales Innenleben haben (z.B. Pflanzen, Amöben, Embryonen). Deshalb ist es absurd, wenn Christen, die mit der milliardenfachen Vernichtung von bewussten Lebewesen im Rahmen der Fleischindustrie keine Probleme haben, die Abtreibung einer empfindungslosen Zellformation verurteilen, und sich diesen bigotten Standpunkt als „Lebensschutz“ anrechnen.

    • @Thomas Friedrich. So kann an sich nur ein Atheist und militanter Tierschützer sprechen, der nicht weiß, was Menschenwürde, also inbegriffen ungeborenes Leben, in Wirklichkeit bedeutet. Wollen Sie jetzt unkontrollierte Abtreibung damit begründen, dass es sich um eine empfindungslose Zellformation handelt? Von der ethischen Seite mal ganz zu schweigen. Ihre These ist doch schon lange widerlegt. Sollen wir jetzt die gesamte Fleischindustrie dicht machen und komplett Vegetarier werden? Das wiederum finde ich absurd. Nichts gegen Tiere, aber es gibt schon gravierendere Unterschiede zum Menschen als die, die Sie geltend machen. Mit dieser Haltung laufen Sie erheblich Gefahr, sich einiges an Unverständnis und Widerständen einzuhandeln.

      • @kaltstart
        Absurd – ja, das ist schon absurd, wie hier argumentiert wird: Wieso ein Atheist (so Friedrich denn einer ist!) nichts von Menschenwürde verstehen soll, während Kaltstart es genau an Würde, nämlich dem Respekt vor Leben, Leiden, Empfinden von Gottes Geschöpfen mangeln lässt.
        „Absurd“ wäre es, die Fleischindustrie dicht zu machen? Soso. Und warum? Irgend ein ehtisch begründbares Argument zur Hand? Eine Milliarde Inder (nämlich all die gläubigen Hindus und Buddhisten), die Vegetarier sind – das ist dann wohl auch absurd? Und die Essener und Nazarener, aus deren Kreisen Chistus stammt, waren überzeugte, unbeugsame Vegertarier- nicht gewusst?

  5. Herr Schiebel, mit demselben Respekt, den Sie mir entgegen gebracht haben, bin ich Ihnen entgegen getreten. Natürlich haben Sie geschrieben, ob es Belege gibt. Und für mich ist es normal, sich zuvor zu belesen, ehe und wenn ich die Meinung eines anderen hinterfragen will. Geben Sie nur das Richtige Stichwort ein wie DÜRFEN MENSCHEN MIT TIEREN BEERDIGT WERDEN?, dann kommen schon Beiträge dazu. Es kommt mir ignorant vor, wenn Sie plötzlich keine Lust mehr haben, nachdem Ihnen jemand auf den Schlips getreten sein soll. Lieber Dr. Berger, danke für die sachliche Erwiderung nach der unangemessenen Forderung des Lesers Schiebel (der mir nicht vornehm zurück haltend erscheint), allerdings kennen wir beide uns gut genug, dass ich behaupten kann, zwar gelegentlich Emotionen rauszulassen, aber nie über das Ziel hinaus schiesse..Sonst wären schon Kommentare von mir gelöscht worden. Ich bilde mir ein, obwohl ich mehrmals Gastautor war, keine Sonderbehandlung auf diesem blog zu erhalten. Dass ich nicht den Sanftmut von Herrn Berger habe, gebe ich allerdings zu. Der Mann ist einfach filigran.

    • Ein bisschen Selbstironie schwang da natürlich mit – und ich wollte Ihnen nicht belehrend kommen. Es ist gut, dass wir alle so verschieden sind, Vielflat und so …

