Ein Betrag von Stephan Gröne, der ursprünglich auf dessen Blog erschienen ist, aber den ich dann auch bei PP rebloggt habe, hat zu einer teilweise erhitzten Debatte geführt. Dabei verloren die meisten das eigentliche Anliegen des Beitrags, der sich um die Zensurpolitik von Facebook & Co drehte, schnell aus den Augen.

Was freilich nicht schlimm ist. Denn dadurch könnte von PP, das bei seiner Autoren- und Leserschaft den Spagat zwischen Atheisten und Katholiken, zwischen Trans- und Homosexuellen und Menschen, die große Schwierigkeiten mit dem öffentlichen Agieren von Teilen dieser Subkultur große Probleme haben, zwischen Linen und Rechten usw. wagt, zu einem neuen Ausgangsort für eine dringend öffentliche Debatte werde:

Die Entgegensetzung zwischen Genderkritikern auf der einen und Trans-. Homosexuellen sowie Travestiekünstlern auf der anderen Seite, ist viel zu pauschal und auch ungerecht. Sie ist von den Gender-Ideolgen aber bewusst so gewollt, um ihre Kritiker möglichst auseinander zu dividieren. Das sollten wir nicht zulassen! Daher veröffentliche ich hier den offenen Brief einer Gastautorin, deren Name, Anschrift etc. mir aber bekannt sind (David Berger).

Update: Inzwischen hat Stephan Gröne unserer Autorin geantwortet: „Warum wir Ice-Age-Familien brauchen- und Heterosexualität die Norm sein muss“.

Lieber Herr Gröne,

ich vermute mit Hass können Sie als Christ sowieso nichts anfangen, das ist Ihnen als Christ verboten. Aber wie wäre es mit „Du sollst kein falsches Zeugnis ablegen“ oder „Du sollst nicht die Unwahrheit sagen“?

Um Ihre rethorische Frage zuzuspitzen, nämlich ob Sie ein Hassbotschafter sind, stellen Sie ausgerechnet ihre etwas antiquierten Ansichten zu Thema Geschlechtsidentität heraus: Ich persönlich verstehe die Obsession mancher, die sich als christlich verstehen, mit der Frage der Geschlechtsidentität überhaupt nicht.

Wovor fürchten Sie sich? Und warum sprechen Sie über etwas, wovon Sie ganz offensichtlich nicht den Hauch einer Ahnung haben? Um es gleich vorweg zu nehmen: es ist kein Hass, den Sie da verbreiten, es ist nur mindergebildet, auf dem Stand der Wissenschaft, wie er in den 50ern war. Sie können natürlich auch das heliozentrische Weltbild in Frage stellen, auch das ist kein Hass, aber es fällt natürlich auf Sie zurück, was Sie da so von sich geben.

Wäre es nicht besser, wenn Sie bereit wären Gottes Schöpfung so zu sehen, wie Sie ist, nicht wie ein paar Ideologen sie gerne hätten?

Für diesen Fall erlaube ich mir, Ihnen -und sie stehen mit ihrer Position, Gott sei es geklagt, ja nicht alleine da- einen kurzen Grundkurs in Sachen „Geschlechtsidentität“ zu geben. Zwangsläufig musste ich als transsexuelle Frau mich damit etwas intensiver befassen auf meinem Lebensweg.

Sie wollen „Mann oder Frau … – eindeutig an den primären Geschlechtsmerkmalen erkennen“. Na dann mal viel Spaß. Dafür müssen Sie nämlich ganz schön intim werden.

Vagina und Penis, Vulva und Hodensack – das geht ja noch, aber mit der Gebärmutter wird es ein bisschen schwierig, fürchte ich.

Und was machen Sie mit den Menschen, bei denen diese primären Geschlechtsmerkmale nicht ausgebildet werden? Googeln Sie doch bitte mal Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom.

Wieso sprechen Sie über etwas, von dem Sie so offensichtlich keine Ahnung haben?

Genetisch betrachtet gibt es tatsächlich viele Geschlechter. Ich will Ihnen heraushelfen.Sie stellen nämlich eigentlich nicht auf die sichtbaren Merkmale ab, sondern auf die Genetik. Unser Geschlecht, dachten wir, wird durch die Gene bestimmt. XX und XY entscheiden, ob wir Mann oder Frau werden. Das ist so auch richtig, aber nur in den Bereichen des Körpers, die von den Genen bestimmt werden.

Das genetische Geschlecht legt Vieles fest.

Ob wir eine Gebärmutter oder einen Hoden aus den gleichen Grundelementen ausbilden, ob unser Becken oder unsere Schultern breiter werden, ob unsere Beine im Verhältnis zum Rumpf kürzer oder länger werden. Aber wenn Sie glauben, das sei DAS Kriterium um das Geschlecht erkennen zu können, dann haben Sie ein Problem.

Das Sie das mit der katholischen Kirche gemeinsam haben, so viel sei Ihnen zum Trost gesagt. Wenn Sie an die Genetik als entscheidend für Geschlechtsidentität ansehen, dann gibt es nämlich tatsächlich sehr viele Geschlechter. Man bezeichnet das heute als Intersexualtität. Es sind Varianzen der Geschlechtschromosomen.

XXX, die Triple X Frau und der Klinefeltertyp XXY sind schon seit Jahrzehnten bekannt. Heute kennt man sehr viele weitere Varianten. Und die sind, nach Ihrer, jedoch nicht nach meiner, Definition unterschiedliche Geschlechter. Was Sie behaupten ist also inkonsequent.

Und wenn Sie es mit dem üblichen Versuch abwenden wollen, in dem Sie behaupten, das seien ja nur Mißbildungen, krasse Ausnahmen, dann sei Ihnen gesagt, dass das falsch ist und zudem kein gültiges Argument ist. Diese chromosomalen Geschlechtstypen existieren nachweislich und sind mit 1 von 1.000 Geburten auch gar nicht so selten. Das können Sie natürlich alles leugnen, wie jedes andere, wissenschaftlich beweisbare, Phänomen auch. Ich würde das nicht als Hass empfinden, aber schmeichelhaft wäre mein Urteil über Sie trotzdem nicht. Tut mir leid.

Geschlechtsidentität aus der Genetik?

Was sehr interessant ist: Sie stellen ausschliesslich auf die Genetik ab, wie es auch die kath. Kirche tut. Mit der grausamen Folge, dass uns transsexuellen Frauen und Männern bis in den Tod unsere Geschlechtsidentität verweigert wird. Selbst nach erfolgter Namens- und Personenstandsänderung begräbt uns die kath. Kirche, in einem Akt von Unbarmherzigkeit, unter unserem Geburtsnamen.

Selbst wenn wir schon Jahrzehnte ein gelungenes Leben unter unserem richtigen Namen geführt haben. Was können Menschen anderen Menschen nur alles antun?

Nur wer weiß, welchen langen und steinigen Weg wir bei unserer Selbstfindung zurücklegen, wie viele Schmerzen, Demütigungen und Krisen wir überwinden, um unsere Geschlechtsidentität zu finden, kann ermessen, welche Menschenverachtung in so einem Akt liegt.

Ich empfinde es zudem als höchst befremdlich, wenn eine Kirche, welche die Seele in den Mittelpunkt stellt und durchaus eine gewisse Nachrangigkeit in Punkto Körper an den Tag legt, hier so auf den Körper abstellt und die Seele eines Menschen negiert.

Das Gehirngeschlecht ist manchmal entgegengesetzt zum genetischen Geschlecht

Dabei könnte das Wahrnehmen der Schöpfung, wie sie ist, nicht wie manche sie gerne hätten, Sie aus diesem Dilemma befreien.

Die moderne Gehirnforschung, auch gerade bei Transsexualität, würde Ihre Fragen nämlich beantworten. Das männliche und weibliche Gehirne unterschiedlich arbeiten um gleiche Aufgaben zu erfüllen, weiß man auf vielen Bereichen. Es gibt aber noch mehr Erkenntnisse.

Die Gehirnstruktur wird nicht direkt aus der Genetik heraus bestimmt, sondern über die Hormonsituation in der Schwangerschaft.

Nun weiß man, dass die Ausdifferenzierung der Genitalien in den ersten zwei Schwangerschaftsmonaten stattfindet. Die Ausbildung des sog. Gehirngeschlechts aber erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte.

Und somit wird klar, warum es transsexuelle Menschen gibt. Es ist, wenn Sie so wollen, eine Fehlentwicklung. Wenn Sie so wollen, können Sie das auch gerne als Behinderung ansehen, das macht es vielleicht leichter es zu verstehen. Aber leugnen Sie es nicht.

Das wird sowieso nichts helfen, die wissenschaftlichen Erkenntnisse in dieser Frage werden immer dichter und gegen das Bild von Gehirnaktivitätsmustern kommen Sie mit Bauchgefühl und unmenschlichen Dogmen auf Dauer nicht an. Denken Sie an Galilei.

Genderideologie und Genderkritiker vereint?

Dogmatiker (im weiteren, nicht theologischen Sinne) verhindern auch eine zügige Erforschung dieser Phänomene. Und diese Dogmatiker mögen Sie sicherlich nicht und das dürfte die erste Gemeinsamkeit zwischen uns beiden sein.

Es handelt sich nämlich um Genderideologen. Diese Gruppe hat, ähnlich wie Sie, das Problem, das transexuelle Frauen und Männer nicht in ihr Dogma der beliebigen Veränderlichkeit der Geschlechtsidentität passen.

