(David Berger) In Heidelberg ist ein Mann mit einem Mietwagen in die Fußgängerzone gerast. Vor der Bäckerei am Kaufhof erfasste er mindestens drei Personen. Wie schwer deren Verletzungen sind, ist bislang unbekannt. Der SWR spricht von einem Schwerverletzten. (Update 25.02.17, 21.40: einer der drei Verletzten ist inzwischen im Krankenhaus verstorben, Quelle: BR).

Nachdem das Auto zum Stillstand kam, soll er Augenzeugen zufolge mit einem schwarzen Messer seinen Amoklauf fortgesetzt haben.  Auf Twitter berichten Augenzeugen von Polizei mit Maschinengewehren. Außerdem warnten viele Heidelberger auf Facebook ihre Freunde, in die Altstadt zu kommen.

Die Polizei konnte ihn vor wenigen Minuten niederschießen, nachdem er der Aufforderung, sein Messer fallen zu lassen, nicht nachkam. Über den Mann ist nichts weiter bekannt, die RNZ spricht in gewohnter Weise von einem „psychisch labilen Mann“.

Dazu ein Kommentator auf Twitter:

„Die Medien faszinieren mich, noch gibt es weder Name, Alter oder Herkunft das Täter, aber schon vollständige Psychoanalysen.“

 

Update 25.02.17, 20.30: Goldener Bär des Nannyjournalismus geht an FAZ

Unser „Goldener Bär“ für Nannyjournalismus geht diese Woche an die FAZ. Die schreibt zu dem Vorfall:

„… Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund gab es nach Angaben der Polizei zunächst nicht. Es war demnach auch nicht klar, ob der Mann mit Absicht oder aus Versehen in die Menschenmenge fuhr und ob er dann bei seiner Flucht Menschen mit dem Messer bedrohte. Auf Bildaufnahmen waren Uniformierte und Polizeiwagen zu sehen, auf einem Video war auch ein Schuss zu hören.“

Ein Mann, der „aus Versehen“ in die Fußgängerzone rast – um dann „aus Versehen“ mit einem Messer in der Hand weiter durch die Innenstadt zu laufen, bis er „aus Versehen“ von der Polizei mit einem Schuss niedergestreckt wird?

Liebe Kollegen von der FAZ, ich nehme an solch einen Blödsinn wolltet ihr uns „nur aus Versehen“ auf die Nase binden …

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Update 26.02.17, 12.50:

Heute hat die Polizei bekannt gegeben dass es sich bei dem Amokläufer um einen   „35jährigen Deutsche ohne Migrationshintergrund“ handelt. Von daher wird vermutlich auch die Annahme der FAZ hinfällig.

Foto: (c) Twitter

41 Kommentare

  1. Diese Art der politisch korrekten „Berichterstattung“ ekelt einen nur noch an. Das ist so durchschaubar und die Journalisten halten sich dabei noch für clever. Es gibt nur noch Bejahung oder Verneinung, je nach Täterprofil.

    Falsche (unerwünschte) Tätergruppe, meist Islamhintergrund = Verneinung & Verniedlichung auch wenn Menschen schwer verletzt oder getötet wurden.
    „… Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund gab es nach Angaben der Polizei zunächst nicht.“
    NEIN, nein, nein. Das darf nicht sein!
    ————————
    Richtige (erwünschte) Tätergruppe, bevorzugt Sachsen = Bejahung & Aufbauschen auch wenn es nur ein Knallbonbon an einer Moscheetür war.
    „…Womöglich rechtsextremer Anschlag…“
    Ja, ja, ja. Das muss so sein!

  2. Ich fand es schon verblüffend, dass in allen Videotextinformationen, die ich dazu las, dabei stand: das es völlig unsicher sei, ob es sich um einen Terroranschlag handeln würde.

    Das fand ich schon verdächtig.

    Ebenso verdächtig:
    Dafür dann aber gleich die Überschrift: Amoklauf – die auch wieder darauf hinweist, dass man schon von vornherein „psychische Dinge“ in Anspruch nehmen will für diese Art Verbrechen.

    Schaue gerade in den ARD VT, um zu sehen, ob es Neuigkeiten gibt. Zumindest nicht in der Hauptübersicht. Dafür aber:

    „Viele Angriffe auf Flüchtlinge“ als Thema.
    Immerhin stellt man eine Zahl von insgesamt 3500 f´r 2016 vor. Schon sehr schlimm, wenn das zutreffen sollte. Mir kommt es zu hoch vor. Es gab natürlich welche, aber so viele – davon hätte man ebenfalls gelesen.

    Die Strategien dieser Art Medien sind wirklich eklig und sehr einfach durchschaubar.

  3. Die FAZ hält es für möglich, dass der Mann „aus Versehen“ Amok gelaufen ist

    „… Anhaltspunkte für einen terroristischen Hintergrund gab es nach Angaben der Polizei zunächst nicht. Es war demnach auch nicht klar, ob der Mann mit Absicht oder aus Versehen in die Menschenmenge fuhr und ob er dann bei seiner Flucht Menschen mit dem Messer bedrohte. Auf Bildaufnahmen waren Uniformierte und Polizeiwagen zu sehen, auf einem Video war auch ein Schuss zu hören.“
    Ein Mann, der „aus Versehen“ in die Fußgängerzone rast – um dann „aus Versehen“ mit einem Messer in der Hand weiter durch die Innenstadt zu laufen, bis er „aus Versehen“ von der Polizei mit einem Schuss niedergestreckt wird?

    Liebe Kollegen von der FAZ, ich nehme an solch einen Blödsinn wolltet ihr uns „nur aus Versehen“ auf die Nase binden …

  4. Die angeblich psychisch labilen „Männer“ mit ihren Amokfahrten / – läufen gehören fast zu 100 Prozent dem islamischen Kulturkreis an oder sind einheimische Konvertiten.

    Die Berichterstattung ist in allen Fällen identisch: Man weiß angeblich nichts über den Täter außer, dass er „psychisch labil“ ist und ein terroristischer Hintergrund kann bis auf Weiteres ausgeschlossen werden.

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