  6. „Als Gott die Bosheit der Menschen auf Erden sah, reute es ihn, daß er den Menschen geschaffen hatte“ (Moses); „Der Mensch ist von Jugend auf dem Bösen zugeneigt“ (Johannes-Evangelium); „Sage mir, was dem Menschen eigen ist, und Du wirst das Böse finden!“ (Hl. Augustinus, Kirchenvater).
    Philosophen wie Nietzsche oder Schopenhauer braucht man gar nicht zu bemühen, die Heilige Schrift und die Kirchenväter genügen vollkommen, um die Bösartigkeit des Menschengeschlechts zu belegen. Das bezeugen übrigens auch die weit über 100.000 Kindstötungen im Mutterleib allein in Deutschland. Vorreiter bei der Eugenik und Euthanasie waren übrigens linke Sozis, die bereits in den 20erJahren begeistert die Selektion von Menschen forderten. Die Nazi-Sozis haben das dann perfektioniert.
    Man darf auch ruhig als traditionalistischer Katholik aktiver Tierschützer sein und daran glauben, daß auch Tiere eine Seele haben und ins Himmelreich gelangen können. Es schadet nichts, hin und wieder Franz von Assisi zu lesen („Ich sah einen Ochsen weinen“). Ich empfinde Massentierhaltung, Tiertransporte, medizinische Experimente mit Tieren etc. als eine Kulturschande ersten Ranges, ganz zu schweigen von dem grauenhaften tierquälerischen Schächten der Mohammedaner. Wer mal einen Film gesehen hat (auf Youtube z.B.), wie da mit sanftmütigen Wesen wie Kühen, Rindern, Schafen etc. umgegangen wird, kann nur noch weinen und hat zumindest eine schlaflose Nacht. Nach dem Betrachten eines solchen Films hatte ich nur noch den Wunsch in die jubelnde und grölende Menge hineinzuschießen, die sich an der Qual einer tapferen Kuh weidete.
    Wir mußten vor ein paar Wochen unseren 19 Jahre alten Kater „Aldi“, der von „lieben Menschen“ ausgesetzt wurde, und sich dann nach längerer Beobachtung entschied, bei uns zu bleiben, einschläfern lassen. Er war eine Seele von Tier, ging mit mir spazieren, schlief bei meiner Frau im Arm, hat nie gebissen oder gekratzt, war einfach nur glücklich, daß er bei uns ein schönes Katerleben hatte. Wir trauern sehr um ihn, ist das jetzt unchristlich?
    Bitte nicht das Elend der Abtreibung, die grauenhaft und die absolut verurteilenswert ist gegen die Liebe zu Tieren ausspielen. Man kann beides sein: Lebensschützer und Tierfreund/Vegetarier.
    P.S. Bei den Chinesen, neben den Mohammedanern die größten Tierquäler, gibt es für Tiere übigens keine eigene Bezeichnung. Sie heißen dort „bewegliche Sache“. Bezeichnend.

  7. Bitte die Umstellung auf chronologische Kommentare wieder abändern.
    Ich möchte nach wie vor die aktuellsten Kommentare ZUERST lesen.

  8. Wer die Beziehung zwischen Mensch und Tier auf die bloße Versorgung mit Nahrung reduziert, hat wahrscheinlich nie persönliche Erfahrungen mit Tieren gemacht. Manche Tiere sind hunderte von Kilometern gelaufen, um zu ihrem ursprünglichen Zuhause zurückzukehren, obwohl sie an dem aktuellen Ort gut versorgt waren. Manche Tiere haben sich selbst in Lebensgefahr gebracht, um ihre Besitzer zu beschützen, sei es bei einem Brand oder einem brutalen Angriff. Auch ohne spektakuläre Vorfälle kann man als jemand, der sein Leben mit Tieren teilt,jeden Tag Zeichen ihrer Zuneigung und Hingabe erkennen. Es ist schlichtweg überheblich, sich einzubilden, die Motive von Tieren für bestimmte Verhaltensweisen ohne Zweifel bestimmen zu können.

  9. Zu Veronika:
    Hier taucht ein querer Gedanke auf, der immer wieder zu hören ist:
    Wer Vegetarier ist, weil er Tiere achtet, muss doch erst recht besonderer Menschenfreund sein.
    Wie kommen die Kommentatoren zu dieser Ansicht?
    Hier liegt ein Denkfehler vor: das genaue Gegenteil ist der Fall.
    Wer Tiere wertschätzt, ihnen gleiche Empfindsamkeit, gleiche Leidensfähigkeit und damit gleiche Schutzrechte zubilligt wie dem Menschen, hat gerade deshalb nicht den geringsten Grund, Menschen besser / anders zu behandeln als Tiere.
    Warum soll man Euthanasie beim Menschen ablehnen, wenn man Tötung von Tieren akzeptiert? Wenn man akzeptiert, dass jemand seine todkranke und leidende Katze zum Einschläfern zum Tierarzt bringt – warum soll man dasselbe nicht mit leidenden Menschen machen?
    Da viele Menschen, trotz ihrer Fähigkeit zu Ethik (die Tiere nicht haben) brutal und grausam zu Tieren sind, verdienen sie Schutz und Mitleid sogar noch viel weniger.
    Und wieso soll ein Vegetarier nicht Antisemit sein? Was hat das miteinander zu tun? Alleine das qualvolle Schächten von Tieren aufgrund jüdischer Glaubensvorschriften reicht schon, den jüdischen (wie den moslemischen) Glauben abzulehnen. Noch abwegiger: Was interessiert in dieser Frage einen Vegetarier, was im NT steht?
    Zitat Veronika: „Meistens opferten die [jüdischen] Priester einen Teil jenes Tieres, das ihnen zur Nahrung diente.” Ach so, ja dann natürlich .. hat das geopferte Tier sicher gar nichts dagegen gehabt, geschlachtet zu werden.