Man hat uns als Gruppe auch schon zu Feinden erklärt, weil wir genaugenommen der Beweis sind, dass Geschlechtsidentität eben nicht veränderlich ist.
Wenn Geschlechtsidentität nicht zwischen den Beinen, sondern zwischen den Ohren entsteht und eine feste biologische Basis hat, dann ist sie eben nicht beliebig veränderbar. Uns war das schon lange klar.

Ob Penis oder Vagina, ob Testosteronhaushalt oder Östrogenhaushalt, nichts hat einen Einfluß auf unsere Geschlechtsidentität. Auch unsere Sozialisation kann das nicht ändern. Umerziehung, wie sie oft und mit grausamen Methoden versucht wurde, hat in keinem einzigen Fall die Geschlechtsidentität verändern können. Oder glauben Sie, man könne Ihnen Ihr Mannsein mit Elektroschocks aberziehen?

Lebensrecht transexueller Frauen und Männer

Hier in Deutschland leben wir nicht in idealen, aber in den besten Bedingungen, die wir transexuelle Menschen je hatten. Wir sind gesetzlich geschützt und die allermeisten Menschen unserer offenen deutschen und europäischen Gesellschaft begegnen uns mit Dingen, die konträr zu ihrem Standpunkt sind: mit Freundlichkeit, Offenheit und man könnte durchaus sagen mit Nächstenliebe. Hätten wir jetzt noch eine vernünftige medizinische Versorgung, möglichst aus einer Umwidmung von Haushaltsmitteln der Genderideologie und einige kleinere rechtliche Erleichterungen für unsere lange und schwierige Transitionsphase, dann wäre es ein Traum. Insobesondere vor der furchtbaren Situation unserer Brüder und Schwestern in vielen anderen Ländern dieser Welt.

Aber nochmal zurück zu Ihrer Frage. Nein, ich halte Sie nicht für hasserfüllt. Aber ist es wirklich erstrebenswert, Menschen abzuwerten, nur um die eigene Dogmatik nicht aufgeben zu müssen?

Ist es akzeptabel andere Menschen in ihrem tiefsten Innern, in ihrer Seele zu verletzen um den Preis einer sachlich unhaltbaren Behauptung? Ich habe es mir nicht ausgesucht eine transsexuelle Frau zu sein, so wie Sie es sich nicht ausgesucht haben ein Mann zu sein oder eine bestimmte Augenfarbe zu haben. Aber, wie die Meisten von uns: ich wäre lieber tot, als dazu gezwungen zu sein, etwas zu leben, das ich nicht bin.

Ja, ich habe einen genetisch bestimmten männlichen Körper, aber ich weiß seit der Teilnahme an einer Studie an einer Uniklinik auch, dass mein Gehirn tatsächlich weiblich ist. Unter einem CT sind bei mir die gleichen Regionen aktiv, wie bei jeder anderen Frau und komplett unterschiedliche Regionen zu Männern. Und solche Studien wird es immer mehr geben.

Nicht nur Hass tötet, auch Vorurteile

Abschließend möchte ich, da Sie vom katholischen Standpunkt aus argumentieren, noch erwähnen, was der Blogmacher von PP schreibt:

„Die Größe des von der aristotelisch-thomistischen Philosophie geprägten Katholizismus besteht gerade darin, dass er fides und ratio unter Wahrung ihrer Eigenheiten zur Urteilsfindung heranzieht, der immer gültige Glaube in einem steten Dialog mit den Profanwissenschaften seine ganze Schlagkraft entfalten kann und stets lebendig bleibt“ – An der Frage der Transsexualität könnte man dies schön durchexerzieren!

Aber neben der rein biologischen, wissenschaftlichen Argumentation will ich eigentlich auf etwas ganz Anderes hinaus. Wenn Sie auch nur einen Funken Mitmenschlichkeit verspüren, dann akzeptieren sie die Tatsache, dass wir ein normales, biologische begründetes Phänomen sind und nehmen uns nicht noch mehr unserer Menschenwürde.

Wir wurden in der Vergangenheit als Monster, als psychisch krank und Vieles mehr eingestuft. Von Menschen, denen Wissen und Barmherzigkeit fehlten. Damit muss endlich Schluss sein. Zumindest das Wissen ist heutzutage vorhanden. Die Barmherzigkeit ist eine Entscheidung jedes einzelnen Menschen, wie er oder sie uns begegnet.

Wir haben mit der Diskrepanz unserer Körper zu unserem Denken und Fühlen einen Lebensweg, der wahrlich schwer genug ist. Sich damit auszusöhnen, ist ein langer und schwieriger Prozeß. Vielleicht ähnlich wie bei Menschen, die sich nach einem Unfall oder einem Schlaganfall mit ihrer Behinderung aussöhnen müssen.

Auch bei einer Behinderung trifft das Denken und Fühlen den Menschen auf einen Körper, der das nicht (mehr) kann. Das Letzte was wir brauchen, sind Menschen, die sich ohne jede Kenntnis herabsetzend über uns äußern und dadurch alte Vorurteile am Leben erhalten. Denn nicht nur Hass ist ein Problem, auch ein Mangel an Mitmenschlichkeit ist es.

Und abschließend noch eine kleine Randbemerkung, die noch einmal auf den Kern Ihres Beitrags zurückkommt und um nicht missverstanden zu werden:

Obwohl ich ihre Position falsch bzw. wissenschaftlich widerlegt und für den gesellschaftlichen Frieden problematisch finde, kämpfe ich – wie David Berger, der den Artikel mit genau diesem Motivationshintergrund rebloggt hat, auch – dafür, dass sie diese Meinung in unserer Demokratie vertreten können müssen.

63 Kommentare

  1. Wenn man Kindergärtner und Missbrauch in Google eingibt…..

    Stephan Grönne behauptet in seinem neuesten Artikel über das Bundesverfassungsgericht (kam erst nach dem Ice Age Familien-Artikel) dass sich pädophile Männer als Frauen in Kindergärten einschleichen könnten. Mir sind keine Missbrauchsfälle von Trans – oder Intersexuellen in Kindergärten bekannt. Dafür gibt es zahlreiche Skandale rund um „normale“ männliche Kindergärtner und Kindergartenpädagogen, Diese Fälle werden von Genderideologen unter den Teppich gekehrt. Umgekehrt ist nur eine von 100 Frauen pädophil.
    Die Problematik gibt es bei männlichen Lehrern in weitaus geringerem Mass, weil Schüler für Pädophile eigentlich schon zu alt sind. Vor kurzem wurde ein Schwimmlehrer in Baden-Würtemberg des sexuellem Missbrauchs mit Kamera überführt, aber auch dessen Opfer waren überwiegend fünfjährige Vorschulkinder.
    Ich persönlich bin der Meinung, dass Männer nur nach gründlicher Prüfung und einer psychiatrischen Untersuchung als Kindergartenpädagogen oder Au pair Boys (gibt es in den USA) zugelassen werden sollten.

  2. Mein letzter Beitrag über Transsexuelle, „echte“ und „unechte“ Zwitter am Freitag den 10. November ist nicht freigeschalten worden. Vielleicht liegt es daran, dass ich wahllos aus verschiedenen Wikipedia Artikeln abgeschriebenen habe. Dabei simplifizierte ich und verbreitete irrtümlich Falschinformationen.
    Ich gelobe mich zu bessern, habe meinen Beitrag überarbeitet, und ersuche höflichst darum, dass er diesmal freigeschaltet wird.
    Mediziner unterscheiden bei Transmenschen zwischen 3 Kategorien. Diese Kategorien stammen NICHT von den Betroffenen selber. Sie lauten: Transsexuelle, „unechte“ und „echte“ Zwitter.
    Zwitter und Transsexuelle treten gerne in der Öffentlichkeit gemeinsam auf. Es gibt aber auch Zwitter, die mit Transsexuellen nichts zu tun haben wollen. Manchmal werden sie auch gezielt auseinander dividiert.

    Transmenschen werden von Ärzten dann als transsexuell bezeichnet, wenn sie sowohl eindeutige Geschlechtsorgane als auch einen eindeutigen Chromosomensatz haben (kann sich später ändern). Organische Auffälligkeiten von Geburt an gibt es entweder überhaupt nicht oder höchstens im neurologischen Bereich und/oder im Gehirn.
    Die sogennanten „unechten“ Zwitter werden von Medizinern deswegen so bezeichnet, weil sie keine eindeutigen Geschlechtsorgane haben (von Geburt an), aber einen eindeutigen Chromosomensatz (entweder männlich oder weiblich). Dabei gibt es unendlich viele Variationen, die den Rahmen dieses Beitrages sprengen würden.
    Ich will eine Variante herausgreifen, die bei sportlichen Wettkämpfen immer wieder für Aufregung sorgt: die XY Frau. Diese hat von Geburt an Schamlippen, Gebärmutter und Hoden, aber keine Eierstöcke und keinen Penis. Die äußeren Geschlechtsmerkmale können sich durch Hormongaben und/oder Operationen ändern (gilt auch für andere „unechte“ Zwittervarianten).
    XY Frauen wurden früher von Wettkämpfen ferngehalten oder mussten bei den Männern starten. Das liegt nicht nur an ihrem eindeutig männlichen Chromosomensatz, sondern auch daran, dass sie bessere sportliche Leistungen erbringen als andere Frauen. Heute dürfen XY Frauen bei Frauen starten.

