CSU & Bündnis-Grüne in der politischen Vielehe? Diese Ehe kann nur scheitern oder zur völligen Auflösung der CSU führen. Ein Gastbeitrag von Adam Elknakhal

Die gemerkelte und geseehoferte CSU macht das Unmögliche möglich: Jamaika in Deutschland. Die CSU übt den Spagat von exakt 180 Grad zwischen der Rückgewinnung von konservativen Wählern im Freistaat und der Koalition mit grünen Linksradikalen, die „Nie wieder Deutschland“ skandieren, Cannabis legalisieren wollen, sich in der Lage sehen den Scharia-Islam einzubürgern und sich über und auf die gegenwärtigen und künftigen Veränderungen freuen.

Dieser 180-Grad-Spagat (eventuell mögen es auch nur 179,9 Grad sein) zwischen christlich-konservativer, freiheitlicher Politik für den Wähler im Freistaat und den Vorstellungen von der Weltretterin im Kanzleramt, biegsamen Gelbliberalen und ökosozialistischen Grün*innen dürfte mehrere Knochenbrüche, Muskelrisse und blaue Flecken verursachen.

Schlimm ist dies nicht, da zu befürchten ist, dass die CSU-Parteiführung in München diese Verletzungen beharrlich ignorieren wird – so wie der Wille der bayerischen Bevölkerung und CSU-Mitglieder nach Grenzen und Obergrenzen in den vergangenen zwei Jahren beharrlich ignoriert wurde und irgendwie auch immer noch wird.

Außerdem weiß jeder Sportler, dass ein Spagat dieses Ausmaßes nicht über vier Jahre zu halten sein wird. Entweder geht das rechte Bein nach links, um die Koalition mit Mutti, Pro-Islam-FDP und Grünstalinisten zu halten. Oder das linke Bein geht nach rechts, um die Landtagswahl 2018 zu retten und die Blauen klein zu halten.

Nur eines wird nicht gehen: Dieses Himmelfahrtskommando bis 2021 glaubwürdig durchzuhalten, in Berlin mit Roth*in und Konsorten*innen zu kuscheln und in Würzburg, Fürth, Augsburg, Grünwald, Regensburg, Erding und Passau in bayerischen Bierzelten den bodenständigen konservativen Bayern und Christsozialen zu geben. Das wird nicht funktionieren.

Denn Blau ist nicht nur die Farbe der bayerischen Heimat. Blau ist auch die Farbe der AfD. Wenn die CSU nicht liefert und in Berlin den Linksritt mitmacht, dann wird der AfD-Pfeil im Freistaat Bayern weiter steil bergauf wandern.

Es ist abzusehen, dass die Grün*innen auf ihre Kernforderungen (Mehr Genderideologie, mehr Appeasement gegenüber dem Islam, mehr Migration, mehr Verbote im Namen der Ökoreligion, mehr Hass und Hetze gegen den deutschen Nationalstaat) nicht verzichten werden.

Frau Merkel und die Luftblase FDP werden sich im Zweifel auf die Seite der Grünen schlagen.

Mit ihren bundesweit sechs Prozent ist die CSU ohnehin keine allzu große Nummer mehr. Im Notfall kann die Merkel-CDU mit wechselnden Mehrheiten der politischen Linken auch ohne den bayerischen Landesverband regieren.

Es ist jetzt an der CSU den bayerischen Wählern und der gesamtdeutschen Öffentlichkeit zu erklären, wie sie sich eine Zusammenarbeit mit Bündnis 90/Die Grün*innen vorstellen und welchen Weg die „bayerische Volkspartei“, die seit 2015 kläglich als Verteidigerin des Rechtsstaates versagt hat, künftig beschreiten möchte. Der Bayernplan ist Geschichte. Jetzt braucht die CSU erst einmal einen Plan für sich selbst. Der CSU-Plan muss her, bevor beim CSU-Spagat beide Beine vom Korpus abgetrennt werden.

Man darf gespannt sein.

Die Bayern dürfen dagegen ganz entspannt sein. 2018 ist Wahl.

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