    Mir scheint, das völlige aneinander Vorbeireden rührt in vielen Fällen daher, dass Gläubige (und nicht nur die) dem Menschen höhere Rechte einräumen als dem Tier – und als einzige Berechtigung führen sie unkritisch übernommenen archaische Schriften aus der Antike an wie Koran oder Bibel.

    • @jheinke
      Ich sehe auch das Einschläfern von Tieren teilweise kritisch. Ich habe meinen todkranken Zwerghasen nicht einschläfern lassen, sondern ihm Schmerzmittel gegeben, bis er friedlich starb. Manche Tierbesitzer müssen auch deswegen ihre Haustiere einschläfern lassen, weil sie die Behandlungen nicht mehr zahlen können. Beim Menschen ist das übrigens nicht viel anders, aber gerade deswegen verstehe ich nicht, dass Leute wie Peter Singer für Euthanasie eintreten!

      Die Befürworter der Euthanasie haben keine Ahnung, was sich teilweise hinter den Kulissen abspielt. Meiner Mutter wurde nach dreimonatigem Krankenhausaufenthalt mitgeteilt, dass sie möglicherweise ein 24 Stunden Pflegefall bleiben würde. darauf sagte sie:“ Am liebsten würde ich sterben!“
      Daraufhin fragte der Arzt nach:“Wollen sie wirklich sterben?“ da bekam meine Mutter plötzlich Angst – wie sie mir später erzählte – und schwächte ab:“Nur manchmal!“
      Ich machte dann den Ärzten eine Szene, weil sie behaupteten, dass es keine Rehabilitationsmöglichkeiten für meine Mutter geben würde!
      Ich recherchierte dann auf eigener Faust und fand ein Pflegeheim, das auf Remobilisation älterer Leute spezialisiert war. Dort war meine Mutter vier Monate – dann konnte sie mit Rollator gehen und ist mittlerweile schon ein Jahr wieder zu Hause. Die Kosten (5000) Euro pro Monat musste mein Vater privat durch Ersparnisse finanzieren – die Krankenkassa übernahm nur 4 Wochen! (Ich lebe in Österreich).Darum spendet unsere Familie nichts mehr – wir brauchen das Geld selber!

      Eine Bekannte In Holland musste ihre Mutter selber füttern, weil die Ärzte die künstliche Ernährung mit folgendem Argument verweigerten.“Sie hat lange genug gelebt!“
      Eine andere Dame in Holland ließ ihren Vater euthanasieren. Nach der Todesspritze erstickter er qualvoll. Seine Tochter hatte sich seinen Tod „sanfter“ vorgestellt. Sie teilte ihrer Freundin – der Buchautorin Karin Leiter- mit, dass sie sich schuldig fühle. Ein paar Wochen später beging diese Holländerin Selbstmord!

  10. Das Tier ist nach dem Gesetz eine Sache (wenn auch eine besondere). Es kann nicht Träger von Rechten und Pflichten sein.. Ein Tier kann also nicht erben oder etwa im Lotto gewinnen.

    • Selbstverständlich kann ein Tier Träger von Rechten sein – und die hat es auch, sogar nach kümmerlichem deutschem Recht! Auch ein Kleinkind hat Rechte, obwohl es keine Pflichten hat.
      Dass man dem Tier weitere Rechte vorenthält, liegt auch am unverändert unseligen Einfluss der kath. Kirche (vermutlich auch Islam und Judentum), die dem Tier nach wie vor eine Seele abspricht – im vollen, totalen Widerspruch zu allen neuen biologischen Erkenntnissen.
      Vor 200 Jahren hätte man z.B. in Cuba mit gleichem Brustton der Überzeugung gesagt: Der Sklave ist eine Sache. Er kann nicht Träger von Rechten sein! Genau auf diesem Niveau bewegen sich heute die Gegner des Tierrechtes.