    Daneben kennen Ärzte auch „echte“ Zwitter. Diese haben sowohl uneindeutige Geschlechtsorgane als auch einen nicht eindeutigen Chromosomensatz. Auch hier gibt es viele verschiedene Varianten. Eine Variante, das Klinefelter Syndrom ( die meisten wachsen als Mann auf , xy Chromosom und ein zusätzliches x wurde in dem Gastbeitrag bereits erwähnt).
    Eine andere „echte“ Zwitter- Variante ist besonders interessant, die sowohl Eizellen als auch Sperma produziert und schwanger werden kann. Diese Variation kann sich nicht selber besamen wegen zu geringer Spermaproduktion.
    Viele Zwitter können Kinder weder zeugen noch bekommen. Bei gewissen Variationen wurde der Kinderwunsch durch Hormongaben und/oder künstliche Befruchtung erfüllt.

  3. Nach Lektüre der Kommentare empfinde ich ein dringendes Bedürfnis nach klären Begriffsdefinitionen. Man kann nicht diskutieren, wenn die Basis, nämlich die Begrifflichkeiten unklar erscheinen oder aus Gründen der political correctness oder des persönlichen Geschmacks verschwurbelt wurden. Ich würde mich freuen, wenn eine Person, am liebsten mit dem beruflichen Hintergrund Medizin/Biologie (aber bitte keine Psychologen/Soziologen) eine Definitionsliste erstellen könnte, die den aktuellen Stand der Erkenntnisse abbildet.

  4. Der Text ist in seiner Stossrichtung zwar gut, aber man kann trotzdem nicht alles so stehen lassen, also rein fachlich nicht, auch wenn vieles sehr richtig ist.

    „Vagina und Penis, Vulva und Hodensack – das geht ja noch, aber mit der Gebärmutter wird es ein bisschen schwierig, fürchte ich.

    Und was machen Sie mit den Menschen, bei denen diese primären Geschlechtsmerkmale nicht ausgebildet werden? Googeln Sie doch bitte mal Mayer-Rokitansky-Küster-Hauser-Syndrom.“

    Also normalerweise kann man selbst ohne einen Blick in die Unterhose auf den ersten Blick erkennen, ob ein mensch männlich oder weiblich ist. In nur 1 % aller Fälle ist es nicht so, wie Prof. Kutschera in seinem Buch über die Genderideologie ausführt.

    „Wieso sprechen Sie über etwas, von dem Sie so offensichtlich keine Ahnung haben?“

    Da geht die Autorin des Textes etwas weit mit, denn sie macht selbst Fehler:

    „Genetisch betrachtet gibt es tatsächlich viele Geschlechter.“

    Und das ist eben falsch. Richtig ist:

    – Es gibt zwei Geschlechter.
    – innerhalb beider Geschlechter gibt es artspezfisch und individualspezifisch eine erschlagend große Vielfalt (z.B. gibt es Arten mit mehreren Männchentypen und Weibchentypen)
    – beide Geschlechter haben AUCH Eigenschaften des jeweils anderen Geschlechts, wie stark ausgeprägt und in welchem Maße, ist individuell verschieden
    – die Genexpression ist zu einem erheblichen Anteil geschlechtsspezifisch
    – bei den meisten getrenntgeschlechtlichen Arten legen Geschlechtschromosomen fest, ob es ein Männchen oder Weibchen ist

    „Ich will Ihnen heraushelfen.Sie stellen nämlich eigentlich nicht auf die sichtbaren Merkmale ab, sondern auf die Genetik. Unser Geschlecht, dachten wir, wird durch die Gene bestimmt. XX und XY entscheiden, ob wir Mann oder Frau werden. Das ist so auch richtig, aber nur in den Bereichen des Körpers, die von den Genen bestimmt werden.“

    Es gibt in einem Körper keine Bereiche, die nicht von Genen mitbeeinflusst werden.

    „Wenn Sie an die Genetik als entscheidend für Geschlechtsidentität ansehen, dann gibt es nämlich tatsächlich sehr viele Geschlechter.“

    Auch das ist leider nicht wahr.

    „Man bezeichnet das heute als Intersexualtität. Es sind Varianzen der Geschlechtschromosomen.“

    Es ist mit Sicherheit nicht jeder Fall von Intersexualität auf solche chromosomalen Anomalien zurückzuführen. Da reichen auch z.B. Gendefekte bei normalem Chromosomensatz für aus.

    „XXX, die Triple X Frau und der Klinefeltertyp XXY sind schon seit Jahrzehnten bekannt. Heute kennt man sehr viele weitere Varianten. “

    Das sind keine eigenständigen Geschlechter, sondern chromosomale Anomalien. Wenn man jedes davon als eigenständiges Geschlecht einstuft, müsste man konsequenterweise jede andere chromosomale Anomalie, die nichts mit dem Geschlecht zu tun hat, als eigene Art zählen. Mongoloide wären dann eine eigenständige Art. Wie ich darauf komme? Naja, auf der Uni haben sie uns damals (Ich habe Biologie studiert.) erzählt, der wichtigste genetische Unterschied zwischen verschiedenen Arten ist grundsätzlich die Anzahl der Chromosomen. Würde ich mit dieser Information so willkürlich und unsachlich umgehen, wie es Gender-ideologen und andere mit den Informationen über Klinefelter-Syndrom und co. machen, könnte ich auf die absurde Idee kommen, Menschen mit z.B. drei Autosomen Nr. 21 (also Mongoloide) seien eine eigenständige Art. Würde man aus dieser Idee dann eine Ideologie machen, die ungefähr so ist wie die Genderideologie, dürfte man dann nicht leugnen, dass Mongoloide eine eigenständige Art darstellen, weil alles andere ja diskriminierend wäre. Naja.

    „Und die sind, nach Ihrer, jedoch nicht nach meiner, Definition unterschiedliche Geschlechter. Was Sie behaupten ist also inkonsequent.“

    Ja, aber was die Autorin dieses Textes behauptet, hat sie selbst wohl nicht ganz verstanden. Ist ja schön, dass sie all diese gonosomalen Anomalien nicht als eigene Geschlechter ansieht. Aber sie schreibt, rein genetisch seien es verschiedene Geschlechter, und es gebe davon auch noch „sehr viele“.

    „Und wenn Sie es mit dem üblichen Versuch abwenden wollen, in dem Sie behaupten, das seien ja nur Mißbildungen, krasse Ausnahmen, dann sei Ihnen gesagt, dass das falsch ist und zudem kein gültiges Argument ist. Diese chromosomalen Geschlechtstypen existieren nachweislich und sind mit 1 von 1.000 Geburten auch gar nicht so selten.“

    Das ist sogar sehr selten. Selbst wenn es auf eine von 100 Geburten zuträfe (Intersexualität dürfte eher schon bei jedem 100sten Menschen vorkommen. Aber halt auch aufgrund anderer Ursachen als chromosomaler Anomalien.), wäre es noch selten.

    „Das können Sie natürlich alles leugnen, wie jedes andere, wissenschaftlich beweisbare, Phänomen auch. Ich würde das nicht als Hass empfinden, aber schmeichelhaft wäre mein Urteil über Sie trotzdem nicht. Tut mir leid.“

    Sie gibt doch selbst zu, dass sowas sehr selten ist, erklärt aber willkürlich einen von 1000 Fälle als „häufig“. Sie übernimmt damit leider die Argumentation der Vertreter der Genderideologie, zumindest in dem Punkt.

    „Die moderne Gehirnforschung, auch gerade bei Transsexualität, würde Ihre Fragen nämlich beantworten. Das männliche und weibliche Gehirne unterschiedlich arbeiten um gleiche Aufgaben zu erfüllen, weiß man auf vielen Bereichen. Es gibt aber noch mehr Erkenntnisse.“

    Das wiederum ist sehr richtig. Einer von den Gendersens würde das nie zugeben.

    „Die Gehirnstruktur wird nicht direkt aus der Genetik heraus bestimmt, sondern über die Hormonsituation in der Schwangerschaft.“

    Doch dieser Satz ist fachlich beeindruckend falsch. Denn was machen denn Hormone? Sie beeinflussen die Genexpression in jeder Zelle. Sexualhormone bestimmen in einem hohen Maße den Anteil der Genexpression (also welche Gene aktiv sind und welche nicht, und wie stark aktiv), der geschlechtsspezifisch ist. Und durch was kommen unterschiedliche Hormonspiegel zustande? U.a. durch Gene.

    Die Gehirnstruktur wird natürlich AUCH von Genen bestimmt, teils über den Hormonspiegel, der natürlich NICHT NUR durch Gene bestimmt wird.

