(David Berger) Ein ganz wichtiges Element des inzwischen fast EU-weit gesamtgesellschaftlich verordneten Islam-Appeasement ist die Dämonisierung von Islamkritikern. Diese trifft inzwischen auch andere Gruppen, die bislang aufgrund ihres Randgruppenstatus noch unter soziologischem Naturschutz standen.

Also auch Homosexuelle und Ex-Muslime, die sich nicht so schnell damit abfinden wollen, dass ihresgleichen aufgrund ihrer Homosexualität oder ihres Abfalls von der einzig wahren und einzig friedvollen Religion der Welt, die Todesstrafe droht.

Die Dämonisierung erzeugt aber gleich mehrere Opfergruppen: zum einen natürlich die Dämonisierten selbst, auf der anderen Seite aber auch jene, die die Dämonisierung so ernst nehmen, dass sie sich geradezu von einer Angst, die Dämonen könnten sie „besetzen“, verfolgt sehen. Bisweilen glauben sie dann daran, dass ein Zeitungsinterview wie ein Exorzismus wirken könnte … 

In diesem Sinne hat der für seinen Kahaneschen Charme bekannte Ralf Stegner nun wieder zugeschlagen. In Deutschlands wichtigster Onlinezeitung für die intellektuelle Elite, der Huffingtonpost, hat er – zwischen Tipps für tränenfreies Zwiebelschneiden und dem Kommentar: „Wenn ihr keine Ahnung habt, haltet einfach die Fresse!“ – seine Meinungen zu derzeit seinen potentiellen Wählern auf den Nägeln brennenden Fragen bekannt gegeben. Und dabei etwa auch die Kölner Silvesternacht thematisiert:

Dass Menschen Angst vor Vergewaltigungen durch Flüchtlinge oder islamistischen Terror hätten, sei nun völlig überflüssig und daran sei die CDU schuld. Die habe nämlich trotz der guten Willkommensstimmung am Münchner Hauptbahnhof nach der Silvesternacht einfach „Stimmung gemacht gegen Flüchtlinge.“

Die Union habe die „Kölner Silvesternacht instrumentalisiert, um nach rechts zu rücken.“ Eine atembraubende Analyse, die selbst die Tipps fürs Zwiebelschneiden deutlich an Treffsicherheit überholt. Und natürlich hat er auch für alle Islamkritiker einen Tipp parat.

Das Reden mit solchen Leuten sei völlig überflüssig. Stattdessen möchte Stegner, der sich ansonsten anscheinend von lauter „Nazis“ verfolgt sieht, die seine Seiten in sozialen Netzwerken „mit Nazischrott“ geflutet haben, Islamkritiker anscheinend direkt in die Psychiatrie überstellen lassen:

„Wer vor der Islamisierung Deutschlands warnt, braucht medizinischen Rat, keinen politischen. Hier wird man doch eher vom Blitz erschlagen, als dass man einen Islamisten auf der Straße trifft.“

Auch daraus, wie Stegner mit Islamkritikern und ungeschönten Berichten von Rape-Events umgehen möchte, macht er kein Geheimnis: man müsse – gerade im Hinblick auf den Ausgang der Wahlen in den USA – energisch gegen Fakenews vorgehen. Für alle, die es noch nicht mitbekommen haben:

„Fakenews“ ist das neue Lieblingswort jener, die bisher vor allem mit den Begriffen „Hasssrede“ und „Hetze“ gearbeitet haben. Der Erfinder dieses Begriffs stammt auch aus Deutschland und die Fake-News-Ersteller nannte man ursprünglich Gerüchtemacher!

Im Unterschied zu Herrn Stegner bin ich kein Mediziner und erlaube mir daher auch keine (dann wohl strafbaren?) Ferndiagnosen zu Menschen, die politisch anderer Meinung als ich sind. Aber Nazi-Verfolgungswahn und typische Idiome von Silvester-Geisterfahrern wecken doch bei meiner fürsorglichen, humanistischen Einstellungen echte Pflegereflexe …

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Foto: (c) von PhilFS (Eigenes Werk) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)%5D, via Wikimedia Commons (bearb.)

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Auf die Tatsache, dass das Problem der gegenwärtigen Vertrauenskrise weniger mit Fakenews als mit gezielt falschen Headlines zu tun hat, habe ich vor genau einem Jahr auf facebook hingewiesen:

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