(David Berger) Im Kieler Prozess, in dem es um den Missbrauch eines Vierjährigen in der Flüchtlingsunterkunft Boostedt im März dieses Jahres ging, hat das Kieler Landgericht vor drei Tagen das Urteil gesprochen. Der 22-jährige Hauptangeklagte aus Afghanistan wurde zu zwei Jahren und vier Monaten Freiheitsstrafe verurteilt. Ein 29-jähriger Landsmann, der „Schmiere gestanden“ haben soll, wurde freigesprochen.

Das Gericht sah es zwar als erwiesen an, dass der Afghane den vierjährigen Iraker in einer Toilettenkabine sexuell missbraucht hat, auf die Frage nach der Milde des Urteils soll – laut Informationen der „Bild“ – die Sprecherin des Landgerichts geantwortet haben:

„Strafmildernd hat sich die Alkoholisierung und hohe Haftempfindlichkeit des Täters ausgewirkt: Er ist jung, kann kein Deutsch (…) und das Opfer hat die Tat gut weggesteckt.“ Wenn die „Bild“ schreibt: „Schämt euch für dieses Urteil!“ wird man wohl kaum widersprechen können.

Leider handelt es sich nun wieder um ein Urteil, dass den Verdacht nahe legt, dass wir in Deutschland inzwischen eine Zwei-Klassen-Justiz haben. Es drängt sich zunehmend der Eindruck bei der Bevölkerung auf: Wer als Flüchtling zu uns kommt und kein Deutsch kann, erhält aufgrund dieser Tatsache – gerade wenn es um Sexualdelikte geht – mildernde Umstände.

Das erinnert mich an einen Freund, der mir – als ich über die hohen Bahnpreise klagte – riet, mir auf meinem nächsten Türkeiurlaub einfach einen syrischen Pass zu besorgen. Das sei wesentlich preisgünstiger als eine Bahncard 100.

Aber so lustig ist es in diesem Fall nun wirklich nicht. Die bekannt gewordenen Fälle von sexuell missbrauchten Kindern, die ihr Leben lang traumatisiert waren, sind inzwischen Legion.

Aber auch hier scheinen durch Flüchtlinge missbrauchte Kinder eine Ausnahme zu machen. „Gut weggesteckt“ hat der Junge angeblich das, was auf der Toilette mit ihm passierte. Wie könnte das auch anders sein bei einer Justiz, die bislang anscheinend keine wirklichen Probleme mit Kinderehen hatte – wenn sie nur nach Scharia-recht geschlossen waren.

Foto: Asylunterkunft in Berlin (c) By Fridolin freudenfett (Peter Kuley) (Own work) [CC BY-SA 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)], via Wikimedia Commons

16
Hinterlassen Sie einen Kommentar

avatar
400
15 Comment threads
1 Thread replies
0 Followers
 
Most reacted comment
Hottest comment thread
15 Comment authors
GrundGesetzWatchAnnaKatarina FreitagArmin AubinChris Recent comment authors
  Abonnieren (alle Kommentare oder nur meine Kommentare)  
neueste älteste beste Bewertung
Ich möchte benachrichtigt werden zu:
GrundGesetzWatch
Gast
GrundGesetzWatch

Von der Öffentlichkeit völlig unbemerkt, ist die Dimension erheblich größer. Bitte PP macht dies zum Thema. In kürzester Zeit zwei Verfahren. 2. Große Jugendkammer / 2 KLs 57 Js 37133/17 Beginn 25. Oktober 2017 9.00 Uhr; Fortsetzung: 06., 08., 13., 27. November 2017 jeweils 9.00 Uhr Tatvorwurf: Vergewaltigung, sexueller Missbrauch von Kindern u.a.; Tatort: Esslingen u.a. Den beiden 20 und 27-jährigen Angeklagten wird im Wesentlichen vorgeworfen, am 08.05.2017 in einer Asylunterkunft in Esslingen gegen den Willen der minderjährigen mutmaßlichen Geschädigten nacheinander mit dieser den Geschlechtsverkehr vollzogen zu haben. Zweiter Fall:</b Verfahrensbeginn am Montag, den 16. Oktober 2017: 3. Große Jugendkammer… Mehr lesen »

Anna
Gast
Anna

Gut weggesteckt heißt dann wohl nur: gut ins Unterbewußtsein verdrängt. Der Junge wirdin Zukunft unter vielem leiden aber die Ursache wird ihm verborgen sein.
Solche Richter sind wahrhaftig eine Schande.