    „Nun weiß man, dass die Ausdifferenzierung der Genitalien in den ersten zwei Schwangerschaftsmonaten stattfindet. Die Ausbildung des sog. Gehirngeschlechts aber erst in der zweiten Schwangerschaftshälfte.“

    Ja, erst werden die Genitalien und damit auch die Gonaden (also Hoden oder Eierstöcke) gebildet. Die Gonaden stellen dann Sexualhormone her, und zwar bei beiden Geschlechtern ungleich. diese Hormone sind in ziemlich hauptsächlicher Rolle dafür verantwortlich, dass viele Gene nur bei einem der beiden Geschlechter überhaupt transkribiert und translatiert werden. Und diese geschlechtsspezifischen Gene (die übrigens größtenteils auf den Autosomen liegen) können nun z.B. durch eine Mutation schlecht oder gar nicht funktionieren und deshalb kann ein bestimmtes geschlechtsspezifisches Merkmal nicht immer richtig ausgebildet werden. Genauso gut können Umwelteinflüsse wie z.B. Umweltgifte einen Einfluss auf die Genexpression ausüben. Es kann alles mögliche dabei schiefgehen.

    „Und somit wird klar, warum es transsexuelle Menschen gibt. Es ist, wenn Sie so wollen, eine Fehlentwicklung. Wenn Sie so wollen, können Sie das auch gerne als Behinderung ansehen, das macht es vielleicht leichter es zu verstehen. Aber leugnen Sie es nicht.“

    Natürlich ist es eine Fehlentwicklung – also aus rein biologischer Sicht. Denn es ist biologisch nicht sinnvoll, ein weitgehend weibliches Gehirn zu haben, wenn der Körper ansonsten männlich ist.

    Aber wenn ich das sage, habe ich noch lange nichts gegen Trans- oder Intersexuelle. Ich habe ja auch nichts gegen Blinde, auch wenn ich rein fachlich die angeborene Blindheit für einen „Designfehler“ halte. Ich finde auch nicht, dass Menschen ohne auffällige Designfehler und Fehlentwicklungen was Besseres sind als solche mit.

    „Ob Penis oder Vagina, ob Testosteronhaushalt oder Östrogenhaushalt, nichts hat einen Einfluß auf unsere Geschlechtsidentität.“

    Doch, das hat es sogar ganz eindeutig, natürlich nicht nur das. Gerade der Hormonhaushalt hat einen riesigen Einfluss auf die Geschlechtlichkeit des Gehirns.

    „Auch unsere Sozialisation kann das nicht ändern. Umerziehung, wie sie oft und mit grausamen Methoden versucht wurde, hat in keinem einzigen Fall die Geschlechtsidentität verändern können. Oder glauben Sie, man könne Ihnen Ihr Mannsein mit Elektroschocks aberziehen?“

    Genau, umerziehen kann man weder Hetero-, noch Homo-, noch Trans-, noch Intersexuelle, schon gar nicht mit Elektroschocks und anderen Grausamkeiten. Das ist wiederum war.

    Sympathisch ist mir dieser Artikel auch, aber fachlich teils genauso daneben, wie es Standart ist bei biologischen Sachverhalten.

    Ob ich von Vertretern der Genderideologie was lese oder auch von ihren Gegnern, ich stoße bei biologischen Sachverhalten immer wieder darauf, dass sehr viele davon fachlich gesehen große Fehler machen und selbst nicht ganz verstanden haben, wovon sie reden.

    • Vielen Dank für die notwendigen und hilfreichen Klarstellungen und Ergänzungen aus einer fachlich fundierten biologischen Sicht!

    • danke für den langen Aufsatz.
      Wir werden, weil so viel darin Wissenschaft Stand der 80er ist, das in einem künftigen Artikel aufarbeiten.
      Nur zwei Dinge sofort:
      Ich bin auch der Ansicht, dass es nur zwei Geschlechter gibt und so steht das auch.
      Punkt 2: Man kommt an das Thema erst richtig heran, wenn man sich Gedanken über die verschiedenen Ebenen macht: Genetik, Gehirn, Sozialisation.

  5. Als diese ganze Diskussion in die Öffentlichkeit kam, ist mir etwas eingefallen, was ich längst vergessen hatte:

    Als ich im Kindergartenalter war, wollte ich nicht nur ein Junge sein, sondern ich war felsenfest davon überzeugt, tatsächlich ein Junge zu sein.

    Nach der Einschulung geriet dies mehr und mehr in Vergessenheit, in der Pubertät war es dann gar kein Thema mehr und fiel mir wie oben erwähnt erst wieder durch die Genderdebatte ein.

    Heute bin ich 66 Jahre und war spätestens seit meiner Teenagerzeit mit meinem Leben und Körper als Frau vollkommen zufrieden.

    Dass jeder Mensch männliche und weibliche Anteile in unterschiedlicher Intensität hat, ist schon lange bekannt.

    Dh., schon lange weiß man, dass Männer weibliche und Frauen männliche Seelenanteile haben und dass die Verteilung ganz unterschiedlich ist.

    Mein Vater z.B. war Ingenieur und ich wollte ihm imponieren, also habe ich zeitweise mehr meine männlichen Anteile gepflegt, bis mir das Buhlen um die väterliche Anerkennung zu dumm geworden ist.

    Man sollte eine solche vorübergehende Phase, wie ich sie durchlebt habe, zumindest bei Kleinkindern nicht überbewerten. Meistens „wächst sich das zurecht“.

    • Dieses Ausprobieren, das spielerische Erlernen der eigenen Geschlechtsidentität, wie man es von fast allen Kindern in dem Alter kennt, hat nichts mit Transsexualität zu tun.
      Diese ist dauerhaft, „wächst“ sich nicht aus, weil sie eine mittlerweile recht solide erforschte biologische Basis hat, nämlich die Gehirnstruktur, die gegengeschlechtlich zur Genetik ist.

      • es handelt sich hier bei um eine Zivilisationskrankheit. Ein Indiz, wie verkorkst unsere Gesellschaft ist. Man muss nur an sich runterschauen und weiß ob man Männlein oder Weiblein ist. Dass es kopfmäßige Graustufen gibt ist klar, aber alles andere ist eine krankhafte Veränderung und sollte behandelt werden.

  6. Ich bin in Köln geboren und erinnere mich gern an den CSD Anfang der 90er. Der war wie der Karnevalszug gut besucht. Ich erinnere mich an Schwulenkneipen, an ganze Häuser auf der Severinsstraße, in denen nur Schwule wohnten, etc. Was ich damit sagen will, ist, dass während meiner Lebenszeit niemand in Köln je ein Problem mit Schwulen hatte. Das Problem haben erst die Grünen erfunden. Und sie gehen damit heute jedem normal denkenden Menschen so auf den Geist, dass erst dadurch Ressentiments entstehen, die es vorher nicht gab. Zumindest nicht, solange ich denken kann. Ich hatte schon in meiner Schulklasse einen schwulen Freund, den ich genauso schätzte, wie den türkischen Kneipierssohn, der sogar Kölsch sprach. (In den 70ern) All das war früher einfach normal bei uns in Köln. Aber wenn ich heute von Schwulen und ihren aufgebauschten Akzeptanzproblemen höre, nervt es nur noch. Man tut diesen Menschen damit einfach keinen Gefallen, sondern verschafft ihnen Probleme, die sie seit mindestens 40, 50 Jahren nicht hatten. Zumindest nicht bei uns in Köln. Eigentlich tut es mir leid für sie, denn irgendwann wird das alles umschlagen und ihnen ins Gesicht fahren.

    • Und nicht nur in Köln geht und ging man locker mit vielen Dingen um. Es gibt sogar Ecken auf dem Land wo man wenig Probleme damit hat.
      Und es gibt Leute die aus jedem Scheiß Kapital schlagen wollen.

  7. Meine Kenntnisse von der Gehirnforschung sehen anders aus,man kann sehr früh,noch bevor sich die Genitalen bilden,erkennen ob es ein männliches Gehirn ist oder ein weibliches.Unser Gehirn verändert sich ständig und der Gedanke bestimmt die Hormone und dann erst entsteht ein Gefühl.wenn man diese Reihenfolge erkannt hat,dann versteht man wieso eine Person im Gehirnscan aussieht wie eine Frau,obwohl sie biologische Merkmale eines Mannes hat—weil sie sich entschieden hat zu denken wie eine Frau.Jeder könnte sein Gehirn durch „falsches“Denken in ein Chaos stürzen .Wenn ich als Frau nicht mehr denken ,fühlen,leben möchte als Frau,dann könnte ich beginnen wie ein Mann denken zu wollen und das Chaos wäre perfekt und mein Gehirn,meine Hormone würden sich langfristig ändern! Natürlich ist das nur ein kleiner Teil dieses Problems,dieser Minderheit und Aufklärung ist wichtig,aber es gibt soviele Menschen mit Ausnahmesituationen und Schwierigkeiten,es ist irre für alle so einen Aufstand zu machen und das Verfassungsgericht anzurufen.

    • Bekannt ist inzwischen, dass das Gehirn in der Pubertät umgebaut wird. Von daher finde ich es unverantwortlich, wenn man bei Kindern, die Probleme haben, ihr biologisches Geschlecht zu akzeptieren, durch Hormongaben die Pubertät verhindert, damit sie gar nicht erst körperlich zum Mann oder zur Frau heranreifen.

    • „Unser Gehirn verändert sich ständig und der Gedanke bestimmt die Hormone und dann erst entsteht ein Gefühl.wenn man diese Reihenfolge erkannt hat,dann versteht man wieso eine Person im Gehirnscan aussieht wie eine Frau,obwohl sie biologische Merkmale eines Mannes hat—weil sie sich entschieden hat zu denken wie eine Frau.“
      —————————–
      Das klingt einerseits „sehr wissend“, aber m.E. auch sehr verwegen, und läßt eine eindeutige Schuld-Attribution (Sünde!) erkennen.
      War, ist, soll das die Absicht Ihres Einwurfs sein?
      Im Rahmen meiner einschlägigen neurobiologischen/-psychologischen Quellensichtung sind mir derlei „Erkenntnisse“ in keinster Weise bekannt; vielleicht können Sie hierzu nähere Angaben machen?!

