Ein Gastbeitrag von Ifis

So steht es im Grundgesetzr:

Artikel 54 Wahl durch die Bundesversammlung

(1) Der Bundespräsident wird ohne Aussprache von der Bundesversammlung gewählt. Wählbar ist jeder Deutsche, der das Wahlrecht zum Bundestage besitzt und das vierzigste Lebensjahr vollendet hat.
(2) Das Amt des Bundespräsidenten dauert fünf Jahre. Anschließende Wiederwahl ist nur einmal zulässig.
(3) Die Bundesversammlung besteht aus den Mitgliedern des Bundestages und einer gleichen Anzahl von Mitgliedern, die von den Volksvertretungen der Länder nach den Grundsätzen der Verhältniswahl gewählt werden.

Als Antwort auf die mißbrauchte Machtfülle des Reichspräsidenten in der Weimarer Republik hat Deutschland die Rolle des Bundespräsidenten weitgehend auf repräsentative Aufgaben beschränkt.
Das Mindestalter, der Verzicht auf die Aussprache vor der Wahl und der Brauch Parteimitgliedschaften während der Amtszeit ruhen zu lassen, sollen für ein alle Deutschen einigendes, würdevolles Amt sorgen.

Realität: Der Bundespräsident als Spielball der Parteien

Die Realität sieht jedoch anders aus.

Anstatt in einem, der Würde des Amtes angemessenen, dem Gezänk der Parteipolitik fernen, Auswahlverfahren die besten Kandidaten zu suchen und diese von der Bundesversammlung wählen zu lassen, erleben die angewiderten Bürger ein Politspektakel wie in einem billigen Propagandafilm.

Ein Kandidat wird von der Spitze der regierenden großen Koalition in einer Nacht- und Nebelaktion festgelegt, die Bundesversammlung auf die Rolle eines entmachteten Parlaments reduziert.
Die Wahl selbst zur Farce.

SPD feiert den SPD Bundespräsidenten vor der Wahl durch die GroKo

Dem würdelosen Schauspiel setzt dann noch die Berliner SPD die Krone auf, als sie bereits vor der Wahl den „sozialdemokratischen Schlossherrn“ feiert und neben der Entlarvung des scheindemokratischen Vorgangs auch gleich noch die Illusion eines parteifernen, allen Bürgern verpflichteten Bundespräsidenten durch einen SPD Bundespräsidenten ersetzt.

Direktwahl des Bundespräsidenten statt Spielball der Parteien?

Das diesjährige Spektakel der Bestellung unseres höchsten Staatsamtes beschädigt die Würde des Amtes und ist kein demokratisches Ruhmesblatt.
Es wirft kein gutes Licht auf die Qualität eines Kandidaten, der sich für dieses Schauspiel hergibt.

Ist die Direktwahl durch das Volk die bessere Alternative?

Oder sind wir unreif eine Entscheidung selbst zu treffen?
Führt ein öffentlicher Bewerbungsprozeß zu einer noch stärkeren Polarisierung?
Ist es überhaupt möglich ein Amt ohne Parteien zu besetzen?

Es gibt also drei Alternativen:

  1. So wie bisher, die Parteien regeln das gut
  2. Ich will mein Staatsoberhaupt selbst und direkt wählen.
  3. Weg mit der Wahl und entweder Abschaffung des Amtes oder Wiedereinführung der Monarchie mit einem nicht gewählten Staatsoberhaupt wie in GB und vielen anderen Demokratien.

Wie würde eine Mehrheit des deutschen Volkes entscheiden ?

Foto: (c) By Taxiarchos228 (Own work) [FAL], via Wikimedia Commons

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Horst ZaborowskiErichHeiko PaulWalter RothBlue Recent comment authors
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Horst Zaborowski
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Warum wohl konnten Journalisten Bundestagspräsidenten Professor Dr. Lammert keine Zusagen einer Bewerbung für das Amt des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland entlocken? Fehlt dem Amt des Bundespräsidenten Gestaltungsfreiheit? Der zweite Mann im Staate BRD, Dr. Lammert, konnte die dritte Frau im Staate BRD, Bundeskanzlerin Dr. Merkel, auffordern Plaudereien in der ersten Reihe des Parlamentes während einer laufenden Debatte zu unterlassen. Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, das solche Missachtung des Parlamentes leider zu oft zu registrieren sind. Wer das Amt des Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland mit dem Amt des Reichspräsidenten in der „Weimarer Republik“ vergleicht wird Professor Lammerts Zurückhaltung verstehen. Wir Bürger… Mehr lesen »

Erich
Gast
Erich

Eine Direktwahl des Bundespräsidenten durch das Volk wäre das Ende der BRD.
Stellen Sie sich vor, der Bundespräsident würde zu Merkel sagen, „Angela, pack deine Gäste zusammen und schicke sie nach Hause, oder treten sie sofort aus dem Euro aus oder Ende mit Griechenlandrettung“ Der Bundespräsident könnte die Kanzlerin jederzeit zum Rücktritt zwingen, dass würde einen Vefassungskrise auslösen.
Der Bundespräsident wird also, solange das Grundgestzt besteht, immer eine treuer Aparatschnik sein, es geht nicht anders, sonst wäre es das Ende der Republik.

