Ein Gastbeitrag von Jürgen Fritz

Die Publizistin Ines Laufer, die auf Facebook etliche tausend Freunde und Abonnenten hat, wurde dort erneut gesperrt. Dies ist bereits dass dritte Mal in vier Monaten, dass der Zensurerfüllungsgehilfe der Bundesregierung zu dieser drastischen Maßnahme greift und damit das Recht auf freie Meinungsäußerung radikal einschränkt. Lesen Sie hier den absurden Grund dieser neuerlichen demokratiefeindlichen Repressalie.

Ines Laufer ist, wie auch ich selbst, erneut für 30 Tage vom öffentlichen, politischen Diskurs auf Facebook aus dem Verkehr gezogen. Die phrasenhafte Begründung ist die immer gleiche. Etwas – das von einem unliebsamen User gepostet wurde, der andere politische Ansichten hat und auch noch so unverschämt ist, diese öffentlich zu äußern – würde angeblich gegen die „Gemeinschaftsstandards“ von Facebook verstoßen, wobei das Lösch- und Sperrzentrum nie in der Lage ist, dies zu spezifizieren. Als Begründung für die Sperre gab Facebook an, dass Ines Laufer den folgenden Text von Monika Schneider geteilt habe, welcher auch auf Jouwatch publiziert wurde.

Monika Schneider:

„Ich bin quietschbunt und liebe die Farben dieser Welt. Ich bin sperrangelweit offen für alle Menschen. Ich mag fremde Sprachen, Gerüche, Essen und Landschaften. Mich faszinieren Kunst und Architektur im Ausland. Ich habe homosexuelle Verwandte und Freunde und ich will sie um nichts missen. Ich bin wahnsinnig tolerant und kann von Vielfalt nicht genug bekommen, weil ich neugierig bin. Ich fühle mich wohl in meiner Heimat, die mich geprägt hat und zu der es mich immer wieder hinzieht. Ich habe meine Chancen genutzt und kann arbeiten, was ich will – und werde ordentlich bezahlt. Und ich bin Nazi.

Ich bin Nazi, weil ich dieses Leben bewahren will. Ich bin Nazi, weil ich unsere erkämpften Werte wie Aufklärung, Demokratie, Meinungsfreiheit und Gleichberechtigung nicht aufgeben will. Ich bin Nazi, weil ich mich im selber erarbeiteten Wohlstand wohl fühle. Ich bin Nazi, weil ich denke, dass eine ungesteuerte Zuwanderung zumeist unqualifizierter junger Männer dieser Gesellschaft vor allem Probleme bereiten wird. Ich bin Nazi, weil ich befürchte, dass unser soziales System, das von Solidarität und Gerechtigkeit lebt, die – in vielen Fällen lebenslange – Alimentierung von vielen weiteren Menschen, die das nicht so sehen, nicht überstehen wird.

Ich bin Nazi, weil ich den Islam in seiner einzig möglichen Auslegung und Auslebung zutiefst ablehne. Ich bin Nazi, weil ich Frauen mit Kopftuch oder Verschleierung als unfrei empfinde. Ich bin Nazi, weil ich lieber in den armen Regionen dieser Welt monetär helfen würde, anstatt hier für ein Vielfaches vergleichsweise wenige Menschen mit Rundum-Betreuung zu versorgen. Ich bin Nazi, weil ich die Politik der Regierung für grundlegend falsch halte und die Grünen nur noch abstoßend finde.

Die Medien geben mir Recht: ich bin Nazi. Man liest es jeden Tag. Ich bin auch rechtsextrem und Bodensatz. Ich bin Pack und abgehängt. Ich hasse Modernisierung und lebe im braunen Sumpf. Aber ich kann noch aufrecht stehen und mein Spiegelbild betrachten, ohne dass mir übel wird. Und ich bin nicht alleine. Ganz viele Menschen denken wie ich. Und darum werde ich auch morgen noch gerne Nazi sein.“

Soweit der Text von Monika Schneider. Und Ines Laufer ergänzte ihn noch mit dem Satz:

„Danke, liebe Monika Schneider – und ich bin übrigens gerne deine Nazi-Freundin“.

