(David Berger) Wie vor allem italienische Zeitungen berichten, ist der Vizepräsident der Imame Frankreichs und Ober-Imam von Nimes, Hocine Drouiche, kurz nach dem Massaker von Nizza von seinem Amt zurückgetreten. Seine Begründung: Inzwischen sei es schwer, „zwischen dem Islam und Islamismus zu unterscheiden“.

Außerdem befürchte er, dass in den Moscheen statt über das Blutbad von Dingen geredet werde, die damit gar nichts zu tun haben.

Er wolle nicht länger Vizepräsident einer Organisation sein, die tatenlos zuschauen, wie der soziale Friede immer mehr gefährdet sei – und ständig beteuerten, dass es gar keinen Extremismus gebe. Zeitgleich legte er auch seine Ämter im „Conseil français du culte musulman“ nieder.

Der italienischen Tageszeitung „Il Foglio“ sagte er bereits nach den islamistischen Attentaten von Paris:

„Von den Muslimen ist kein wirkliches Engagement gekommen, um dem Problem des Hasses und der Radikalisierung etwas entgegen zu setzen.“

Damals gab er noch seiner Hoffnung Ausdruck, dass die furchtbaren Ereignisse die Muslime in ganz Europa aufwecken, um den gesellschaftlichen Frieden in Europa irgendwie zu retten. Diese Hoffnung hat er nun offensichtlich ganz aufgegeben.

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Foto: Hocine Drouiche bei einer Kundgebung © Screenshot youtube https://www.youtube.com/watch?v=dhY-ARfTB7Y