Katarina Freitag
Gast

Wenn der Kleine das so gut Weggesteckt hat! dann sollen die mal die Olle Vergewaltigen mal sehen wie die das Wegsteckt !

Armin Aubin
Gast
Armin Aubin

Interessant wäre, was und wie EMMA darüber berichten würde…. Aber es war ja „nur“ ein Junge

Chris
Gast
Chris

Wer braucht solche Richter ?
Dieses Gesetz ist nichts Wert.
Sterben muss jeder. Vergesst das nicht.
Die Frage ist nur wie !

Yolanda
Gast
Yolanda

An den Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages 20.08.2016 Petition Keine Heirat unter achtzehn – auch nicht auf Kinderwunsch Pet 4-18-07-99999-036062 Text der Petition Der Deutsche Bundestag möge beschließen: 1 Es sind ausnahmslos keine Ehen mehr anzuerkennen, bei denen ein Partner jünger als 16 Jahre ist, was auch für religiöse Eheschließungen gilt wie die islamische Imam-Nikah. 2 Im Ausland geschlossene Ehen, auch religiöse, können auf Antrag eines Partners oder des Jugendamtes aufgehoben werden. 3 Gesetzliche Absicherung einer Altersgrenze für Ehemündigkeit von 18 Jahren und Abschaffung der bisher gültigen deutschen Ausnahmegenehmigung einer Heirat bereits ab 16 Jahren. 4 Wiedereinführung der standesamtlichen Voraustrauung und… Mehr lesen »

corax
Gast
corax

Vielleicht steckt die besagte Dame, wenn sie selbst einmal auf der Toilette vergewaltigt wird, diese Sache auch so locker weg, wie sie das dem Buben attestiert.
Kann ja auch sein, dass der kleine Bub nicht klar und laut genug, nach MAAS, „NEIN“ gesagt hat.
Ja, ser Blöden werden leider immer mehr!

Lotosritter
Gast

„… die stecken das weg“. Klar, das geht schnell über die Zunge, wenn ein Junge geschändet wurde. Wäre es ein Mädchen gewesen, wäre dies saloppe Wendung zurecht skandalisiert worden. Die „Kultur“ der Bach Bazi, des Missbrauchs kindlicher Jungen, ist zudem in Afghanistan gang und gäbe. Ich schrieb in meinem a href=“https://lotoskraft.wordpress.com/2016/02/21/das-verschwiegene-geschlecht/“>Blog darüber. Nun also scheint diese Kulturleistung auch bei uns angekommen zu sein.

Tom
Gast
Tom

Als Vater zweier Kinder bin ich total geschockt. Das kann doch einfach nicht wahr sein.

Guy Fawkes
Gast
Guy Fawkes

„Da stellt sich dann immer weniger die Frage, in welchem System wir eigentlich leben…“

Für mich leben wir in einem faschistischen System, so hart wie das auch klingen mag. Die „Beweise“ sprechen eine eindeutige Sprache.Filz und Korruption wohin man auch schaut! 🙁

Eric Schmitt
Gast
Eric Schmitt

….sorry…Staat natürlich!

Eric Schmitt
Gast
Eric Schmitt

Unglaublich, was in unserem Statt inzwischen möglich ist.

Sabrina
Gast
Sabrina

Auch dieses traurige Urteil bzw. seine Kommentierung durch die Gerichtssprecherin reiht sich ein in eine be- und erdrückende Vielzahl politisch-korrekter und sicher so gewünschter Justizurteile. Demokratie muß aber durch „Gewaltenteilung“ gekennzeichnet sein.
Da stellt sich dann immer weniger die Frage, in welchem System wir eigentlich leben…

thombar
Gast
thombar

sowas kann man nicht „gut wegstecken“ das verfolgt einen ein ganzes leben lang!

wer so einen bullshit verzapft hat keine ahnung oder böse absichten!

Entwürdigter
Gast
Entwürdigter

Nun, diese Dame scheint den „alten weißen Männern“ in nichts nachzustehen.