    • Recht heute wird universell abgewertet, weil postuliert wird, dass die „Menschenrechte“ universell seien und nicht mehr auf einen abgegrenzten Gültigkeitsbereich – Staat – beschränkt sind.
      Wenn sie sagen, dass der Mensch Träger von „Rechten und Pflichten“ sei, so gilt dies nur noch für Teile der Bevölkerung oder besser: Ein Teil der Bevölkerung trägt Pflichten ( wir pfaffen dasz) – ein anderer hat nur noch Rechte, etwa die, die neu hinzugekommen sind (welcome).
      Das Recht, das nur noch einseitig gesehen wird, zerfällt und löst sich dabei auf. Wie massiv Teilen der Bevölkerung Grundrechte abgesprochen werden, sieht man am Umgang mit der AfD, deren Mitglieder sogar schon an Leib, Leben und Eigentum geschädigt werden. Das nur, weil einige sich über alle Rechte hinweg setzen und aus reinem moralischen Gütdünken wüten, können und dürfen.
      Ein Reich der reinen Moral, auch in der Politik, die Gesetze nur noch als Mittel zum Zweck erlässt, zum Selbstschutz und Erpressung, zerfällt in die Amoralitiät der durch das Recht -all inclusive – allumfassend geschützten und jenen, denen keinen Schutz mehr zugekommen lassen wird, früher Staatsbürger genannt.
      Diese (reinen) Pflichtenträger, die der Staat nicht mehr zu schützen vermag, werden – im wahrsten Sinne des Wortes – an die Küchenmesser derer ausgeliefert, die keine Pflichten haben, sondern nur Recht, die durchalimentiert werden.
      Es gibt in der vormenschlichen Natur kein Recht, dieses entstand notwendig mit den größeren Organisationsformen des Menschen, der Stadt. Der Begriff des Naturrechts ist eine metaphysische Krücke, materialistisch die göttlichen Gebote herzuleiten. Tiere brauchen keine Rechte und haben deshalb auch keine. Der Mensch, auf das Recht angewiesen, opfert dieses gerade auf dem Altar der politisch (a)moralischen Willkür unter der Leittafel der Religionsfreiheit.

  11. Ich sehe das Problem eher darin, dass wenn man Tiere und Menschen gleich behandelt (selbst bei veganer Diät ) man früher oder später Menschen wie Tiere behandelt. Das sieht man in Holland, Belgien und Canada, wo alte und pflegebedürftige Menschen „eingeschläfert“ werden dürfen. Es ist kein Zufall, dass gerade der Tierrechtler Peter Singer einer der heftigsten Befürworter der Euthanasie von Menschen ist – was der Gastautor übrigens nicht erwähnt!

    Auch Adolf Hilter war ein überzeugter Vegetarier und hatte mehr Mitleid mit Tieren als Menschen. Die meisten Inder sind Veganer und die heiligen Kühe haben einen höheren Stellenwert als die Angehörigen der niedrigsten Kaste, die oft auf offener Straße verhungern!

    Das heißt nicht, dass man Tiere nicht mögen oder mit ihnen kein Mitleid haben soll. Eine Tierethik ist dringend notwendig! Wer Tierschützer ist, kann kein Antisemit sein, denn gerade das Alte Testament ist dem NT in Sachen Tierethik überlegen – trotz Tieropfer, die es schon lange nicht mehr gibt und die früher üblichen Menschenopfer ersetzte (Meistens opferten die Priester einen Teil jenes Tieres, das ihnen zur Nahrung diente).

    So galt das Sabbatgebot auch für Tiere.“Sechs Tage lang sollt ihr eure Arbeit tun, aber am siebten Tag sollt ihr ruhen, damit eure Rinder und Esel sich erholen“(Exodus 23,12 Hoffnung für alle).Dem Ochsen durfte beim Dreschen des Getreides kein Maulkorb umgelegt werden, damit er etwas davon fressen konnte (Deuteronomiom 25,4)

    Das mosaische Gesetz kennt also so etwas wie Tierrechte. Aber auch die Frage nach dem Jenseits wird im AT gestreift und zwar im Buch Kohelet. Kohelet behauptet, dass Mensch und Tier nach dem Tod an den gleichen Ort gehen. Kohelet 3,18-21 Hoffnung für alle:
    „Ich habe begriffen, dass Gott die Menschen prüft. Sie sollen erkennen: Nichts unterscheidet sie von den Tieren.
    Denn auf Mensch und Tier wartet das gleiche Schicksal: Beiden gab Gott das Leben, und beide müssen sterben. Der Mensch hat dem Tier nichts voraus, denn auch er ist vergänglich
    Wer weiß schon, ob der Geist des Menschen wirklich nach oben steigt, der Geist des Tieres aber in die Erde hinabsinkt?“

