„Wer sind diese Experten“ heißt eine neue Rubrik, mit der das Magazin Info-Direkt gestern an die Öffentlichkeit ging. dabei sollen sog. „Rechtsextremismusexperten“, die derzeit bei den Medien in Deutschland und der Schweiz Hochkonjunktur haben, näher unter die Lupe genommen werden. Den Start mach Jerome Trebing, alias MenschMerz:

Wir beginnen mit Jerome Trebing alias „MenschMerz“, den uns beispielsweise Die Zeit als „absoluten Fachexperten, wenn es um die Identitären geht“, präsentiert. Zudem agitiert Trebing auch gegen die FPÖ sowie Burschenschaften und hat gerade eine Vortragstour gegen das patriotische Zentrum in Halle hinter sich. Auch Info-DIREKT ist regelmäßig Ziel seiner Agitation.

Im „Zeit“-Artikel spricht er von „Lügen, Wut und Verleumdung“ gegen ihn als Kritiker der Rechten und präsentiert sich als bewusst bürgerlicher Experte. Doch ein genauer Blick zeigt etwas anderes.

Jerome Trebing alias „MenschMerz“

Auf Twitter schreibt Trebing unter dem Tarnnamen „MenschMerz“. In geglaubter Anonymität lässt er dort jedes bürgerliche Auftreten fallen. Beispielsweise freut er sich über die Zahl „1312“ – einen bekannten Code für den Antifa-Spruch „All Cops are Bastards“.
ACAB

Außerdem bekennt er sich öffentlich zur Antifa. Als 2016 gewaltbereite Antifaschisten die friedliche Demonstration in Wien attackierten, postete er ein Foto der „161 Crew Wien“ auf Twitter. Dazu der Spruch: „…verteilt Fäustchen im Parter für Ibster heute gratis! Ich liebe dich noch immer, #161“. Bei der 161 Crew handelt es sich um eine besonders radikale und offen gewaltbereite Antifa-Strömung, die mit „verschiedenen Aktionen antifaschistische Praxis auf die Straße tragen möchte“. Auf Facebook wird nicht nur „Kein Friede mit Österreich!“ skandiert, sondern es wird auch offen Gewalt gegen Andersdenkende glorifiziert – darunter auch der gewalttätige Anschlag in Halle. Ein konsequentes Vorgehen des Verfassungsschutzes gegen diese Gewaltverherrlichung ist ausgeblieben.

Auch als im Juli 2017 die Antifa den berühmten „Hackherlöwen“ in Graz mit pinker Farbe beschmierte und den Spruch „161 Idis Boxen“ – einen Gewaltaufruf der „161 Crew“ – hinterließ, bekam die Antifa von Jerome Trebing dafür Applaus per Twitter.Der Schaden für die Reinigung des Grazer Wahrzeichens betrug mehrere tausend Euro. Gleichzeitig teilte Trebing die „Autonome Antifa Wien“, eine Antifa-Organisation aus Wien, die sich offen zu Gewalt bekennt und auch in antifaschistischen Straftaten kein Problem sieht. Zu demokratischen Wahlergebnissen – wie etwa nach der letzten Nationalratswahl – äußert sich die „Autonome Antifa Wien“ etwa mit Sprüchen wie „Österreich Du Nazi“ .

Mitten im linksextremen Milieu

Doch nicht nur auf Twitter sind die Verbindungen Trebings (alias @MenschMerz) zum linksextremen und militanten Antifa-Milieu eindeutig. Am 17.09.2016 griff eine Antifa-Gruppe am Rande einer Anti-TTIP-Demonstration einen Aktivisten der Identitären Bewegung an. Darunter soll sich auch Jerome Trebing und ein weiterer „Sozialarbeiter“ befunden haben. Die Polizei musste eingreifen und unter anderem Jerome Trebing am Boden fixieren. Es folgte ein Ermittlungsverfahren wegen Verdachts auf Raufhandel und Körperverletzung. Der Stand des Verfahrens ist bisher unbekannt.

Jerome Trebing wird fixiert. Bild: Info-DIREKT

Auch in Berlin war Jerome Trebing nicht alleine. Ein Video zeigt ihn gemeinsam mit Julia Spacil auf einer Demonstration gegen die Identitären im Juni. Bei Spacil handelt es sich nicht nur um ein Mitglied der SPÖ-Studenten (VSStÖ), sondern auch um eine der zentralen Figuren des Wiener Antifa-Milieus.

