Gastbeitrag von Gerald Engel

Von Claudia Roth, Kathrin Göring-Eckardt und ihren Grün*innen ist der geneigte Wahlbürger gewohnt, Absurdes und Idealisierendes zu allem Fremdem, vor allem zu Muslimen, zu hören. Man denke an Görings Bekundung, wie sehr sie sich doch auf die drastische Veränderung unseres Landes durch die Asylwelle freut.

Aber sind weite Teile des Wahlvolkes wirklich besser?

Zumindest ein Gutteil des akademischen Milieus scheint durch die unablässige Betröpfelung mit grünem Gedankenschlecht in Schule, Kirche, Familie, Freundeskreis, Medien und Universität der Denkweise von Roth, Göring & Co. erstaunlich nahe zu sein.

Jeder Liberale und Konservative hat diese Erfahrung nicht erst seit der Asylkrise im Sommer 2015 gemacht. Und hat sich wahrscheinlich nicht wenig gewundert, wie apologetisch und idealisierend zum Beispiel der Islam in gebildeten Kreisen seit dem 11. September 2001 gesehen wird, trotz (oder gerade wegen?) der Unzahl katastrophaler Nachrichten, die seitdem über unsere Bildschirme geflimmert sind.

Manchmal fasst sich aber selbst ein Grünfug-abgehärteter konservativer Katholik wie ich noch an die Stirn.

Gerade erzählte ich einem Bekannten, Physiker mit Promotion, von der türkischen Hochzeitsgesellschaft, die mit etwa 15 Karossen zur Feier der Vermählung und mutmaßlich auch des Erdogan-Referendums die Autobahn 2 in Niedersachsen auf allen drei vorhandenen Fahrspuren blockierte, um Familienfotos auf dem Asphalt zu schießen.

Das dazu notwendige Parken auf der Autobahn verursachte beinah mehrere Auffahrunfälle, was die Polizei auf den Plan rief, die aber angesichts der Gefährlichkeit der männlichen Jungtürken zunächst auf Verstärkung warten musste.

Der Bekannte zeigte sich daraufhin erstaunt und meinte, dass „so etwas nicht gehe“.

Zugleich gab er aber zu bedenken, dass nationalistische Türken in Deutschland besser seien als eine „rechte Regierung“.

Auf meinen Einwand hin, dass es doch gleich sei, ob nun Türken oder Deutsche rechtsradikal seien, entgegnete er, dass die Erdowahnfreunde unter den Türken doch gar nicht unbedingt wüssten, was im Heimatland vor sich gehe und man daher gar nicht eindeutig sagen könne, ob sie rechts seien und so weiter.

Eigentlich ist diese Aussage für sich genommen nicht so wichtig, weil leider Standard in gebildeten Kreisen. Wohl aber zeigt sie aufs deutlichste, wie tief die politisch korrekte Weltanschauung in das Denken (oder besser: Fühlen) der Europäer eingedrungen ist.

Selbst ein bestens rational trainierter Mensch ist kaum in der Lage, die Absurdität seines gelernten Weltbildes zu erkennen.

Europäische Kultur ist suspekt und darf pauschal verdammt werden, fremde Kulturen und Religionen sind sakrosankt und müssen mit Hand und Fuß verteidigt werden, basta. Der Wilde ist edel, wir nicht.

Solange diese Denkweise in unserer Kultur die vorherrschende (nicht die häufigste) ist, ist nicht mit der Einkehr von Vernunft in die Politik zu rechnen. Die Grenzen bleiben für jedermann offen, Diktator Erdogan wird wie ein rohes Ei behandelt und die Islamverbände wie DITIB & Co. erhalten weiterhin Privilegien.

Ich denke, die grüne politische Korrektheit kann nur durch Erfahrung langsam von der Vernunft verdrängt werden.

Dafür allerdings bieten der IS und seine Fans, und Muttis Fachkräfte jetzt und in Zukunft viele Gelegenheiten. Irgendwann wird jeder ein „Erlebender“ sein können und die Möglichkeit haben, etwas dazuzulernen.