  12. Dieser Artikel greift eigentlich mehr
    Themen auf, als man zuerst glaubt.
    1. „Loyalität von Haustieren“:
    Wer mit Tieren zu tun hat, wird
    feststellen, daß es diese Loyalität eben
    doch gibt. Tiere betrachten uns – sehr
    wahrscheinlich – als Mitglieder ihrer
    Familie, Clan, Rudel – was auch immer,
    und sie haben füreinander
    Empfindungen, also genau so, wie
    es Menschen gegenüber ihren
    Hausgenossen auch tun (sollten).
    Wie sonst erklärt man den
    existierenden Beschützerinstinkt, den
    Tiere teilweise in Bezug auf Menschen
    haben ? Tierhaltung in der Landwirt-
    schaft ist natürlich ein anderes Thema –
    aber dort gibt es ja Gott sei Dank
    auch eine Diskussion über die Art
    der Haltung.
    2. Die Treue gilt dem, der mich füttert:
    Egoismus ist ein leidiges Thema.
    Warum sollten sich Tiere anders
    verhalten als Menschen, es ist uns
    angeboren. Nur Heuchler sehen das
    als ausschl. negativ an, reden immer
    von „Gleichheit“ und „Gerechtigkeit“
    und stopfen sich gleichzeitig besonders
    unverschämt die Taschen voll. Egoismus
    ist durchaus auch als positive Eigenschaft
    zu sehen, wenn sie uns antreibt und nicht
    übermäßig negativ auf die Umwelt wirkt.
    Und in Bezug auf Zuverlässigkeit, was
    diese Treue betrifft, schätze ich Tiere
    deutlich höher als Menschen ein !
    3. Speziesismus (in Zusammenhang mit
    Rassismus und Sexismus) … Ausdruck
    einer überschwappenden Dekadenz –
    wer denkt da nicht an das alte Rom in
    seinen letzten Zügen ? Hat sich schon
    einmal jemand Gedanken gemacht,
    daß es „Zivilisationskrankheiten“ nicht
    nur körperlich (Übergewicht, Diabetes,
    Drogenmißbrauch in ungeahntem Maß),
    sondern auch geistig geben kann ?
    „Wenn es dem Esel zu wohl wird,
    geht er auf das Eis tanzen“, sagt der
    Volksmund. Als ich mal vom „Frutarier“
    als noch mögliche Steigerungsform des
    Veganers hörte (er ißt nur Fallobst, was
    der Baum freiwillig gegeben hat, um dem
    Geber nicht zu schaden) … Ich werde
    niemandem seine Motive absprechen,
    aber es sind alles nur Denkweisen unseres
    „Wohlstands“. Wir leben immer davon,
    daß wir anderes Leben nehmen –
    ob pflanzlich oder tierisch, was
    die Tiere ja auch tun. Ob immer gut und
    richtig dabei ist, was wir tun, ist eine andere
    Frage. Das mit Gottes Geschenken
    verstehen viele Menschen (bewußt)
    falsch – die Erde sich untertan machen
    heißt „nutzen“ – nicht zerstören und
    ausbeuten !

  13. Bravo, Herr Schiebel.

    Für den Gastautor Hueber (der vielleicht nicht zufällig aus Deutschlands weithin katholischem Süden zu stammen scheint, wie sein fehlerhaftes Deutsch zeigt: das unselige „benützen“ gibt es nicht im Hochdeutschen) dürfte das empfindende Tier eine Sache sein – und sein Hinweis auf den in der Tat absurden Affenbild-Prozess verschleiert das nur.
    Ein katholischer Bekannter von mir hat empört den Gottesdienst verlassen, als ihm von der Kanzel verkündet wurde, das Tiere seelenlose Sachen seien, aber diese von oben abgesegnete Ansicht ist eben leider Teil des katholischen Kanons.
    Mich erinnert diese wirklich schlimme Einstellung zum Tier an die Zeiten der Sklaverei: Vor zweihundert Jahren haben viele sich ethisch gebende Menschen auch die Sklaverei gut geheißen, denn wenn es die Kirche sagt …. Zur Erinnerung: Am 18.6.1452 legitimierte Papst Nikolaus V. den Sklavenhandel durch eine Bulle, indem er den portugiesischen König ermächtigte, » … die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu zwingen.«

