(David Berger) Wer wissen will, wer die eigentliche Siegerin bei der Berliner Wahl ist, der darf sich nicht auf die vordergründigen Aussagen der Politiker verlassen, sondern muss die Zwischentöne beachten und die Verlust- und Gewinnzahlen näher anschauen.

Sigmar Gabriel etwa feierte vordergründig, dass die SPD immerhin gut 20 % der Wähler der Hauptstadt hinter sich hat (- 6,6 %) – und wohl wieder den Regierenden Bürgermeister stellen wird. Ob der Müller heißen wird, ist zur Stunde noch völlig unklar. Denn was Gabriel verschweigt, sagt bei der ARD der Moderator Schönenborn unmissverständlich:

„Noch nie in der Geschichte der Bundesrepublik hat eine stärkste Partei so wenig Prozentpunkte erhalten wie die SPD mit 21,6%.“ Zugleich ist es das schlechteste Ergebnis für die SPD in Berlin überhaupt seit 1945, vielleicht sogar seit dem Bestehen der Partei überhaupt.

Und auch, dass Gabriel bei der ersten Ansprache sich vor allem zum roten Kostüm der Mutter des SPD-Spitzenkandidaten Müller äußerte, aber von dem Desaster für seine Partei so schockiert war, dass er das Wort AfD nicht aussprechen konnte, sondern nur von „die da“ sprach, ist bezeichnend.

Bei der CDU ein zwiespältiges Bild. Während der Generalsekretär Peter Tauber eher die Attitude eines Autoverkäufers aufzuweisen hat, der seinem Stammkunden eine Schrottkiste verhökert und dieser es bemerkt hat, herrscht bei ganz vielen (nicht direkt betroffenen) CDUlern eine heimlich Freude über das schlechte Abschneiden der CDU.

Schon im Vorfeld hatte man hinter vorgehaltener Hand immer wieder mitbekommen, dass diese CDU-Mitglieder diesmal die AfD wählen werden.

Einen anderen Weg Angela Merkel und fatale Migrationspolitik loszuwerden, sieht man offensichtlich nicht mehr als über solche herben Verluste (17,5 %! -5,5%) für die eigene Partei – für die, jeder weiß es, Henkel nur zum kleinen Teil, Merkel und die Ihren hauptsächlich verantwortlich sind.

Und dann ist da die FPD, die endlich wieder da zu sein scheint. Wie dringend bräuchten wir in Berlin, ja in ganz Deutschland, eine echt liberale Kraft. Dass das geht, zeigen ja unsere österreichischen Nachbarn ganz gut, ob das allerdings die FDP bei dem derzeitigen Personal hinkriegt, wage ich schlicht zu bezweifeln.

Die einzige Partei, die wirklich mit gut 14 % entscheidend hinzugewonnen hat, ist die AfD – gegen die sich von der CDU bis zu den in Berlin von Linkspopulisten dominierten „Linken“ und „Grünen“ alle in häufig undemokratischer, punktuell den Nationalsozialismus bagatellisierenden Weise ausgesprochen haben.

A propos Demokratie: die meisten AfD-Wähler kamen von den bisherigen Nichtwählern, die die Partei mobilisieren und so die Demokratie durch eine hohe Wahlbeteiligung eindeutig stärken konnte – noch bevor sie überhaupt im Abgeordnetenhaus vertreten war.

Im übrigen zeigt die Zusammensetzung der AfD-Wähler – so die Analyse der ARD – dass es unsinnig ist, bei der Wählerschaft der „Alternative“ vor allem Rechte am Werk zu sehen.

Dort werden nun jene, die das größte Potential haben, Berlin nachhaltig zu schaden, zusammentun. Die Stadt wird wohl bald von einer Koalition aus BER-Künstlern, SED-Nachfolgern und Anti-Freiheitsaktivsten mit pädosexuellen Wurzeln (zwei der Parteien haben herbe Verluste eingefahren) regiert werden. Was vor allem einer der Oppositionsparteien bei ihren weiteren Aufstieg helfen wird.

Eines ist an diesem Abend jedem klar: Die Parteilandschaft der Bundesrepublik wird in Zukunft ohne die AfD nicht mehr denkbar sein. 

(c) Screenshot ARD