(David Berger) Als ob die CDU nicht schon tief genug am Boden läge, beginnt nach der Wählerflucht in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin sowie dem ausbleibenden Gesinnungswandel und Rücktritt Merkels nun auch der Exodus der Politiker aus den „Kerntruppen“ des christdemokratischen Denkens.

Der weit über die Grenzen Dresdens hinaus bekannte CDU-Politiker Dr. Maximilian Krah hat kurz nach der Berlinwahl und dem dazu erfolgten Statement von Kanzlerin Merkel seinen Austritt aus der CDU erklärt. Damit aber nicht genug. Gleichzeitig fordert er andere CDU-Politiker und -Mitglieder auf, ebenfalls die CDU zu verlassen.

Seine Motive hat Krah in einem bewegenden Statement bekannt gegeben. Das beginnt mit einem Loblied auf die ursprünglichen Ideale der Union:

„Die Idee der Christdemokratie ist bestechend: demokratische Willensbildung, durch die christliche Ethik moderiert. Ergänzt um bürgerliche Tugenden, entstand eine politische Bewegung, die selten hip, stylish und trendy, aber zumeist vernünftig, moderat und ausgleichend war.“

„Die Christdemokratie hat es mit diesem Programm vermocht, die verschiedenen politischen und ökonomischen Entwicklungen der vergangenen Jahrzehnte so zu integrieren, dass sie für die Entwicklung des Landes oft bereichernd, selten schädlich wurden. Sie war zumeist Motor einer kontinuierlichen Entwicklung, zumindest aber kleineres Übel.“

Diese positive Rolle der CDU habe sich nun komplett geändert: Die Partei sei nicht mehr das kleinere Übel, sondern das Übel selbst: „Es begann bereits 2011 mit einer Energiewende, bei der rot-grüne Politik nicht abgemildert und ökonomisch unschädlich gemacht, sondern sogar noch verschärft und der mittelfristige Ausstieg durch eine Flucht aus der Kernenergie ersetzt wurde. 2013 ließ sich die CDU sozialpolitische Forderungen der SPD in einem Ausmaß in den Koalitionsvertrag diktieren, wie es dem Wahlergebnis nicht gerecht wurde. Gefolgt von dem Versenken von Milliarden deutscher Steuergelder in Griechenland, um ein Land im Euro zu halten, das dafür offensichtlich nicht fit ist.“

Das Hauptproblem sieht Krah allerdings in der Migrationspolitik der Kanzlerin, in der fatalen „Entscheidung, eine unkontrollierte, millionenfache Masseneinwanderung zuzulassen, hauptsächlich von gering qualifizierten jungen Männern aus islamischen Staaten.“

„Nach ihrem Grundsatzprogramm und ihrem Anspruch will die CDU konservative, liberale und christlich-soziale Strömungen unter einem Dach vereinen.“

Diese „Willkommenspolitik“ aber ist nicht konservativ, weil sie das Recht bricht und unsere Gesellschaft kulturellen, sozialen und ökonomischen Verwerfungen aussetzt.

Sie ist nicht liberal, weil sie in unser freies, offenes Land rückständige bis mittelalterliche Wertvorstellungen, Frauen- und Gesellschaftsbilder importiert. Sie ist nicht einmal christlich oder sozial, weil sie Schutz und Hilfe nicht denen gewährt, die sie am nötigsten brauchen, sondern denen, die die stärksten Ellenbogen haben, um sich nach Deutschland durchzuschlagen – und das Geld, den Schlepper zu bezahlen.

Deutschlands Charakter als europäisches, liberales, friedliches Land steht auf dem Spiel. Es ist auf dem Weg, unsicherer, ärmer, unsolidarischer und rückständiger zu werden. Die Verantwortung für diese Politik und alle ihre Konsequenzen liegt letztlich allein bei der CDU und ihrer Vorsitzenden Angela Merkel, die diese Politik durchgesetzt hat.

Nach Krah haben dies die Wähler sehr wohl verstanden und die CDU bei den letzten Wahlen gehörig abgestraft. Und die CDU-Mitgliederbasis leidet unter dieser Entwicklung wie sie auch unter Merkel leidet. Sie hoffen das Steuer noch herumzureißen, den verhängnisvollen Kurs durch ihre Mitarbeit zu korrigieren. Das findet Krah ehrenwert. Er habe daran auch geglaubt und sich entsprechend engagiert.

