(David Berger) Die Wutrede des Rock am Ring Veranstalters Marek Lieberberg hat ihre Wirkung nicht verfehlt. Der sagte vor knapp zwei Wochen, er wolle

„endlich mal Demos sehen, die sich gegen die Gewalttäter richten. Ich hab‘ bisher noch keine Moslems gesehen, die zu Zehntausenden auf die Straße gegangen sind und gesagt haben: Was macht ihr da eigentlich?“

Nach vielen Jahren und Dutzenden von unwidersprochenen Massakern durch fanatische Muslime haben sich einige in Deutschland lebende Muslime doch aufgerafft und wollen am kommenden Samstag unter dem Motto „Nicht mit uns“ in Köln gegen „islamistischen Terror“ demonstrieren.

Doch bereits jetzt kann diese Aktion als gescheitert betrachtet werden:

a) Zum einen entstand von der ersten Minute an der Eindruck, dass man jetzt mehr oder weniger willig und nur deshalb auf die Straßen geht, weil es nicht mehr anders geht, weil der Druck der Öffentlichkeit in Deutschland zu groß geworden ist. Schon in dem Aufruf der Veranstalter wird sofort der Islam in Schutz genommen: All diese Terrorakte hätten mit dem Islam nichts zu tun. Warum dann Muslime dagegen auf die Straßen gehen sollen, bleibt schleierhaft.

Zurecht schreibt Unzensuriert.de: „Der Terrorismus, so die Organisatoren auf ihrer Homepage, dürfe nicht im Namen des Islam missbraucht werden, aber auch nicht im Namen „anderer Religionen oder Ideologien“. So wird dann eben doch generell gegen „Extremismus, Terrorismus, Krieg und Diktatur“ demonstriert und auf eine explizite Islamismus-Kritik verzichtet. Man demonstriere schließlich nicht, weil man sich als Moslem von der Gewalt distanzieren müsse.

So soll auf der Demo auch nicht auf den Terror des „Rechtsextremismus“ vergessen werden, etwa in Form des NSU oder der Gruppe Freital. Kritiker werfen den Organisatoren hingegen vor, durch solche Aktionen bewusst eine Reformdebatte im Islam zu verhindern und so den Islam zu popularisieren und Widerstand gegen ihn zu delegitimieren.“

Und Necla Kelek bemerkt in EMMA:

„Liest man den Aufruf, den Kaddor verfasst hat, beschleicht einen der Eindruck, es geht hier weniger um Protest gegen Terrorismus im Namen des Islam. Sondern es geht hier wohl vor allem darum, sich die Hände in Unschuld und den Islam reinzuwaschen. Das signalisiert schon der Name: Ramadan-Friedensmarsch. Damit stellen die Veranstalter ausgerechnet den Protest gegen den Terror unter ein religiöses Motto: Ramadan, die von Strenggläubigen praktizierte Fastenzeit.“

b) Der Eindruck, dass die Demo einfach nur im Rahmen der muslimischen Taqiyya (der absichtlichen Täuschung der „Ungläubigen“) des „liberalen Islam“ zu verstehen ist, verstärkt sich, wenn man weiß, von wem die Idee zu der Demonstration ausging: von Lamya Kaddor. Die gilt als Vertreterin des „liberalen Islam“, war mehr als zehn Jahren als islamische Religionslehrerin tätig. Aber gleich fünf ihrer früheren Schüler aus Dinslaken zogen als Gotteskrieger in den Dschihad.

Sie ist für ihr perfides Agieren bekannt: so ist sie sehr schnell bei der Hand, wenn es darum geht, für angebliche Morddrohungen gegen sie, Islamkritiker wie Henryk M. Broder verantwortlich zu machen.

c) Obwohl es sich bei dieser Demo – ähnlich wie bei der Berliner Islamisten-Veranstaltung am Breitscheidplatz – eher um eine Werbe-Demo für den Islam, ja Islamismus (wenn man denn diese Unterscheidung übernehmen will), als gegen den islamischen Terror handeln dürfte, hat die türkisch-islamische Union Ditib gestern bekannt gegeben, dass sie nicht an der Demonstration teilnehmen wird: Forderungen nach „muslimischen“ Anti-Terror-Demos seien unberechtigt,

„stigmatisieren die Muslime und verengen den internationalen Terrorismus auf sie, ihre Gemeinden und Moscheen – das ist der falsche Weg und das falsche Zeichen, denn diese Form der Schuldzuweisung spaltet die Gesellschaft“

ließ man die erstaunte Öffentlichkeit wissen.

Wenn diese Demo also jemals zeigen wollte, dass der Islam nichts mit dem Terror zu tun hat und dass Muslime zum Großteil nicht mit dem Allahu Akbar-Terror einverstanden sind, ist dieser Schuss jetzt schon kräftig nach hinten losgegangen. Die Demonstrationsaufrufe, die Distanzierung von Ditib, die unglaubwürdige Initiatorin stützen den von Vielen seit langem gehegten Verdacht:

Auch in Deutschland gibt es keinen nennenswerten Protest von Muslimen gegen den Islam-Terror.

Das ist den Muslimen auch gar nicht zu verdenken, wenn sie wirklich gute Muslime sein und den Koran ernst nehmen wollen. Das können und wollen Islamophile nur nicht verstehen. Aber die Muslime werden es ihnen verständlich machen, selbst wenn dieser Lernprozess durch die Demo am Samstag noch etwas verzögert werden sollte.

***

Update, 15.06.17, 19,00: Die Veranstalter der „Friedensdemo“ haben bereits auf diesen Beitrag reagiert:

twitter