    • Das Tier hat sowenig eine individuelle Seele, wie wir Menschen sie eine haben. Wenn der Mensch anerkennen könnte, dass „Seele“ das Prinzip des Lebens an sich ist, dann müsste er anerkennen, dass alles Leben beseelt ist, vom Menschen bis runter zum Einzeller. Die Organisationsform der Seele, die sich im Hund, Tier, manifestiert, ist je verschieden, vom Mensch oder einem Baum. Die Erdgeschichte in ihrer biologischen Entfaltung zeigt nichts mehr, als dass das Prinzip des Lebens, die Seele, sich manigfaltig ins Dasein bringen will.
      Die Anerkennung der Beseeltheit allen Lebendigen, wie sie der als primitiv abklassifizierte Animismus es sah, heiligt in gewisser Weise, das, was wir vertilgen.
      Es ist ein Unterschied, ob das gliebte Haustier aus empfundenem Mitleid erlöst wird, oder aus Nützlichkeitserwägungen. Während unsereins sein Dasein noch bis zum Gehtnichtmehr an Apparaten fristen muss, entscheiden liebende Bezugspersonen für das Tie und für dessen Erlösung.
      In der Abtreibung, aus Erwägungen der Nützlichkeit oder verblendeter Ideologie, geschieht nichts aus Mitleid, Ausnahmen sind selten. Der Vollzug ist industriell und rein am Proftit orientiert.

    • Wer im Glashaus sitzt…… „von der Kanzel verkündet wurde, dass ……“Und was hat der Artikel mit süddeutschen Katholiken zu tun?
      Ansonsten bin ich auch voll und ganz der Meinung von Herrn Schiebel. Und ich spreche da aus jahrzehntelanger eigener Erfahrung.

    • Papst Nikolaus V. legitimierte den Sklavenhandel durch eine Bulle, indem er den portugiesischen König ermächtigte, » … die Länder der Ungläubigen zu erobern, ihre Bewohner zu vertreiben, zu unterjochen und in die ewige Knechtschaft zu zwingen.«

      Na großartig, das erweist sich jetzt fürs christiche Abendland als Bumerang. Indem immer mehr Moslems ins Land drängen, die unsere Heimat erobern, die Bewohner vertreiben, sie unterjochen und in die Dhimmi-Knechtschaft zwingen.

  14. Die Überhöhung des Menschen über das Tier entstammt der Annahme, er sei etwas Besseres, weil er zB. Tiere beherrschen kann, weil er reden kann und weil er als einziges Lebewesen wirklich denken kann…
    Es ist aber und bleibt, wie alles, nur eine Annahme, die nicht bewiesen ist und nicht bewiesen werden kann, solange sich keiner in jeder Tiersprache mit jedem Tier verständigen kann.
    Man nahm früher auch an, Buschmenschen wären weniger wert als zivilisierte Menschen, weil sie sich nur durch merkwürdige Laute verständigten, auf dem Boden aßen ohne Geschirr, und dem Tier ähnlicher waren, als dem Mensch.
    Der Mensch ist dem Tier ähnlicher, als er zugeben will.
    Ich für meinen Teil denke, dass wir noch viel von den Tieren lernen können und dass wir alles andere als besser sind.
    Wir zerstören wissentlich und willentlich unsere Lebensgrundlage, behandeln Tiere und Pflanzen wie Dreck, wie es uns beliebt und meistens auch ohne Respekt. Wir gehen uns gegenseitig an die Gurgel aufgrund längst überholter Glaubenskonstrukte. Wir verhalten uns in dieser Welt wie ein übler Virus und es wird nicht mehr lange dauern, bis die Natur diesen Virus wieder ausschaltet, um das natürliche Gleichgewicht wieder herzustellen.

    Es gibt übrigens viele Indizien auf gleichwertige Intelligenz bei Tieren, zB Koko der Affe, mit dem man über Taubstummensprache kommunizieren kann, der zeigt, dass er alle Eigenschaften einer menschlichen Psyche und eines Intellekts besitzt.
    Ebenso wurde bei Pflanzen ein intelligentes Bewusstsein festgestellt, das auf spontane Einflüsse reagiert und agiert. Wer sind wir, dass wir uns anmaßen, zu wissen, was andere Lebewesen denken und fühlen?

    Außerdem kann man das Argument „Loyalität von Tieren gäbe es nur aufgrund des Futters“ genauso auf Menschen übertragen. Kinder bleiben auch nur wegen des Futters bei Eltern, Arbeitnehmer sind auch nur loyal gegenüber ihrem Arbeitgeber „wegen des Futters“ ect.
    Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing…

    • „Ebenso wurde bei Pflanzen ein intelligentes Bewusstsein festgestellt, das auf spontane Einflüsse reagiert und agiert. “
      Es gibt da eine Geschichte von Roald Dahl, worin ein Mann Pflanzenstimmen hörbar machen kann. Dann hört er, welche Schmerzen Blumen beim Stiel abschneiden und erst Bäume beim Fällen haben…Vielleicht gar nicht so weit hergeholt.
      Ausserdem, eins wollen wir mal festhalten: Meine Katze könnte gut ohne mein Futter überleben, trotzdem bleibt sie bei mir, obwohl sie die Möglichkeit hätte, sich eine andere „Mama“ zu suchen…..

