(David Berger) An und für sich klingt das Motto jetzt gar nicht so schlecht: „Demo für sexuelle Selbstbestimmung“ – da denkt man als guter Mensch doch erst mal daran, dass hier die Stimme erhoben wird für den jungen Mann, der seine Liebe zu eine jungen Frau oder einem anderen jungen Mann entdeckt. Und dann zu dieser Liebe auch selbstbewusst steht und sie in Freiheit leben kann.

Wer sich aber die Teilnehmer des Widerstands gegen den „Marsch für das Leben“ etwas genauer anschaut, wird schnell aus seiner heilen Welt mit guten Linken, die für die Freiheit und die Liebe kämpfen und den bösen Rechten und Katholiken auf der anderen Seite, die ideologisch verblendet, alles verbieten wollen, herausgerissen.

Neben den zahlreichen gewalttätigen Übergriffen von Gegnern des „Marsches für das Leben“, ist das beste Beispiel für ideologisch verbrämte Intoleranz und Freiheitshass der Demonstrationsaufruf der FLTI* (FrauenLesbenTransInter*) zur an Teilnehmern gemessen fast unbedeutenden Demonstration gegen den Marsch für das Leben, der gestern in Berlin stattfand. Die FLTI*, deren Blogtitel „Whatthefuck“ schon Bände spricht, versteht sich offensichtlich als Anführerin der Gegendemo: „Die queerfeministische und antifaschistische Demo am 17.09. wird von einem flti*-Block angeführt..“

Wer nicht weiß, was Ignazio Silone meinte, als er schrieb, dass sich der Faschismus von morgen Antifaschismus nennen wird, sollte den Einladungstext dieser Gruppe lesen:

„Es sind alle Menschen eingeladen, im 1. Block mit zu laufen, außer Cis-Männer. Unter Cis-Männern verstehen wir, dass sich Menschen mit dem „männlichen“ Geschlecht, das ihnen bei Geburt zugewiesen wird, identifizieren und weder trans noch inter sind.“

Trotz solcher gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit bei den FLTI*s zeigt man dann doch noch einen Hauch von Katholizismus („Fortiter in re, suaviter in modo“), wenn man dazu aufruft: „Verweist aber bitte nicht Menschen aus dem 1. Block, von denen ihr annehmt, dass sie Cis-Männer seien. Wir möchten nicht, dass Menschen auf ihr vermeintliches Geschlecht angesprochen werden, sondern möchten uns auf Selbstdefinition und Respekt vor dem FLTI*-Konzept verlassen.“

Sollte sich aber doch jemand durch das Auftauchen eines zu wenig femininen Mannes ohne Frauenkleider echauffieren und der ideologische Schmerz zu zu groß werden, steht für ihn eine Art Erste-Hilfe-Team – oder sollte man angesichts des Blocks 1 besser von Blockwarten sprechen? – bereit: „Es gibt auf der Demo ein Awareness-Team, das ihr an den knalligen Westen mit „Awareness“ drauf erkennt. Ihr könnt es ansprechen, wenn ihr euch unwohl fühlt und/oder Unterstützung braucht.“

Bleibt zu hoffen, dass man bei der Zusammenstellung des Awareness-Teams genügen Sensibilität für die genderfaschistoide Grundhaltung seiner Mitläufer hat walten lassen – und dort nur gernderfluide oder weibliche, lesbische, muslimische oder atheistische Menschinnen mit einem „FCKNAZI“-Shirt unter der „knalligen Weste“ eingesetzt werden. 

Bei so viel Hass auf Männer zeigt dieser Lesbenverein, dass das ungute Bauchgefühl vieler Menschen bei dem Adoptionsrecht für homosexuelle Paare oder bei künstlicher Befruchtung durchaus angemessen ist.

Man mag sich gar nicht vorstellen, welchem bösartigen Sadismus ein Sohn bei solchen Müttern ausgesetzt wäre. Wenn man ihm das Leid nicht vorher durch eine Abtreibung erspart hätte. Von daher hat das Engagement dieser Frauen für die Abtreibung sogar noch eine kleine menschliche Rest-Komponente.

Da auch andere Verbände dazu aufgerufen haben, zur Demo gegen den „Marsch für das Leben“ zu gehen, müssen sich Männer fragen lassen, wie viel Selbstverachtung man aufbringen muss, um diesem Ruf folge zu leisten.

Mir jedenfalls ist es reichlich peinlich, dass ich vor Jahren einmal als Zaungast an dieser Gegendemo, die für Unfreiheit, Unmenschlichkeit und feministische Queeriban-Ideologie steht, teilgenommen habe. 

Nachwort: Wir bitten um Verständnis, dass wir hier den Blog nicht verlinken. Wir wollen keine indirekte Werbung für gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Rassismus machen.

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Foto: Junge Cis*Männer aus Polen auf dem „Marsch für das Leben (2014) – bei der Gegendemo wären sie aufgrund ihres Geschlechtes unerwünscht gewesen (c) David Berger