Was in Wahrheit hinter diesen Zensur- und Mobbingmaßnahmen steckt

Es ist – wie gesagt – die dritte 30-Tages-Sperre, die innerhalb der letzten vier Monate gegen Ines Laufer verhängt wird. Ich selbst bin seit Mitte Mai zum fünften Mal gesperrt. Was dahinter steckt hat eine ehemalige Facebook-Mitarbeiterin, die einige Monate in einem Löschzentrum tätig war, im Interview mit Hanno Vollenweider detailliert beschrieben. Ich zitiere:

„Auch Sachen, die Kritik z.B. an der Europäischen Union waren und auch Kritik an der Regierung, nicht nur wegen der Flüchtlingspolitik, sollten wir, so gut es geht, filtern. Außerdem hat man uns da noch mal ganz konkret darauf hingewiesen, dass wir niemanden, nicht mal unseren Eltern, detailliert erzählen sollen, was wir machen. Da habe ich dann auch angefangen, an der ganzen Sache zu zweifeln. Das hatte dann alles schon was von einem Geheimdienst in einem schlechten Film (…).

Wir hatten eine Liste mit mehreren tausend Nutzern, die durch das mehrfache Posten von extremen Inhalten aufgefallen waren. Wir haben dann diese Leute versucht, sehr aktiv einfach – ich nenne es mal „wegzumobben“, indem wir denen immer wieder das Konto gesperrt haben oder Funktionen eingeschränkt wurden, dass sie z.B. mal für 30 Tage gesperrt waren oder 7 Tage nichts mehr posten konnten. Klar, die ganz heftigen konnten wir schon löschen, weil sie ja dann gegen die Facebook-Bestimmungen verstoßen hatten. Aber bei denen, die eigentlich nichts Verbotenes posten, sondern nur Sachen, die halt rechts sind, haben wir eben diese Methoden aufgefahren. Das war in sehr vielen Fällen auch von Erfolg gekrönt. Über die Hälfte der vorübergehend gesperrten Profile – so hat man mir das zumindest gesagt – haben dann keinen Ausweis eingeschickt, um wieder entsperrt zu werden, und haben die dann wohl einfach aufgegeben.“

Etwas ist faul im Staate Dänemark

Soweit die Zitate aus dem Interview. Siehe dazu auch meinen Artikel Wie Facebook im Auftrag der Regierung die Demokratie bekämpft – eine Insiderin packt aus.

Zensur und systematische Unterdrückung von politischen Gegnern passt zu einer Diktatur, genauer zu einem totalitären Regime, nicht aber zu einer freiheitlichen, menschenrechtsbasierten Demokratie. Just dies will die Bundesrepublik Deutschland aber sein, siehe Art. 1 bis 19 Grundgesetz. Ergo: Etwas ist faul im Staate Dänemark.

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Der Beitrag erschien zuerst auf dem äußerst empfehlenswerten Blog meines Freundes und Mitstreiters Jürgen Fritz.

Obwohl wir in vielen Punkten, wo es um die Religion geht, unterschiedlicher Meinung sind, kämpfen wir in großer Einigkeit und gegenseitiger Hochschätzung dort zusammen, wo es um elementare Grund- und Freiheitsrechte des Menschen und um den Erhalt bzw. die Wiederherstellung unserer offenen Gesellschaft geht.

So wird er auch keine Probleme damit haben, wenn ich hier den Kirchenvater Augustinus zitiere:

„In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas“

(„Im Notwendigen herrsche Einmütigkeit, im Zweifelhaften Freiheit, in allem aber Liebe“).

In diesem Sinne geht es hier zu seinem Blog

JÜRGEN FRITZ