  15. „Es ist leichter, die Abtreibung eines menschlichen Embryos medizinisch durchführen zu lassen, als einen Tierarzt zu finden, der ein Tier ohne medizinische Notwendigkeit einschläfert.“

    Kam eine Katze zum Tierarzt und bat um Abbruch…

    Man sollte da sensibler differenzieren und nicht unter die Gürtelline schlagen. Abtreibung ist nicht schön, Zwangsgeburt aber auch nicht.

    Und wenn sie nicht gestorben sind…

  16. Es gab doch vor einem Jahr einen Diskussion über die ungeborenen Kälber im Laib von Mutterkühen die geschlachtet werden…
    Der Aufschrei war groß, die Erkenntnis das Kälber mehr Rechte als Kinder haben war leider sehr schockierend.

  17. Herr Hueber, Sie verkennen offensichtlich die Bindung Haustier und seiner Bezugsperson. Wie erklären Sie sich, dass ein Hund wochenlang trauert und nichts frisst, wenn sein Futtergeber stirbt? Da muss es wohl sehr viel mehr Bezug geben als das Fressen. Wie erklären Sie sich, dass ein Tier (Hund, Katze, Löwe….) seine ehemalige Bezugsperson vor lauter Freude umarmt und abschleckt, wenn er sie nach Monaten oder gar Jahren wieder trifft?
    Im übrigen geht es bei der Empathie zu Tieren nicht nur um das Töten, sondern besonders um die artgerechte Haltung und die Vermeidung von bestialischen Tierquälereien. Wissenschaftler haben längst nachgewiesen, dass zumindest jedes Säugetier fühlt wie auch der Mensch. Nach der Evolutionstheorie ging der Mensch schließlich aus dem Tier hervor. Ab welchem Stadium verdiente der Mensch mehr Empathie als andere Säugetiere?
    Kennen Sie die Fähigkeiten, in denen Tiere dem Menschen haushoch überlegen sind?

    • Trotz aller Einwände darf es nicht so etwas wie einen Tierkult geben. Inzwischen ist es doch eine Ersatzreligion geworden, wenn man Tiere hält. Sie ersetzen einem den Partner oder dienen sogar als Kinderersatz. Nicht selten werden sie mit dem Menschen zusammen beerdigt. Da muss sich doch bei den werten etwas in eine ungesunde Richtung verschoben haben. Für mich eher ein Alarmzeichen und womöglich mit dafür verantwortlich, dass unsere westliche Kultur und unsere Wurzeln und Identität gelitten haben. Des Deutschen liebstes Kind war einmal das Auto, jetzt scheint man auf den Hund gekommen zu sein. Da wir ja offiziell als Köterrasse bezeichnet werden dürfen, passt es ja ins Bild. Im Islam gilt der Hund übrigens als unrein, besonders die schwarzen Vierbeiner. Genauso wie das Schwein wird es dann im Falle der Bemächtigung durch die Mohammedaner dazu kommen, dass diese Tiere bei uns verboten werden.

      • Abgesehen von einigen Prozent Haustierhaltern kann ich keinen Tierkult in Deutschland oder gar weltweit erkennen. Stattdessen erfahre ich via Internet jeden Tag erneut abscheuliche Tierquälereien. Und die industrielle Massentierhaltung ist bestimmt auch kein Beleg von übertriebener Tierliebe. Ich habe noch nie davon gehört, dass Tiere in Menschengräbern bestattet werden. Belege?
        Da Sie den Islam ansprechen: Wenn es so weitergeht mit der Islamisierung Deutschlands, werden wir ganz andere Probleme haben als einen Tierkult. Da sind nicht nur Hunde und Schweine mit ihrem Leben bedroht.

      • Ach, jetzt seien Sie nicht so streng, lieber beware.
        Ich liebe meine Mieze auch sehr…..Ersatz oder nicht. Ich tue niemandem weh.
        Und in meinem Fall ist es sowohl für mich, als auch für die potentiellen Kinder besser so!
        Für die Katze auch.
        Eine win-win-win-Situation.