Walter Roth
Gast
Walter Roth

Übrigens……………. – Noch eine sehr traurige Nachricht. – –————————————————- Susanne Kablitz ist Tot. –————————————————- – Offenbar an Krebs erkrankt, hat sie ihren Todeszeitpunkt wohl selber gewählt. Ein herber Verlust für uns, …..die andere Seite. – Ihr letzter Artikel: – https://susannekablitz.wordpress.com/2017/02/10/dieses-land-ist-unrettbar-verloren/ – Auch ich habe ihre Artikel sehr gemocht., habe ihrem Blog Freiraum immer gelesen. Ich bin hier in der Schweiz SVP Wähler, aber auch die SVP ist nicht so Libertär wie ich mir das wünschte, aber sie kann es wohl auch nicht, ……sie muss Wähler überzeugen. Demokratie hat auch Nachteile ……und um die geht es in ihrem Artikel, dem letzten… Mehr lesen »

Heiko Paul
Gast
Heiko Paul

Tja, das Volk, der unartige Lümmel. Stahlarbeitern, Putzfrauen, Bankangestellten, Metzern, Bäckern, Industriekaufleuten, Kfz-Mechaniker u.a. Lümmeln aus dem einfachen Volk, kann man nun wirklich nicht zutrauen, einen Bundespräsidenten zu wählen. Da müssen schon Joachim Löw und Olivia Jones her, um die richtige Wahl zu treffen. Trotzdem erinnert das alles irgendwie an Wahlen in der Duma oder in der Volkskammer. Der Gewinner steht schon fest, bevor irgendjemand auch nur seine Stimme abgegeben hat. Die Diskussion um mehr direkte Demokratie ist schon so alt wie meine Mutter. Die Argumente dagegen sind immer noch dieselben. Man kann sie sarkastisch auf einen einzigen Nenner herunterbrechen.… Mehr lesen »

Blue
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Oswald Spengler zum Wirken der „Partei“, ein möglicher Lösungsansatz.

Es war nicht »der Marxismus«, sondern eine Partei, nicht »der Liberalismus«, sondern eine Partei, nicht »der Ultramontanismus«, sondern eine Partei; es waren nicht Weltanschauungen, sondern Genossenschaften und Gruppen mit einem organisierten Anhang und einer zielbewußten Methode, welche das Reich bekrittelten, lähmten, unterwühlten, den Krieg nach einer Pause der notgedrungenen Mitbegeisterung aussichtslos machten, wie sie vorher schon alle Rüstungen dafür niedergehalten hatten, um endlich in Beschränktheit und Selbstsucht das Staatsschiff anzubohren in dem Glauben, damit für ein Regierungsideal nach ihrem Geschmack freie Bahn zu schaffen – nicht für Deutschland, sondern für eine Partei.

http://www.zeno.org/Philosophie/M/Spengler,+Oswald/Politische+Schriften/Neubau+des+deutschen+Reiches/1.+Der+Sumpf

trackback

[…] Direktwahl des Bundespräsidenten? (philosophia) […]

Stein Gemeiner
Gast
Stein Gemeiner

Nicht mein Präsident!

Charlotte
Gast
Charlotte

Besonders dieser Bundespräsident ist besonders.
Im Prinzip dürfte nie jemand BP werden, der bis zu seiner Wahl in höchsten Staatsämtern tätig war. Er entzieht sich mit diesem Posten jeglicher Strafverfolgung für frühere Vergehen, sollten welche aufgeklärt werden.
Deutschland ist sehr abhängig von Amerika und lebt auf einem Kontinent mit Russland.
Herr Steinmeier hat den neuen Präsidenten Trump einen „Hassprediger“ genannt und zur Einladung eines Gerichtes in Russland zur Aufklärung des Ukraine Putsches ist er nicht erschienen.
Wen will er unter diesen Voraussetzungen in der Welt präsentieren? Ein paar B-Promis und Partei-Klatschvereine haben ihn gewählt.

Jupp
Gast
Jupp

Ich hab`mir einen Rechtsanwalt gewählt und bin damit gleich auf die Schnauze geflogen.

Didi
Gast
Didi

Man muss sich nur mal ansehen, WER alles diesen „Bundespräsidenten“ wählt! Genau in diese Kategorie fällt er auch `rein.
ICH habe ihn nicht gewählt (wie denn auch). Somit ist er NICHT mein Präsident. eineeigesetzte Handpuppe Merkels.

Runenkrieger11
Gast

Hat dies auf Treue und Ehre rebloggt.

