Ein Gastbeitrag von Kai Knut Werner

Am Donnerstag Abend war es mal wieder so weit: Das „Bambi“ (Begriff wird Gendergaga gerecht!) wurde von Herrn Burda und seinem Verlag verliehen. Seit jeher bekommen das goldene Rehkitz Stars, Sternchen, Schlagerbarden, Seriendarsteller, Darsteller der leichten Muse, kleine Holländerinnen, die in der Bildzeitung leben und irgendwelche Menschen, die ihren Lebenshorizont erreicht haben und dafür ein goldenes Reh bekommen und im Folgejahr unter der Rubrik „wir erinnern uns“ vorkommen, überreicht.

Die erste Erwähnung gebührt natürlich dem Bambi für Integration. Vor Jahren erhielt Bushido diesen Preis und dieses Jahr war es Joki Löw, der Trainer unserer Nationalmannschaft.

Und zwar, weil er Boateng und andere so gut trainiert hat, dass die jeder Deutsche gerne als Nachbar möchte – außer den Bösmenschen von der AfD, die man bei einer solchen Familienfeier ohnehin ungern sehen möchte.

Laudator für diesen Integrations-Bambi war Wilfried Kretschmann, der grüne Ministerpräsident, der sich scheinbar zu Everybodys Darling entwickelt und dessen Partei gerade die Reichensteuer beschlossen hat. Ob dies den anwesenden, vermutlich zum überwiegenden Teil Besserverdienenden bewusst war?

Ein goldenes Reh ging auch an Florian Silbereisen, dem Schlageronkel, der Samstags ganz „atemlos“ die Fernsehnation begeistert. Ob man seine Musik nun mag oder nicht, eines muss man ihm lassen: er bedankte sich brav – ohne irgendeine politische Aussage. Dies war fast erfrischend! Aber dann ging es ganz schnell weiter – mit den üblich Verdächtigen im öffentlich-rechtlichen TV, das ganz damit beschäftigt ist, uns im Sinne von Frau Merkel zu besseren Menschen zu machen!

Natürlich durfte dabei der „Quotentürke“ nicht fehlen. Türke? Seine Mutter heißt Hilde und er wurde in Mannheim geboren! Ich spreche von Bülent Ceylan.

Dann betrat Anja Reschke die Bühne. Jene Dame, die gerne kritische Menschen beschimpft und beleidigt. Mit einigen anderen TV-Frauen steht sie für den Begriff „Nanny Journalismus“.

Daher ist sie auch gesegnet mit Preisen: unter anderem „Journalistin des Jahres 2015“. Sie betreibt keinen Journalismus im engeren Sinne, sondern vor allem erzieherische Arbeit! Natürlich gab sie bei der Bambi-Verleihung ihre Weltansicht wieder zum besten, wiederum alles finanziert durch die Zwangsabgaben. Für welchen Künstler sie eine Laudatio hielt – ist mir irgendwie entfallen.

Sehr schnell stellte sich dabei heraus: Dieser ganze Bambi-Abend ist ein Hochamt auf Flüchtlinge, die deutsche Flüchtlingspolitik und die inzwischen fast nervige bis halbjustiziable Feststellung: alles eine Bereicherung für unser Volk!

Mein Höhepunkt war aber die Laudatio von Bundespräsident a.D. Horst Köhler! Ja, der fast vergessene Bundespräsident Köhler hielt eine Laudatio für den „Milleniums-Bambi“ und „Oh Gott“ – der ging an Papst Franziskus. Der, wie Jury sagte, „die Linderung der Leiden der Armen in den Mittelpunkt seines Pontifikates gerückt und die Menschheit angesichts der weltweit wachsenden Flüchtlingsströme zu mehr Hilfsbereitschaft und Barmherzigkeit aufgefordert“ habe. Aber der Papst war nicht „vor Ort“, vermutlich war er irgendwo im Sinne der Nächstenliebe unterwegs. Es gab aber einen Einspieler, der zeigte, wie der Papst in Rom den Preis entgegennahm – nicht von irgend jemanden, sondern von Yusra Mardini – ich zitiere einen Eintrag bei Wikipedia:

„ 2012 nahm sie mit 14 Jahren an den Kurzbahnweltmeisterschaften in Istanbul teil und stellte einen syrischen Landesrekord über 400 m Freistil auf. Sie wurde für das Team Refugee Olympic Athletes für die Teilnahme an den Olympischen Sommerspielen 2016 in Rio de Janeiro benannt. 2016 erhielt Mardini den Bambi in der Kategorie „Stille Helden“, gemeinsam mit ihrer Schwester Sarah. Yusra überreichte Papst Franziskus den Millennium-Bambi 2016 in Rom.“

Zu guter letzt durfte ein wichtiges Thema des Nanny-TVs nicht fehlen: die Kritik an Donald J. Trump. Sie rundete eine Bambi-Verleihung ab, die geprägt war von der ganzen Klaviatur an Gutmenschtum, Selbstbeweihräucherung, unsympathischer Besserwisserei und fast unerträglicher Blindheit vor der Realität.

Foto: © von Burkhard Mücke (Eigenes Werk) [CC BY-SA 4.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0)], via Wikimedia Commons

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Nu La Cheffe
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Nu La Cheffe

you get a bambi!
and you!
aaand YOU get a bambi!

EVERYONE GETS A BAMBi!

Micha Schneider
Gast

Ja, diese Willkommens-Masturbatoren unter meinen Künstler-Kollegen gehen mir gar trefflich auf die Nerven! Jeder gutmenschelt sich über die Bühne und versucht den anderen in der Betroffenheitsmimik zu übertreffen. Grauenhaft!

davboe
Gast

Bambi?
Ist das nicht ein Plüschtier zum Kuscheln für Kinder?

Hans Kolpak
Gast

Ist die Bambi-Verleihung ein jährliches Sonderangebot der Kreditwirtschaft?

Alexander Meschnig
Gast
Alexander Meschnig

Dieser zutreffende Artikel passt gut zu meinem vor Kurzem auf der „Achse des Guten“ veröffentlichten Essay zur „Toleranzpflicht“ und die Rolle der Medien. Hier der link: http://www.achgut.com/artikel/medien_als_paedagogik_und_die_pflicht_zur_toleranz

nonigest
Gast
nonigest

Schon interessant Eine Fußball-Nationalmannschaft hatten wir seid 1945 noch nie. Es ist eher die Werkself der BRD GmbH. Das wird zugegeben,seitdem man die Begriffe „deutsche“ und „National“aus der Namensbezeichnung herausgenommen hat. Und seitdem ein Thomas Müller lieber neben einen Boateng statt einem Gauland leben möchte,hat dieser „Stürmer“ kein einziges Tor mehr erzielt. (Wer diese Strafe wohl verhängt hat?Ich habe da einen Verdacht…) Und da er auch zukünftig das Tor nicht mehr treffen wird,ist seine Karriere vorzeitig zu Ende Und all die ganzen Bambi-Preisträger sind nach dem Tag X eindeutig als Verräter zu erkennen, und zwar an dem Tag,an dem unsere… Mehr lesen »

asisi1
Gast
asisi1

Löw war schon als spiele nicht herausstechend , sondern ein mund haltender Mitläufer. solche werden was!

Ulrike
Gast
Ulrike

Diese Beweihräucherung von drittklassigen Stars-und Sternchen schaue ich schon lange nicht mehr an. Danke für den ausführlichen Bericht. Da wäre mir übel geworden bei diesen „Helden“ die da ausgezeichnet wurden. Hab kurz eingezappt und gleich diese Shermine Sharivar gesehen. Für was ist die prominent? Für das Abzocken reicher Männer? Hab schnellstens umgeschaltet weil ich mir das nicht antun wollte.