      • Um Missverständnisse zu vermeiden: Wir haben zwei Katzen und einen Terriermix, alle aus dem Tierheim.
        M.E. ist es schon richtig, dass der Status der Haustiere ins Kultische geht. Zum einen bieten die Haustiere die Möglichkeit der Rückbindung an unsere animalische Natur, zum anderen helfen sie uns gegen die totale Vereinsamung in dieser vollkommen entfremdeten Gesellschaft. Rück-Bindung heißt auf Lateinisch re-ligara, woher sich unser Begriff „Religion“ herleitet.
        Hunde, mehr als Katzen, vermögen dem eigenen sinnlosen Sein, Pflicht und Sinn zu verleihen. Im Gassigehen verwirklicht sich das esoterische „der weg ist das Ziel“ und gibt dem Tag Regelmäßigkeit.
        „Daß mir der Hund das Liebste ist, sagst Du oh Mensch sei Sünde, doch der Hund bleibt mir im Sturme treu, der Mensch nicht mal im Winde.“ , meint Schopenhauer, der seine Pudel Atman, die Weltseele, nannte und dürfte darin nicht so Unrecht haben.

      • Ich finde es absolut nicht verwerflich oder seltsam sich mit seinem Tier beerdigen zu lassen. Im Grunde ist es eine Wertschätzung an ein anderes Lebewesen, dass einen langen und schönen Teil des Lebensweges mit jemandem gegangen ist. Was ist daran verkehrt?
        Ich habe zwischen Abitur und Studium ein soz. Jahr in einem Altenheim gemacht. Und was ich da an wiederlichstem Verhalten von nächsten Angehörigen von Bewohnern miterleben musste, war schlimm. Neben denen hätte ich bestimmt nicht beerdigt werden wollen! Dann lieber mit meiner lieben Katze, die im übrigen kaum frisst wenn ich im Urlaub bin.

    • Herr Schwiebel, bevor Sie anzweifeln, dass es Beerdigungen von Haustieren zusammen mit Herrchen und Frauchen gibt, belesen Sie sich bitte erst mal. Quellen sind z.B. swp/tagesspiegel/tz/augsburger allgemeine/waz/domradio. Wenn Sie von etwas noch nie gehört haben, heißt das noch lange nicht, dass es so etwas Verrücktes nicht gibt.
      Natürlich sind Tiere in Bezug auf den gewaltbereiten Islam nur ein Nebenschauplatz. Es könnte schwer genug werden, sich als Ungläubiger vor den Todesdrohungen zu retten.
      Liebe Kerstin, ich habe in erster Linie von Hunden und nicht von Katzen gesprochen. Eine Tierliebe kann was schönes sein, aber übertrieben finde ich, wenn Tiere z.B. im Bett mit dem Frauchen oder Herrchen schlafen Selbstverständlich schaden Sie niemand mit artgerechter Tierhaltung.
      Man kann aber auch Kontakte zu Menschen knüpfen, wenn man sich einsam fühlt. Bezogen auf den Islam und seine Abneigung gegen Hunde erzürnten sich hier auf dem blog anlässlich eines Beitrages vor einigen Monaten etliche Hundebesitzer, drohten, wenn einer an das Tier rangeht, damals war wohl ein Hund von einem Migranten getreten worden, direkt mit heftigser Aggression. Von mir aus gerne, aber wenn es um die Würde und Schutz von Menschen geht, bleibt diese Entrüstung zu meinem Erstaunen und Erschrecken häufig genug aus.
      Wenn Herr Schwiebel nun wieder einen Nachweis meiner Behauptung verlangt, werde ich den damaligen Artikel wohl ausfindig machen müssen.

      • beware, gehts’s auch respektvoller?
        1. habe ich Sie darum gebeten, einen Beleg für Ihre Behauptung zu bringen, um eine Aussage verifizieren zu können, die ich zum ersten Mal gelesen habe.
        2. muss ich mir nicht von Ihnen vorwerfen lassen, mich über ein Thema vorher zu belesen, bevor Sie Ihre Quelle benennen.
        3. führt Ihre angeführte Quelle bei Google zu allen möglichen Links der Augsburger Allgemeinen, ohne jedoch „Beerdigungen von Haustieren zusammen mit Herrchen und Frauchen“ aufzuzeigen. Mag ja sein, dass die AAZ dieses Thema in irgend einer Ausgabe gebracht hat, aber ich habe keine Lust, alle Ausgaben durchzulesen.

        Herr Berger, ich bitte Sie vor der Freigabe einer Lesermeinung auch Respekt gegenüber anderen Lesern einzufordern.

      • Wenn es nach mir ginge, würden sich natürlich alle so vornehm zurückhaltend wie wir beide ausdrücken. Aber nicht jeder ist so zurückhaltend wie wir beide. es gehört mit zu der von PP energisch verteidigten Meinungsfreiheit, dass im Rahmen dessen, was gesetzlich erlaubt ist, hier alles gesagt / geschrieben werden darf.

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