(David Berger) Die meisten Talks im Nanny-TV sind größtenteils entbehrlich. Das war gestern bei „Anne Will“ nicht anders. Mit einer Ausnahme:

Die Äußerungen des Landesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter (BDK), des Hamburger Polizisten Jan Reinecke, offenbarten Bitteres über den Zustand unserer Regierung, besonders zu deren Verhältnis zu denen, die „schon länger hier sind“.

Auch wenn sich Peter Altmaier ahnungslos gab, schon lange vor dem Gipfel scheint klar gewesen, dass die Polizei keine Chance hatte, „die Bürger zu schützen, diese Aufgabe war gar nicht machbar“, so Reinecke.

Das BKA hat dies lange vor dem Gipfel auch den Politikern mitgeteilt, was dann tatsächlich passierte, sei in dieser Mitteilung bereits als Szenario aufgezeichnet gewesen: die maßlosen Gewaltausbrüche der linksextremistischen Szene, deren Hass sich vor allem auf die Polizisten richtete, brennende Autos und verwüstete Geschäfte. Auch, dass es „um Leib und Leben der Beamten“ gehen würde, habe man den Politikern mitgeteilt.

Dadurch entstand bereits im Vorfeld das Dilemma, dass die Polizei entweder die Mächtigen oder die Bürger schützen kann.

Es hieß Prioritäten setzen, sich zwischen der Sicherheit des Konzertes in der Elbphilhamonie und der einfachen Bürger Hamburgs zu entscheiden. Und das machte man dann offensichtlich auch. Und entschied sich für den Eigenschutz, nahm damit die Gefährdung der Bürger ohne mit der Wimper zu zucken hin. Der Landesvorsitzende des BDK, Reinecke dazu:

„Die Polizei konnte die Hamburger Bürger nicht schützen, weil es erste Priorität war, die Gipfel Teilnehmer zu schützen. Deshalb konnte SEK nicht eingesetzt werden … Das war so: Der Schutz der Gipfelteilnehmer hatte erste Priorität, die Bürger der Stadt zu schützen, hatte Priorität zwei“.

Kurz danach brach übrigens die Sendung ab, schwarzer Bildschirm für mehr als 10 Minuten: Störungsanzeige … Technisches Versagen, wir die ARD später bekannt geben: ein Schelm, besser ein böser Verschwörungstheoretiker, wer Böses dabei denkt!