(David Berger) Mit teilweise großer Begeisterung haben Menschen in den USA die neuesten Äußerungen des amerikanischen Präsidenten zu den Medien aufgenommen. Er habe nun endgültig die Fake Medien in Brand gesetzt, am Ende werde nur Asche übrig bleiben, aus der ein ganz neuer Journalismus und neue Medien hervor gehen könnten

– so die Meinung zahlreicher US-Amerikaner in den sozialen Netzwerken auf die jüngste Pressekonferenz ihres neuen Präsidenten.

Mehr als eine Stunde lang hatte Trump Bilanz zu seiner bisherigen Amtszeit gezogen. Aber auch noch einmal von den schweren Ausgangsbedingungen gesprochen:

Seine Vorgängerregierung habe innen– wie außenpolitisch ein katastrophales Chaos hinterlassen.

Noch immer gäbe es an zahlreichen staatlichen Stellen Leute, die aus der Obama-Zeit übrig seien und sich bemühten, dass die Verbesserungen möglichst langsam umgesetzt werden.

Auch die neue Personalentscheidung lässt aufhorchen: Mit dem Juristen Alexander Acosta erhält der erste Latino-Amerikaner im Trump-Kabinett einen Platz. Bei der Wahl, aus der Trump als Sieger hervor ging, hatten noch nie so viele Latinos für einen Republikaner gestimmt, wie in dieser Wahl.

Trump ist aber auch die verheerende Rolle klar, die die Medien auch in den USA – ähnlich wie in der Bundesrepublik – spielen, um es den Menschen eines Neuanfangs möglichst schwer zu machen. Er unterstrich, wie sehr sich die Taktik des offenen oder versteckten Lügens in TV, Presse ausgebreitet habe, bei Journalisten geradezu zur zweiten Natur geworden sei.

Als sich die Reporter von CNN wieder über die Bezeichnung Fake-News beschwerten, konterte er schlagfertig:

„Ich werde euch nicht mehr als Fake News beschimpfen. Ich werde VERY FAKE NEWS zu euch sagen!“

In diesem Zusammenhang sprach Trump klar darüber, wie Medien nicht nur als Lügenmedien den Ruf des Journalismus ruinieren, sondern auch als Lückenmedien agieren. Den Lesern und Zuhörern werden ganz bewusst nur bestimmte Umfragen oder Studien präsentiert, die den Medienmachern und ihrer Ideologie ins Konzept passen. Alles andere lasse man unter den Tisch fallen, sorge dafür dass es niemanden erreicht. Das sei noch schlimmer als nur Fake-News zu verbreiten, die man leicht als falsch enthüllen kann.

Interessant ist auch, dass die deutschen Medien so gut wie nichts über das tatsächlich von Trump Gesagt verbreiten, sondern fast ausschließlich Kommentare ihre US-Kollegen wiedergeben, die sich durch die klaren Aussagen Trumps getroffen fühlen – und das zu recht.

Ebenso ist es verständlich, dass sich auch die deutschen Medien ohne lange nachzudenken mit ihnen in das untergehende Boot setzen. Um am Schluss als Reliquie und Schutzpatrone aller Nannys dieser Welt auf der Fronleichnamsprozession Kardial Woelkis von Köln zu landen. Gute Reise!

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Foto: © U.S. Marine Corps Lance Cpl. Cristian L. Ricardo [Public domain], via Wikimedia Commons