Krah musste aber dann mehr und mehr einsehen: Diese Versuche „sind aussichtslos.“

Die Masse der Funktionäre ist von der Mitgliederbasis wie vom Volk völlig entkoppelt. Diese Funktionäre orientieren ihre Politik an den politischen und medialen Eliten statt an denen, die zu repräsentieren sie gewählt sind.

Neun Minuten Standing Ovations für Angela Merkel auf dem letzten Bundesparteitag waren ein Aufstand der Funktionäre gegen die Basis.

Mit ihnen und mit dieser Bundesvorsitzenden wird es keinen Kurswechsel geben. Sie ignorieren, dass die CDU eine Wahl nach der anderen verliert. Sie ignorieren, dass die europäischen Nachbarn und Partner sich von Deutschland abwenden. Sie ignorieren, dass die Schwesterpartei CSU diese desaströse Migrationspolitik nicht mitträgt. Wenn aber weder das Volk noch die europäischen Partner und auch nicht der bayerische Ministerpräsident eine Korrektur herbeizuführen vermögen, wie soll es dann den einzelnen Mitgliedern gelingen?

Mit der Entscheidung der Bundesvorsitzenden, trotz der Wahlergebnisse in Mecklenburg-Vorpommern und Berlin an ihrer Politik der offenen Grenzen festzuhalten und Obergrenzen für Zuwanderung abzulehnen, muss jedem, der aus christdemokratischer Überzeugung und demokratischem Patriotismus in der CDU für eine andere Politik streitet, eines klar sein:

Es ist vorbei. Der Kampf ist aussichtslos. Er ist nur mehr ein Feigenblatt für eine Politik, die seinen Werten und Interessen widerspricht.

Es ist Zeit, zu gehen.

Hier geht es zu der Aktion Krahs: CDU-Austritt

Foto: (c) privat

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Marlies
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Hat dies auf toodlessss rebloggt.

Edgar Thormeyer
Gast
Edgar Thormeyer

Zitat:“…und unsere Gesellschaft kulturellen, sozialen und ökonomischen Verwerfungen aussetzt“

Richtiger hätte es geheißen: „…und unsere Gesellschaft DER kulturellen, sozialen und ökonomischen VerNICHTUNG aussetzt!“

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[…] Ein Gastbeitrag von Dr. Maximilian Krah […]

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[…] kann dem bekannten Dresdner Politiker und Juristen Dr. Maximilian Krah verübeln, wenn er da auf Twitter […]

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[…] ich mir als Publizist immer einen außer-parteipolitischen Standpunkt wahren wollte. Und zudem die Merkel-CDU derzeit alles andere als einen einladenden Eindruck […]

Falk Fandel
Gast
Falk Fandel

Die häufigen totalen Meinungswechsel der Merkel, das Einwanderungsthema ist nur ein wiederholtes Beispiel, sind nicht persönlichkeitskonsistent. Menschen denken nicht so, widerrufen sich nicht selbst permanent ins Gegensätzliche. Es sei denn, man sagt ihnen, was und wie sie denken sollen. Es ist klar: Sie ist gelenkt. Und sie ist gelenkt, uns zu lenken. Wer sich nicht mitlenken lässt, folgt dem Vorbild Krah`s.

peter
Gast
peter

Kann ich gut verstehen, ich selber bin aus der SDP ausgetreten, in vielen Punkten bin ich noch immer linksliberal , aber mein Verstand sagt mir bei den beiden Großthemen Euro und Flüchtlinge , hier werden historische Fehler begangen. Das kann ich nicht mehr mittragen.