  8. Vielen Dank, für den sehr gelungenen Beitrag zur Thematik Transsexualität.!
    Dennoch verwenden auch Sie leider den „verbrannten“ Begriff „Geschlechts-Identität“, was nicht unproblematisch ist, geht dieser Begriff „gender“ doch auf den Wissenschafts-Scharlatan John Money zurück. Money ist gewissenmaßen der Vater des heutigen Gender-Wahnsinns, und als Behaviorist leugnete Money alle anderen, als die von außen vorgegebenen Einflußgrößen auf unsere psychische Beschaffenheit. Schon die implizit erfolgte Gleichsetzung von Geschlechts-ROLLEN-Identität (gender identity) mit Geschlechts-Identität ist ein übler Taschenspieler-Trick. Heute wird der Begriff „Geschlechts-Identität“ in besagter Weise von der Gender-Ideologie und öffentlichkeitswirksam medial verbreitet verwendet.
    Es wird dabei so getan, als gäbe es kein „Geschlechts-Wissen“ jenseits dessen, was als gesellschaftlicher/sozialer Input von außen in einen Menschen hineingebracht worden wäre…

    • Der Artikel, liebe Schwester, ist natürlich für Nichtbetroffene geschrieben und da macht es Sinn bekannte Begriffe zu verwenden und es vor allem allgemein verständlich zu halten.
      Du weißt, dass der Begriff „Geschlechtswissen“ unter uns nicht unumstritten ist. Das dann zu diskutieren würde die allermeisten Leser, für die das Thema doch sehr exotisch ist, überfordern.

  9. Man sollte Transsexuelle nicht zu schnell umoperieren. Vielleicht reicht in machen Fällen doch ein ANDERER LEBENSSTIL aus. Ich habe von einer Fachärztin für Psychiatrie von einem Fall gehört, wo sich eine Person umoperieren ließ und das nachher bereut hat. Bei Zwittern mit männlichen und weiblichen Geschlechtsorganen von Geburt an hat man früher schon die Babys umoperiert , heute kommt man eher davon ab, wenn keine zwingende medizinische Notwendigkeit besteht.
    Ich habe eine Bekannte, eine Transsexuelle, die früher ein Mann war. Mit zunehmen Alter(weit über 50) schaut sie immer mehr wie ein Mann aus, weil die zugeführten Hormone nicht mehr wirken. Eine junge Freundin einer Freundin will sich zum Mann umoperieren und den Busen entfernen lassen. Sie ist die einzige Tochter eines Türken und einer Bulgarin, und die Eltern haben sich immer sehnlichst einen Sohn gewünscht und sie als einen verpatzten Jungen betrachtet.

    • Was wollen Sie uns damit sagen? Das es das Phänomen des „Regretments“ gibt? Ja, das gibt es, und es zeigt doch, wie wirkmächtig das neuronal verankerte Geschlechtswesen ist, wenn sich Diejenigen, die vorher ein verwirrtes Geschlechtswissen hatten, postoperativ eine Rück-Op angehen, nachdem sie ihr „wahres Geschlecht“ erkannt haben.
      Individualfälle sind nicht generalisierbar!

  10. Interessanter Artikel. Mir war nicht bekannt, daß es ein „Kopfgeschlecht“ gibt.
    Und sicherlich gibt es dann auch Mischformen im „Kopfgeschlecht“.
    Wenn schon der Körper als intersexuell daherkommt, wird es das Gehirn auch tun.

    • das ist noch unklar.
      Die meisten Studien ergeben, dass es keine Unterschiede zwischen Transfrauen und den üblichen Vergleichsgruppen mit XX, also genetischen Frauen gibt.
      Einzelne Studien weisen auf Mischergebnisse hin.
      Es ist mir jedoch kein Fall bekannt, ber der die Ergebnisse der Transfrauen mit einer Vergleichsgruppe Männer identisch gewesen wäre.
      Eine junge Wissenschaft.

      • Das ist -wie so vieles auf diesem Feld- noch unklar. Allerdings legen die „echten In-Betweens“ eine Vermutung (Mischformen im „Kopf“)nahe. Ich unterscheide hier die „Echten“ von den Genderwahnsinns-Infizierten, die dies als „angesagte, coole Lebensweise mal in diesem Lebensabschnitt „leben“, gewissermaßen die „nützlichen Idioten“ für Diejenigen, die die Geschlechter dekonstruieren wollen.

      • Der Begriff „Transfrau“ ist irreführend und falsch. Es handelt sich um einen Begriff, der von der Trans*-Gender-Lobby erfolgreich propagiert wird, und inzwischen leider auch von vielen originär transsexuellen Menschen (NGS) unreflektiert verwendet wird.
        Sowohl ATME e.V, als auch insbesondere die VTSM e.V. setzen hierzu klärende Akzente!

      • Wir bemühen uns hier „Mainstream TS“ zu bleiben, weswegen wir wirklich nur die Begriffe ausschließen, wie etwa Transgender, die praktisch ausschließlich aus dem Bereich der Genderideologie stammen.
        Auf Transfrau oder Transmann trifft das nicht zu, sondern das sind gängige Selbstbeschreibungen.
        Auch im Ausland, etwa „transwoman“ wird das sehr häufig und ohne Verbindung zur Genderideologie benutzt.
        Es wird Dir vielleicht auch auffallen, dass wir die Begriffe auch durch rotieren, weil diese diversen Glaubenskämpfe um Begriffe, nicht das sind, was wir hier wiederspiegeln wollen.
        Unsere Zielgruppe sind in erster Linie nicht Betroffene, d.h. wir verwenden Begriffe, die leicht zu verstehen sind oder auch häufig gebraucht werden.
        Für die, von Dir angesprochene, Diskussion wären wir hier der falsche Platz und wir wollen auch keine Partei ergreifen. Du weißt, wie umstritten manche Begriffe „intern“ sind.

  11. Danke für diesen guten aufklärenden Artikel. Habe einiges dazu gelernt und wünsche Ihnen ein zufriedenes Leben. Vor allem die Abgrenzung zum „sozial konstruierten Geschlecht“ der Genderideologie, die eben ein Phantasieprodukt und keine wissenschaftlich nachweisbare Theorie ist, halte ich für äußerst wichtig. Die Genderideologie ist nicht etwa extrem postfaktisch, sondern nonfaktisch und damit gefährlich, denn sie öffnet mit zunehmender Akzeptanz in machtorientierten Kreisen die Türen für andere nonfaktische Ideologien, die sich hypermoralisch autoritär als alleinige Wahrheit ausgeben, ohne jeden Selbstzweifel und Beweis für ihre Gültigkeit. So wird jeder beliebigen Interessengruppe ermöglicht, ihre ideologischen Glaubensinhalte als a priori bewiesen zu behaupten, mögen diese auch noch so absurd erscheinen. Diese antiaufklärerische Grundhaltung scheint mir ein Symptom unserer Kultur zurzeit zu sein, auch und gerade im Umgang mit dem Islam, der ebenfalls Glaubensinhalte als a priori bewiesen behauptet, die nicht beweisbar sind, sondern reiner Glaube. Bei alledem geht es natürlich ausschließlich um Macht, die mit Deutungshoheit einhergeht. Wissenschaftlichkeit und vernunftgeleitetes Denken und Handeln wird damit zerstört und damit die Grundlagen unserer westlichen Kultur und Demokratie. Das Schweigen über diese Zerstörung wird durch die Sprechergebote und Sprechverbote der political correctness manifestiert. Wer keine Argumente hat, kämpft hypermoralisch quasi religiös und ideologisch selbstverblendet scheinargumentativ um Machtgewinn oder Machterhalt, wie wir es derzeit bei Merkel und ihrer Anhängerschaft klar beobachten können. Gibt der Westen seine Kultur der Aufklärung weiter auf, dann kann jede beliebige Ideologie oder Religion diesen übernehmen, denn dann hat sich der Westen selbst total entkernt und sich selbst zerstört. Pardon für diesen kleinen Exkurs. 😉

    • P.S.: Es handelt sich dabei um pseudointellektuelle Zersetzung, eine Art psychologischer Kriegsführung, mit dem Ziel, Verwirrung und Chaos zu stiften, um Machtinteressen durchzusetzen. Herbert Marcuse legt in seinem Buch „Der eindimensionale Mensch“ treffend dar, dass nicht länger der Arbeiter, sondern gesellschaftliche Randgruppen und Minderheiten die zukünftigen Träger einer umwälzenden Revolution sein werden. Diesen Gedanken scheint sich zum Beispiel ein Herr Soros zu eigen gemacht haben, wenn er ebensolche zu seinen Werkzeugen ge- und missbraucht. Ein linker Multimilliardär? Wie blöd muss man sein? Haben die Mitläufer ihren Zweck erfüllt, werden sie abgesägt. Und die upper class lacht sich ins Fäustchen. Und das Marionettentheater wird mit neuen Püppchen fortgesetzt. Der Spieler aber bleibt derselbe.