Walter Roth
Gast
Walter Roth

Ich als Schweizer habe das Spektakel heute einige Zeit mitverfolgt. – Was sollen diese „Prominenten“ Idiotien an dieser Wahl eigentlich und wer legitimiert das …..? – Also so muss das in der DDR auch abgegangen sein. – Alles stand von vornherein fest. Aber dann kommt da so ein „Tötzschli“ Iris Berben hies die und tut so als ob da die Demokratie am Wirken wäre. – Lange Zeit habe ich Monarchisten verlacht, aber ich sehe wie sehr sich die Demokratie gerade diskeditiert, ……. was kommt nach der Demokratie…? – Eine Monarchie….. wäre durchaus möglich. Als Schweizer würde ich aktiv gegen einen… Mehr lesen »

truckeropa66
Gast

Ich bin für eine Direktwahl, und es sollte so sein, das jeder der es sich zutraut, und den Statuten entspricht antreten könnte.
Eine Vorab Unterstützung sollte für alle gleich sein, d.h. Vorstellungsveranstaltung überparteilich organisiert, wer sich blamiert ist Herr/Frau seiner Dinge. Eine Parteipolitische Unterstützung hat zu unterbleiben und ist nicht rechtend. Auffallen führt zum Ausschluss des Bewerbers!

anvo1059
Gast

Spätestens seit Merkels „Präsidenten wechselt Euch“ Spiel ist der Posten des Bundespräsidenten zur Lachnummer geworden. Und auch diesmal feiert die Demokratie wieder einen üpberragenden Sieg. Wird doch der „Neue“ von der Mehrheit der demokratischen Partreien dem Volk auf’s Auge gedrückt………….Und wenn er nicht spurt findet sich ein undurchsichtiger Kredit, eine unbedachte Äußerung. ………..Ein williger Nachfolger findet bestimmt auch. Gauck war ja auch der dritte Anlauf…..

Werner Olles
Gast
Werner Olles

NOT MY PRESIDENT!!!

Merkelschulzalternativlos
Gast
Merkelschulzalternativlos

Hut ab, ganz großes Kino! Nur die Wahl von Kim Jong Un war noch einen Tick spannender.

Hier sind Experten am Werk. Die freieste deutsche Republik aller Zeiten kann nicht nur Flughafen. Weltniveau!

Info68
Gast
Info68

OT Als es in SPD und KPD noch deutsche Patrioten gab: —————————————————————- Im Gegensatz zum heutigen rotgrünroten Anti-Patriotismus: Als sogar Kommunisten und SPDler noch deutsch fühlten!! Friedrich Engels, mit Karl Marx Begründer des modernen Kommunismus, schrieb: „Wenn eine fremde Macht ein Volk ermahnt, die eigene Nationalität zu vergessen, so ist das kein Ausfluß von Internationalismus, sondern dient nur dem Zweck, die Fremdherrschaft zu verewigen.“ Ernst Thälmann, der unserer Zeit näher steht als Marx, Lenin, Engels schrieb: „Mein Volk, dem ich angehöre und das ich liebe, ist das deutsche Volk; und meine Nation, die ich mit großem Stolz verehre, ist die… Mehr lesen »

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[…] repräsentative Demokratie. Wie toll diese doch ist, mag aufzeigen, was im Gastbeitrag der „Philosophia Perennis“ überdeutlich aufgezeigt […]

Bernd GEZ-Dissident
Gast
Bernd GEZ-Dissident

Was ist denn das für eine „Wahl“? Wo der Kandidat von vornherein feststeht, der die fette Beute bekommt? Ehrlosen Sold bis in die Gruft inklusive? Was wird hier „gewählt“? Die Volkskammer? Der Staatsratsvorsitzende? Oder nur ein dummer August, Entschuldigung, Grüßaugust? Oder gar nur ein Hetzer, der den wirklich demokratisch gewählten amerikanischen Präsidenten einen Haßprediger nennt. Ist ja ein schöner Lump, der auf den Alten folgt…

Jürgen Fritz
Gast

Hmm. 1 hat lange Zeit eigentlich nicht schlecht geklappt, in letzter Zeit aber immer weniger hat man den Eindruck. 3: An wen denken Sie dabei, Ifis? An Kaiser Franz oder Steffi, die Große? 2 ist auch nicht unproblematisch. Viele warnen davor mit Blick auf Österreich. Wollen wir das, dass sich die Kandidaten gegenseitig vorher monatelang bekämpfen und der Lächerlichkeit preisgeben? Wenn ja, dann stünde es nicht im Verhältnis zur Bedeutung des Amtes, das ja doch vor allem repräsentative Aufgaben hat. Eigentlich würde ich zu 1 tendieren, wenn wir nicht längst in einer PARTEIOKRATUR leben würden, in einem Staat, in welchem… Mehr lesen »

Ede Kowalski
Gast
Ede Kowalski

Bei TICHYS EINBLICK ist zu diesem Thema ein Kommentar zu lesen, welcher m.E. diese Farce einer sogenannten Wahl sehr gut darstellt und durchaus an vielen Stellen wiedergegeben werden sollte: „Diese Inszenierungen mit den Promi-Wahlleuten, wie sich alle mit denen schmücken und umgekehrt – verstärkt den Effekt, dass da nur eine elitäre abgekoppelte Oberschichten-Show auf dem Oberdeck der Titanic Polonaise tanzt.

Thomas Kovacs
Gast

Wenn eine direktwahl dann muß der Bundespräsident aber deutlich andere Haben als der Deutsche ich empfehle die Österreichische Regelung Wo es ein zusammenspiel Bundespräsident Bundesregierung geben muß