Spacil und Trebing gemeinsam in Berlin; Bild: Info-DIREKT

Obwohl er mit zentralen Figuren der linksextremen Antifa auftritt, beteuert er im Blog der Zeit: „Allein der Vorwurf, dass Vorträge direkt zu Gewalttaten führen, ist natürlich vollkommen absurd.“ Eine Schutzbehauptung, die seine Nähe zu gewaltbereiten Gruppen verschleiern soll. Denn auf Twitter hält er sich mit Gewaltaufrufen nicht so zurück und schreibt ausdrücklich, dass es eben keine Vorträge brauche, sondern „Fäuste“ – also rohe Gewalt.

Er geht so weit, ihnen „richtige Schmerzen“ zufügen zu wollen:

Mit Staatsgeldern finanziert

Dabei wird Trebing von SPÖ und Grünen auf Umwegen mit Steuergeldern finanziert. Sein Beruf: Er ist Sozialarbeiter bei „Streetwork Wieden“. Dort widmet sich der bekennende Antifaschist jungen Menschen im Alter von 12 bis 26 Jahren. Streetwork Wieden ist Teil der Initiative von „Rettet das Kind“ und wird aus Mitteln der Stadt Wien finanziert. Außerdem fließen aus Mitteln des Bundes hunderttausende Euro an die Organisation, die sich als privat, überparteilich und überkonfessionell beschreibt. Unsere Anfrage, wie das mit der öffentlichen Tätigkeit von Jerome Trebing zusammenpasst, blieb bisher unbeantwortet. Auch eine klare Abgrenzung vom gewaltbereiten Antifa-Mileu ist uns bisher nicht bekannt.

Außerdem schrieb Jerome Trebing für den Mandelbaum-Verlag in einem Anti-FPÖ-Buch des Wiener Antifa-„Journalisten“ Michael Bonvalot. (Hier mehr zu Bonvalot, der selbst der Zeit zu radikal war!) Auch der Mandelbaum-Verlag wird massiv mit Steuergeldern ausgestattet. Er erhält jährlich Fördermittel sowohl von der Stadt Wien als auch vom Bundesministerium für Wissenschaft und Kultur. Im Jahr 2015 erhielt der Verlag eine Förderung von 68.000 Euro, wie der Kunst- und Kulturbericht des Bundeskanzleramtes ausweist. Uns ist der Verlag deshalb aufgefallen, weil er seine Räumlichkeiten dem umstrittenen Verein „W23“ zur Verfügung stellt und damit bis Jänner auch der linksextremen „Autonomen Antifa Wien“ einen Platz für regelmäßige Treffen bot. Erst nach den Enthüllungen von Info-DIREKT flog die Autonome Antifa Wien raus.

Außerdem gibt es eine beachtenswerte Vortragstätigkeit. Zuletzt zog Trebing mit Vorträgen gegen das (bereits oben erwähnte) patriotische Zentrum in Halle durch Deutschland. Am 20. Oktober war er in der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. Gastgeber war die ominöse „Antifaschistische Organisation Bonn“. Am 21. Oktober war der Wahlwiener in Dresden zu Gast und präsentierte sein Halbwissen in einem örtlichen Antifa-Café. Am nächsten Tag, dem 22. Oktober, wurde seine Tour im nach öffentlicher Förderung strebenden Zentrum „Neues Schauspiel“ in Leipzig fortgesetzt. Einen Tag vor dem Antifa-Anschlag am 23. Oktober war Trebing in Halle. An der Martin-Luther-Universität durfte er in einem universitären Hörsaal (!) auf Einladung der linksextremen, offen gewaltbereiten Kampagne „Kick them out – Nazizentren dichtmachen“ seine „Erkenntnisse“ zum Besten geben.

In Österreich wird er etwa von der Alpen-Adria-Universität eingeladen sowie von der Plattform „Depot“ (vomroten Bundeskanzleramt und der rot-grünen Stadt Wien finanziert) oder von der österreichischen Hochschülerschaft. Wie viel Geld aus dem Steuertopf dabei an Jerome Trebing fließt, ist nicht bekannt.

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Erstpublikation: Info-direkt