      • P.P.S.: Zeit, meinen Winterschlaf zu halten. 😉 Wünsche allen eine gute Zeit. Möge der Irrsinn bald ein Ende haben.

    • Für uns Transexuelle ist Genderideologie die Negation unserer Geschlechtsidentität.
      Man spricht uns diese ab und schiebt diese in das Reich der völligen Beliebigkeit.
      Wir erleben aber, dass die Geschlechtsidentität nicht beliebig ist.
      Wäre sie es, würde unser Leben wesentlich entspannter sein, denn wir hätten nicht diese Diskrepanz zwischen Körper und Gehirn.

    • Da gibt es Widerspruch der Buddha höchstpersönlich zugeschrieben wird. Nach ihm ist der Zweck einer Inkarnation nämlich , ein glückliches Leben zu führen und Andere daran teilhaben zu lassen. Gibt’s eine extra Meditationsform dazu:…mögen ich und alle fühlenden Wesen sich des Glücks und der Wurzel des Glücks erfreuen….frei sein vom Leid und der Wurzel des Leidens….muss sagen, Buddha gefällt mir besser als Schopenhauer

  12. Ähnelt aber die ganze Diuskussion nicht auch der Homosexualität? Um es zugespitzt zu sagen: auch diese habe ich mir nicht ausgesucht und ist biologisch zu begründen, weicht aber eben von der Norm ab. Muss ich aber daraus ein eigenes Geschlecht ableiten und womöglich in einem Pass eintragen? Ich sehe genau darin eine große Gefahr der Stigamtisierung, denn wer weiß schon, welche Regierung wir einmal haben werden und ich liefer frei Haus meinen Steinigungsgrund.
    Mir ist klar, daß Transsexualität um einiges komplexer ist, aber kann die Einführung eines dritten Geschlechtes in Papieren (oder mehr) die Lösung sein? Kinder haben Mutter und Vater (biologisch gesehen und ungeachtet, einer Geschlechtsumwandlung und eventueller Laboreingriffe). Für die zeugung ist ein weiteres Geschlecht unerheblich.
    Für die persönliche Identität spielen Gehirngender sicher eine wichtige Rolle, aber daß sollte eben meiner Meinung nach getrennt werden, sonst führt das ins Chaos. Irgend ein neues Geschlecht würde sich dann immer ausgegrenzt fühlen, was dann als einzige Lösung die komplette Auflösung der Geschlechts zur Folge hätte und wir uns dann als reine Person sehen. Jeden nun immer nach seinem geschlecht zu fragen, halte ich (z.B. bei einem Vorstellungsgespräch) für recht sexistisch.

    Genauso wie Homosexuelle, sollten sich eben auch Transsexuelle nicht vor den ideologischen Karren der Genderideologen spannen lassen, sonst enden sie auch nur als einer von vielen Buchstaben der Queers (LGBTI*XYZ) und mein papa dann doch noch Recht behält, daß ich ja nur schwul bin, weil ich ja jede Mode mitmachen würde..;-)

    • „Muss ich aber daraus ein eigenes Geschlecht ableiten und womöglich in einem Pass eintragen? Ich sehe genau darin eine große Gefahr der Stigamtisierung, denn wer weiß schon, welche Regierung wir einmal haben werden und ich liefer frei Haus meinen Steinigungsgrund.“
      ————————————
      Ich stimme Ihnen vollkommen zu; allerdings sind originär transsexuelle Menschen (NGS=Neuro-Genitales-Syndrom) die allerletzten, die ein drittes Geschlecht oder eine dritte Toilette fordern oder benötigen. Wenn dergleichen medial behauptet/“berichtet“ wird, dann dürfen Sie davon ausgehen, daß hier einmal wieder der Begriff „transsexuell“ mißbraucht wird, zum Schaden originär transsexueller Menschen (NGS).
      Transsexuelle Menschen sind Männer oder Frauen, die mit einer geschlechtsatypischen Körperbehinderung geboren wurden. Ihnen ist daran gelegen, ganz normal und unauffällig als Frauen oder Männer leben zu können

    • Transsexuelle fühlen sich nicht als 3. Geschlecht.
      Wir sind Männer und Frauen, Transmänner und Transfrauen, kein drittes Geschlecht.

  13. Eine lange Erklärung für Transsexuelle. Und, man muss es vielleicht tatsächlich mal gelesen haben und verstehen. Grundsätzlich kann m. E. jeder so selig werden wie er ist.
    Doch denke ich, dass da auch grundsätzlich etwas zu berücksichtigen ist. Der Kosmos und die Welt unterliegen mit Sicherheit einer Ordnung. Man kann sagen, dass diese Ordnung in allen Dingen auf Erden gerade grundsätzlich gestört ist. Und wenn ich nun begreife, dass das Geschlecht zwischen den Ohren ein anderes sein kann als zwischen den Beinen, dann ist da für mich etwas aus der Ordnung gefallen. Ein Spiegelbild der nicht mehr vorhandenen Ordnung im Ganzen sozusagen.
    Geheilt werden kann dies aber nicht, indem ich bis in die Kindergärten hinein verordne, dass sich schon die Kinder in diesem jungen Alter mit dieser Unordnung auseinander zu setzen haben. Das ist Gehirnwäsche schon an den Kleinsten.
    Und diese Gehirnwäsche, sowohl an den Kleinsten, als auch an den Erwachsenen ist für mich einfach abzulehnen. Es sind nicht die Transsexuellen, sondern es ist die Gehirnwäsche die abzulehen ist.

    • Perfekt. Genau das ist es. Warum muss man jedem ein Ettikett aufkleben? Ich (popelige hetero-Normalo-Frau und Mutter)kenne 1 Transgender persönlich. Menschlich total ok. Der Aufwand, von Frau zu Mann zu mutieren:immens, 10 massive OPs, von den Hormongaben ganz zu schweigen. Dahinter muss ein massiver Leidensdruck stehen. Das muss man nicht verstehen, aber akzeptieren. Das Ergebnis ist in diesem Fall eine frühere Frau, umgebaut zum Mann, die dann mit einem männlichen Partner als schwules Pärchen zusammenlebt. Alla gut, wie die Badener sagen. Der Leidensdruck , der dieser Prozedur zugrunde liegt, muss enorm sein. Deshalb nehme ich diese Menschen ernst. Aber ich finde nicht, dass irgendjemand den ganzen Mist bezahlen muss, denn keiner kann was dafür. Die Solidargemeinschaft auf keinen Fall. Der Betroffene auch nicht, aber der hat die Karte gezogen, Das Ergebnis ist seins.

    • Die meisten mir bekannten Menschen mit transsexuellem Hintergrund sehen das ähnlich, und lehnen die indoktrinierende Frühsexualisierung von Kindern ab

    • Vielen Dank für Ihren sehr guten und erhellenden Beitrag bei tichyseinblick! Ihrer Ansicht über die Genderideologen und der Gefahr die uns von Moslems und dem Islam droht, kann ich mich nur anschließen.

  14. Also, ich kann den Beitrag nur loben. Da hat sich jemand gründlich mit der Materie beschäftigt, wie es viele Transsexuelle zwangsläufig tun müssen um ihre Situation zu erklären. Und dennoch sind die meisten Betroffenen vielleicht nich in der Lage es so professionell zu tun wie die Schreiberin.
    Als ehemaliges Mitglied eines Ordens, transsexueller Frau und Katholikin, muss ich jedoch hier eine Lanze für die katholische Kirche brechen. Nachdem mir im Alter von Anfang 20 klar wurde das ich transsexuell bin und das auch gegenüber meinen Oberen äußern konnte, waren sie sehr hilfreich und bemüht mir professionelle Hilfe zukommen zu lassen und mich auf meinem Weg zu begleiten. Dafür bin ich noch heute dankbar.
    Ebenfalls wurde nach der Namens- und Personenstandsänderung der Eintrag im Taufregister geändert. Vielleicht hatte ich auch nur Glück, an verständnisvolle Menschen in der Kirche geraten zu sein. Oder hat der mich liebende Gott, an den ich glaube, wesentlich dazu beitragen? … ich glaube fest daran.
    Heute, nach vielen Jahren, würde ich mich nicht mehr zwingend als Transsexuelle bezeichnen wollen. In Familie, Alltag und Beruf voll als Frau sozialisiert, kennen nur wenige Menschen meine Vergangenheit. Und ich denke, so geht es im besten Falle vielen Betroffenen, die in der Öffentlichkeit garnicht auffallen.

    • Da haben Sie es aber sehr glücklich getroffen, mit den Sie seinerzeit persönlich umgebenden Menschen „vor Ort“. Es ist für mich ein weiterer Beleg dafür, daß in solchen problembeladenen Fragen in der persönlichen Alltagswelt es immer auch eine Frage von (mit-)menschlicher Größe oder von versagendem Kleinmut ist, wie Mitmenschen auf diese „Herausforderung“ reagieren.
      Hier gibt es sicher sehr viele Menschen, die gerade aufgrund ihres christlichen Hintergrunds zu echtem Mitgefühl/Empathie und wünschenswertem hilfreichen Verhalten fähig sind; die Institution katholische Kirche war und ist das aber noch niemals gewesen, zumindest nicht in Bezug auf diese Thematik!