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[…] Quelle: Bambi-Verleihung wird zur pädagogisch wertvollen Refugees-welcome-Feier […]

pariser91
Gast
pariser91

Toller Artikel, der den Punkt genau getroffen hat. Für alle Arten von Promis ist es zur Zeit überaus Hipp, seinen Senf zu Flüchtlingen und deren Verfolgung durch die „braunen Wutbürger“ und die „Populistische“ AfD zu geben. Hauptsache der eigene Name erscheint in den Medien und man kann dabei auch noch Jedem zeigen, was für ein guter und intelligenter Mensch man doch ist. Ich oute mich mal als Zuschauer vom „Dschungel-Camp“ 🙁 und bin nun mal gespannt, was in dieser Sendung über das braune Pack und die armen Flüchtlinge zum Besten gegeben wird. Von diesem Zusammentreffen geballter Intelligenz erwarte ich so… Mehr lesen »

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[…] Bambi-Verleihung wird zur Refugees-Welcome-Feier – Deutschland steht unter Dauerfeuer der Gesinnungs-Befehlshaber https://philosophia-perennis.com/2016/11/19/bambi-verleihung-wird-zur-paedagogisch-wertvollen-refuge… […]

Jens Richter
Gast

Derdiedas Bambi war schon immer so ein Preis, den richtige Könner*innen im Curriculum Vitae verschämt verschweigen, wenn sie das Pech hatten, ihn überreicht zu bekommen. Aber bekanntlich ist die Niveau-Skala nach unten offen. Ist der Papst eigentlich auch ein Quoten-Papst (Inklusion der Armen im Geiste)? Ich sag mal mit Otto Reutter: „Ick wunder‘ mir über jar mischt mehr.“

Old-Man
Gast
Old-Man

Ich habe zuerst gedacht : oh mein Gott,der arme Mann hat sich das angetan und die „Sendung für Schwachmaten,Gutmenschen,selbsternannte Heilsbringer“und sonstiges Geschmeiß angesehen! Im nach hinein ein Danke schön das Sie es getan haben! Ihr Bericht spricht Bände,es zeigt uns mit was für weltfremden Kreaturen wir es zu tun haben. Der Bundesjogi hat jetzt ein Bambilein,oh wie fein! Der Franziskus hat auch einen,sogar von einer „echten Olympia Teilnehmerin??“überreicht. Aber eine Frage stelle Ich mir : reicht es heute schon „geflüchtet??“ zu sein um an Olympia teilnehmen zu dürfen? Sind die anderen Sportler die sich 4Jahre lang schinden mussten auf einmal… Mehr lesen »

Dagmar Kley
Gast
Dagmar Kley

Danke für diesen stimmigen Beitrag!Ja,es konnte einem schon übelst aufstossen bei soviel Gutmenschentum!vor allem Dingen frage ich mich ,wer hat den Köhler ausgegraben?Das war doch der,der als beleidigte Leberwurst in die ruhmvolle Geschichte des Bundespräsidalamts einging?

Völkermord ist bunt
Gast

„Joki Löw, der Trainer unserer Nationalmannschaft“

Da muss ich korrigieren, daß heißt inzwischen offiziell: „Die Mannschaft“
Die Worte „deutsche und national“ wurden unlängst gestrichen. Also handelt es sich, laut eigener Namensfestlegung der Mannschaftsbetreiber, nicht um eine deutsche Mannschaft und auch nicht um eine nationale Mannschaft. Diese Mannschaft vertritt also weder ein Volk, eine Nation oder ein Land. Es ist ein bunt, zusammengewürfelter Haufen, der nur für Geld und für politische Aussagen spielt. Als Fahne kann da gut eine Konzernfahne dienen. Wahrscheinlich steht bald die nächste Namensänderung an in „The Team“. Weil deutsche Wörter zu verwenden, wäre ja schließlich integrationsfeindlich….