Stülpner Karl
Gast

Bezüglich Frau Dr.Merkel (IM Erika) gibt es viele offene Fragen. Was hat den damaligen Bundeskanzler Kohl veranlasst,die ehemalige FDJ Sekretärin gegen den erbitterten Widerstand vieler CDU Frauen als Seiteneinsteigerin so zu protegieren ? Von wem wurde er under Druck gesetzt ? Was wusste Schalk-Glodovsky über Kohl ? Warum konnte dieser Mann unbehelligt seine letzten Jahre in Oberbayern verbringen ? Welche Informationen über Kohl verbargen sich in seinem “ roten Notizbuch“ die nicht an die Öffentlichkeit gelangen durften ? Hatten US Geheimdienste Informationen über Kohl`s Geschäfte in der Zeit nach der „Wende“die Kohl erpressbar machten ? Meines Erachtens nach wurde unsere… Mehr lesen »

Antiphos
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Antiphos

Kurz um die CDU ist die neue SED.
Herr Krah sie sollten in die AfD geht und gegen diese DDR 2.0 politischen Widerstand leisten. Andere werden ihnen folgen, dass ist sicher!
Weiter hoffen wir alle das der nächste Kanzler Seehofer heißt

Sven Freud
Gast
Sven Freud

Ich frage mich schon lange wie es diese Frau in Anbetracht ihrer desaströsen und nicht mal ansatzweise nachhaltigen Entscheidungen schafft, überhaupt noch im Amt zu sein!? Offensichtlich kann also die Verantwortung für eine solche irrationale Politik – und ich meine irrational sowohl im Bezug auf den Zusammenhalt Europas, den Frieden, die ökonomische Stabilität und soziale Sicherheit – nicht nur bei ihr allein, sondern bei weitaus einflussreicheren Kräften im Hintergrund liegen, denn wir wissen ja alle: Deutschland ist US-Besatzungszone und wird sich ohne Erlaubnis Washingtons nicht mal die Schuhe zubinden können! Man muß ein bischen die aktuelle Politik analysieren, kombinieren, Zusammenhänge… Mehr lesen »

Richard Jäger
Gast

na endlich, da hat einer verstanden, dass die CDU genauso schädlich ist wie jede andere etablierte Partei.
Alles der gleiche Dreck.

Ich habe noch nie etablierte Parteien gewählt, schon vor 10 Jahren nicht…

Thomas
Gast
Thomas

Danke Herr Krah!
Nächster Halt AfD?

L.Bagusch
Gast
L.Bagusch

Wenn Herr Krah sich als Kanzlerkandidat zur Verfügung stellen würde, dann wäre ich bereit diesen Mann zu wählen !
Leider haben solche aufrichtigen Menschen keine Chance gegen die hörigen und sturen Sytemmarionetten ala IM Erika (Merkel).
Für mich ist die CDU/CSU schon lange nicht mehr Christlich-Demokratisch, bei denen herrscht nur Willkür und Arroganz !
Bei der SPD, Linke und Grüne ist es aber genauso, alles ein widerlicher Einheitsbrei wo Tatsachenverdrehung, Intelligenzverweigerung und Realitätsverlust an der Tagesordnung ist.

Hackl
Gast
Hackl

Respekt vor Dr. Krah er hat es deutlich zum ausdruck gebracht was die Mehrheit des Volkes denkt.

riw
Gast
riw

Gewissen oder Opportunismus ? Da ich Herrn Krah nicht kenne für mich nicht einschätzbar. Eines zeigt es jedoch ganz deutlich an – die ehemaligen und langjährigen Mitstreiter des „Regim“ Merkels grenzen sich nun deutlich von ihr ab. Der Anfang vom Ende der Ära Merkel. Zurückbleiben werden jedoch Migrationschaos und uferlose Rettungspakete. Der Platz in den Geschichtsbüchern ist sicher.

Hans
Gast
Hans

Es gibtsie also doch noch – Politiker mit Gewissen. Mein Gott, wie tief ist DE zwischenzeitlich gesunken! Kommen wir da jemals wieder heraus?

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[…] Source: CDU-Politiker Krah:“Es ist Zeit zu gehen – Der Kampf gegen Merkel ist aussichtslos&#8220… […]

Thomas Kovacs
Gast
Thomas Kovacs

Herr DDr. Berger unterstützt Herrn Dr Krah woran erinnert mich das nur?

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[…] CDU als humanitärklerikale Kleinpartei weit abgeschlagen dahindümpelt.   Nach allem, was man derzeit beobachten kann, ist dieser Weg für den Fall vorgezeichnet, dass Merkel die CDU weiterhin […]