      • Mir ging es u.a. gerade darum den Begriff „Kath. Kirche“ in diesem Kontext nicht zu pauschalisieren.
        Die Oberen meines Ordens kannten mich schon lange sehr gut. Und aufgrund meiner positiven Präposition, fiel es ihnen auch nicht so schwer meinen Schritt zu unterstützen. Ich habe an ihrer Liebe und Zuneigung nie gezweifelt.

  15. Es war für mich wichtig und aufschlussreich, auch einmal die Gedanken-und Gefühlswelt eines transsexuellen Menschen kennenzulernen.
    Diese Personengruppe ist meiner normalen alltäglichen Lebenswelt so fern und daher war die Lektüre sehr bedeutsam für mich und dafür möchte ich danken.
    Ich lerne: Wir alle zusammen sind Wesen mit unseren Gefühlen, unseren Erfahrungen und unseren erlittenen Verletzungen und Enttäuschungen.
    Und uns, jedem Einzelnen, ob nun hetero, homo oder transsexuell, gebührt Respekt.

    Was mich nur so oft stört ist die große Aufmerksamkeit, die den Homosexuellen, genauer gesagt, den entsprechenden Aktivisten zuteil wird.
    Ihre Anliegen, ihre Wünsche und Forderungen werden gehört und immer mehr politisch auch umgesetzt.
    Doch was ist, um ein Beispiel zu nennen, mit den Arbeitslosen?
    Wie steht es um ihr Image? Sind sie nicht in der Gefahr, als Faule zu gelten, die selbst schuld an ihrer Misere sind?
    Mir ist schon klar, dass beides sich nicht vergleichen lässt.
    Ich bin selbst nicht von Arbeitslosigkeit betroffen, zumindest nicht unmittelbar.
    Doch wenn ich mit der Hoffnungslosigkeit und Depression eines mir sehr nahestehenden Menschen, der schon sehr lange arbeitslos ist, konfrontiert bin, raubt mir dies viel Freude.
    Ich nehme ein großes Desinteresse an der bedrückenden Lebenswirklichkeit dieser Menschen wahr.
    Auch ihnen und ihren Problemen würde ich soviel Aufmerksamkeit wünschen, wie dies Homos, Lesben und Transsexuellen zuteil wird.
    Ich bitte um Nachsicht für meinen kleinen Ausflug ins Private!

    • Dein ansprechen von Arbeitslosigkeit passt irgendwie hier nicht her meine ich.

      Andererseits ein sehr wichtiges und svhwerwiegendes Thema, was sicher nicht undiskutiert bleiben sollte!

      Bitte erkläre mal diesen Übergang!

    • Da stimme ich Ihnen unbedingt zu! Leider wird der mediale Fokus nur allzu gerne auf das „Spektakuläre“ gelegt, das sich reißerisch aufgemacht, über „Quote“ gut „verkaufen“ läßt.
      Das Schlimme im Zusammenhang mit der medialen Thematisierung von „Transsexualität“ ist aber nicht die fehlende „Aufmerksamkeit“, als vielmehr die mißbräuchliche Falschdarstellung auf dem Rücken der Betroffenen, und da würde ich mir, wenn ich die Wahl hätte lieber wünschen, daß gar nicht darüber „berichtet“ wird…

    • Transsexuelle suchen keinerlei Aufmerksamkeit, alles was wir suchen ist ein Leben, das so normal wie möglich ist. Dass Medien uns, meist effekthascherisch, als Jahrmarktattraktion darstellen, ist uns verhasst.
      Wir sind so wenig präsent, dass nicht einmal Selbstverständlichkeiten, wie eine ordentliche medizinische Versorgung sichergestellt ist.

  16. Ein sehr netter Artikel. Ich selber bin auch eine B-Frau (eine Brain-Frau, die mit einem Penis geboren wurde). Ich habe leider wegen meiner Arbeit gerade nicht die Zeit, ausführlich zu schreiben. Ich möchte aber anmerken, daß Sie, liebe Autorin des Artikels, sich doch vielleicht einmal Gedanken darüber machen sollten, daß der allgemeine Terminus „trans“ so sehr deplaziert ist, wie es nur denkbar ist Wir sollten nicht an falscher Terminologie festhalten. Was an Ihnen „trans“ sein soll, wird mir wohl immer ein Rätsel bleiben. Sie sind mit einer Diskrepanz geboren, zwischen Körper und Gehirngeschlecht. Und daran ist absolut nichts „trans“. Wenn es eine Diskrepanz ist, dann sollte man sie auch angemessen benennen. Z B. mit dem Wort „Brain-Frau“. Sowas könnte man, wenn alle mitziehen, dann auch irgendwann etablieren. Wenn Sie sich selber jedoch als „Transsexuelle“ bezeichnen, dann wird dieser Effekt ausbleiben. Um es noch einmal mit dem richtigen Oberbegriff zu beschreiben: Sie sind intersexuell. Nur daß diese Intersexualität sich in einer des Körpers und Gehirns manifestiert. Jeder Homosexuelle ist auch intersexuell.
    Im übrigen gibt es auch wirkliche „Transsexuelle“. Das sind z. B. Männer (also Menschen, die ein männliches Gehirngeschlecht haben), die aber gerne ihren Penis loswerden wollen, und „die OP“ haben wollen. Man kann sie an folgendem Satz erkennen: „Wenn ich die OP (ist in Anführungsstriche zu setzen) habe (das heißt, wenn ich meinen Penis los bin), DANN ENDLICH bin ich eine richtige Frau. Mein Hausarzt hatte mir so einen Mann zur Beratung nach Hause geschickt. Der fragte mich dann auch: „Wie lange bist Du denn schon Frau?“ Ich habe geantwortet: „Seit meiner Geburt“ (Eigentlich ja schon vorher. Sic!) Darüber war er sehr erstaunt und konnte den Sachverhalt nicht so richtig begreifen.
    Ich persönlich wäre froh, wenn ich meinen Penis wiederhätte. Dann könnte Dr. Suporn in Thailand eine homologe Vulva daraus machen. Ich habe den größten Fehler meines Lebens gemacht und mich dem deutschen Medizinsystem anvertraut. Nun bin ich verstümmelt. Ich kann nur jeder B-Frau davon abraten, das in Deutschland machen zu lassen.
    Es ist übrigens richtig, daß die Konservativen (ich selber bin sehr konservativ, nehme mich von diesem Aspekt aus) im allgemeinen nichts weiter als kleine Spießbürger sind, wenn sie über dieses Thema versuchen sich zu artikulieren. Sie verstehen gar nichts. Sie kapieren nicht, das es ein BIOLOGISCHES Phänomen ist (das hat NICHTS mit verkorkster Genderideologie zu tun), daß es Männer gibt, die mit einer Vulvaa geboren werden, und daß es Frauen gibt, die mit einem Penis geboren werden.

  17. Ich habe als heterosexuelles Landei bisher nur wenig Gedanken über Transsexualität, Homosexualität und eine mögliche Anzahl möglicher weiterer Geschlechter gemacht. Das hat nicht mit einer Abneigung oder Intolleranz gegenüber Menschen zu tun, die aus der Norm fallen. Es hat viel mehr damit zu tun, dass ich niemanden kenne, der transsexuell ist und auch nur wenig Menschen, die z.B. homosexuell sind.

    Für meinen Geschmack wird diesem Themenkomplex der Andersartigkeit zu viel Bedeutung in den Medien beigemessen.

    Ich kenne persönlich niemanden (selbst in meinem ländlich- konservativen Umfeld), der ernsthaft etwas gegen homosexuelle Menschen, transsexuelle Menschen oder wie auch immer anders seiende Menschen hat. Sowohl Homosexualität, als auch die Tatsache, dass es Menschen gibt, die offenkundig Schwierigkeiten mit ihrem Geschlecht haben oder nicht eindeutig bestimmt sind, ist selbst auf dem Land akzeptiert.

    Der neuzeitliche Kult um dieses anders sein, geht jedoch nicht nur mir, sondern auch vielen anderen Menschen auf die Nerven.
    Ich bin nicht betroffen davon und mir sind andere Dinge einfach wichtiger.

    Die Autorin ist offensichtlich gut mit der Materie befasst und verfügt über einen guten Kenntnisstand.
    Die meisten Menschen, die durch ihr Geschlecht oder ihre Sexualität jenseits der Norm stehen, sind vielfach in Verbänden oder Netzwerken gut organisiert, beschäftigen sich sehr viel mit sich selbst und bringen ihre Themen gezielt in die Öffentlichkeit.
    Anders ist z.B. der Hype um die sogenannte „Homo-Ehe“ und die neue Rechtsprechung zu einem neuen, dritten Geschlecht, nicht zu erklären.

    Gefühlte 85 Prozent der Menschen interessiert das alles aber garnicht. Ihre Gedanken kreisen um Familie, Arbeitsplatz, Abstiegsängste usw.

    Die angesprochene Problematik ist,für die Menschen, die betroffen sind, von elementarer Wichtigkeit, für die Mehrheit der Menschen aber ganz weit weg und völlig uninteressant.
    Ich kann wirklich gut verstehen, dass Menschen die sich anders fühlen, sich nach Normalität sehnen und sich nichts sehnlicher Wünschen, als in ihrer Andersartigkeit als „normal“ angesehen zu werden, aber es ist und bleibt das Problem von Minderheiten, die scheinbar die Medien derart vor den Karren spannen können, dass es zum Problem vom Menschen wird, die in einer ganz anderen Lebenswirklichkeit leben.
    Das hat aus meiner Sicht nichts mit fehlender Menschlichkeit zu tun. Wir leben schlicht und ergreifend in unterschiedlichen Welten.

    Noch mal ganz deutlich: Jeder Mensch ist von Grund auf mit einer unantastbaren Würde ausgestatten. Jemdem Menschen hat jeder andere Mensch mit Respekt und eine wohlwollenden Haltung gegenüberzutreten. Menschen, die anders sind, in welcher Form auch immer, dürfen aufgrund ihrer Andersartigkeit nicht anders behandelt werden als jeder andere Mensch. Die Andersartigkeit bleibt jedoch.
    Es ist ein bisschen wie mit des Kaisers neuen Kleidern, aber nur weil man Unterschiede und Anderssein nicht mehr als solche benennen will, bleiben sie trotzdem bestehen.

  18. Ich habe vor vielen Jahren den Beruf des Landwirts gelernt! Dort war und ist es so, dass das Geschlecht eines Neugeborenen Tieres, anhand der äußeren Merkmale festgelegt wird. Auch hier hat die Natur ihre Launen, so hatte ich ein weibliches Tier in der Herde, das Hoden in der Schamlippen hatte, oder ähnliche Bsp.
    Ich kann nicht sagen wie die anderen Tiere in der Herde dies bewerteten, aber für mich war es so zu erkennen, das das Tier von seinen Artgenossen als weibliches Tier gesehen und auch so behandelt wurde.
    Damit will ich sagen, das dieses gesamte Theater wirklich ein Theater ist und sonst nichts!
    Als Menschen gibt es das Mitbestimmungsrecht, späterer Geschlechtsumwandlung, Namensänderung usw. und wenn jemand sich danach wohler fühlt, so sei es ihm gegönnt.
    Menschen die von Geburt an beide äußere Geschlechtsmerkmale, oder Teile davon aufzeigen, habe ich bewusst noch nichts gehört, schließe es aber auch nicht aus. Das es äußerlich als Männer erscheinende Personen gibt, die innerlich die Organe einer Frau besitzen gibt ist mir bekannt.
    Doch in der Regel finden diese Leute auch ihr Lebensumfeld und können dann mit ihrem Ich glücklich und zufrieden leben.
    Ob es hier der Einstufung in ein drittes Geschlecht bedarf ist fraglich oder besser gesagt fragwürdig. Das es Möglichkeiten eines Vermerks in den Urkunden geben könnte, wäre hier vielleicht ein Gedanke. Ob es diesen Bedarf könnten einzig und allein Betroffene entscheiden.
    Gebiets-bezogene oder Religiöse Strukturen kann man sowieso nur durch umziehen entgegenwirken.

  19. Die Toleranz in unserer aufgeklärten Gesellschaft ist (war) bereitsvollständig vorhanden. Problematisch sind die ganzen Trittbrettfahrer, die mit nervtötenden Mitteln Akzeptanz erreichen wollen und dadurch Gefahr laufen, sich (und allen anderen) jegliche Toleranz zu verscherzen. Für meinen Geschmack ist dieses 1 Promille viel zu laut und tyrannisieren die Mehrheit, wo sie nur können. Um dem Ganzen Nachdruck zu verleihen, wird alles und jedes instrumentalisiert. Häufiger wird sogar Kindern ein Furz ins Hirn gepflanzt, um die eigenen Reihen zu verstärken. An dieser Stelle wird es dann unangenehm, weil es auch etwas Sektenhaftes hat.

    Neulichst im Gespräch zur Ehe für alle:
    Der liebe Gott hat Menschen verschieden gemacht. Warum sollen sich nicht auch Männer lieben dürfen.
    Abgesehen davon, dass es mir Wumpe ist, wer sich liebt, konnte ich mir eine Gegenfrage dennoch nicht verkneifen.
    Wenn der liebe Gott es so eingerichtet hat, dass Kinder nur in Kombination von Mann und Frau gezeugt werden können, warum bestehen gleichgeschlechtliche Paare dann so unbedingt auf Adoption von Kindern?

    Hui, da hatte ich aber was gesagt.

  20. Als inniger und tief gläubiger Katholik kann ich ihnen Inhaltlich nur zustimmen. Und ich bin mir sicher das die meisten Katholiken das so sehen.

    Wenn ich mich richtig erinnere hat für Katholische Kirche etwas gegen die unsinnige Behauptung dass das Geschlecht frei wählbar ist, eben weil es gegen die Natur und die Naturwissenschaften spricht. Aber die Katholische Kirche hat nichts gegen Menschen deren Geschlechtsidentität nicht so ohne weiteres fest steht. Denn, wie sie richtig sagen, liegt es nicht an ihnen, sondern ihre Natur ist es und nun kommt mein Glaube: Ja, auch sie werden innig geliebt von Gott wir ich und alle anderen Menschen. Und ja, auch sie sind ein sehr wertvoller Mensch wie alle anderen Menschen. Und zwar genau so wie sie sind und bitte bleiben sie auch so wie sie sind.

    Ja, es gibt Katholiken (und Muslime, Buddhisten, Atheisten etc..) die das anders sehen. Aber gegen Nichtwissen hilft nur Aufklärung, Diskussion und Zuhören und gerade hier hat mich ihr Beitrag sehr beeindruckt.
    Vielen Dank!

    • so erklärt das David Berger, aus einer thomistischen Grundhaltung, auch.
      Aber die kath. Kirche weigert sich, wieder einmal, die biologische Realität anzuerkennen und zwingt uns die Seele der Genetik zu unterwerfen.

  21. Natürlich wünsche ich allen Menschen die Erfüllung ihrer Kopfgeschlechterbedürfnisse. Jedoch sollte alles in dem Rahmen bleiben, der für den Rest der Welt erträglich ist. Sie reden von einer Größenordnung von Betroffenen, die ein Fußballstadion füllt. Deshalb werde ich mich nicht meine Geschlechtereinteilung vom Phänotyp (mit Zipfelchen, ohne Zipfelchen) zum Genotyp ändern. Vom Kopf her wäre ich gerne Astronaut geworden, hat nicht geklappt, weil ich körperlich nicht dazu in der Lage war. Trotzdem laufe ich nicht im Astronautenanzug zur Arbeit. Ich mag meinen Namen auch nicht, bekomme deshalb aber keinen Nervenzusammenbruch beim Standesamt, weil ich ihn nicht ändern darf. Ich halte es zur Zeit für wichtiger, Sie und den Rest des Fußballstadions am Leben zu erhalten und zu verhindern, dass Sie von Hochhäusern fallen oder an Baukränen hängen. Das Sie angstfrei Ihr Kopfgeschlecht leben können und ohne Verletzungen durch Berlin Schöneberg kommen. Konzentrieren Sie sich lieber auf die akute Gefahr anstatt die Welt anzuprangern Ihr Kopfgeschlecht nicht anzuerkennen, denn sonst gibt es bald niemanden mehr mit diesen Luxusproblemen.
    Ein Sie jederzeit physisch beschützender Zipfelträger in Herrenhosen, den Kopfkinohilfe schützt nicht wirklich.

    • 100prozentige Zustimmung !

      Wir leben mittlerweile in einer Gesellschaft, in der jeder Einzelne und ganz besonders Minderheiten ihre Probleme und Vorstellungen auf penetrante Art und Weise in den Focus stellen, wo sie definitiv nicht hingehören.

      Ich bin nicht empathielos aber es interessiert z.B. einen fränkischen Familienvater nicht, ob sich in Hamburg oder Berliner jemand im falschen Körper gefangen fühlt.
      Ebenso wenig interessiert den in Hamburg oder Berlin gefangenen, ob der fränkische Familienvater mit seinem Geld über die Runden kommt.

      Es interessiert den fränkischen Familienvater aber, in wie weit der Familienvater in Hamburg oder in Bremen über die Runden kommt. Er empfindet Solidarität mit anderen Familienvätern. So entstehen breite Interessengruppen, die eine Vielzahl von Menschen repräsentieren, um deren Bedürfnisse sich dann eine Gesellschaft kümmert.
      Das ist eine einfache Erklärung auf Klippschulniveau dafür, wie Gesellschaft normalierweise funktioniert.

      Die Interessenverbände von Minderheiten stellen dieses völlig auf den Kopf.

      • Ich bin auch aus Franken, transsexuell und habe Kinder und Enkel. Ich arbeite auch nicht in Bars in Berlin oder Hamburg. Ich habe in Würzburg und Bamberg studiert und bin CSU Mitglied. Wo sich Menschen wie wir “ in den Focus drängen“ ist mir schleierhaft. Wir werden doch in den Medien kaum erwähnt. Beispiel: Seit 1957 gab es vier Fernsehspiele in denen Transsexualtät ein Hauptthema war.

      • und wenn wir erwähnt werden, dann nur als Freaks.
        Was völlig realitätsfern ist.

      • Trotzdem nicht gar so viel Wind drum machen. Es gibt viele Menschen, die mit erheblich bedrückenderen neurologischen und physiologischen Realitäten geboren werden. Besuchen Sie mal ein Kinderhospiz. Vielleicht ordnet sich dann das Gehirn von selbst.

    • Erzählen Sie das mal meinen amerikanischen Transgenderkolleginnen, die ausnahmslos bei der Army waren. Die erklären Ihnen wer wen beschützt.

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