Diskussionen um Irankonflikt: Seid Patrioten, nicht Idioten!

(David Berger) Die Reaktionen auf den Angriff gegen die Islam-Diktatur im Iran sorgen im patriotischen Lager für heftige Kontroversen. In den sozialen Netzwerken schlägt die Debatte teils in persönliche Anfeindungen um. Statt weiterer Eskalation braucht es nun Sachlichkeit, Respekt und die Rückbesinnung auf gemeinsame Ziele.

Das Statement der AfD-Spitze und die pointierten Äußerungen etwa von Jürgen Elsässer (Compact) oder Auf1 auf der einen und die Äußerungen von Nius oder Apollo, aber auch von Baden Württembergs AfD-Landeschef Markus Frohnmaier zum Angriff auf die Islam-Diktatur im Iran führen derzeit in den sozialen Medien zu – um es freundlich auszudrücken – regen Diskussionen.

Antijüdische Beschimpfungen

Auch ich sah mich u.a. aufgrund meines jüdisch gedeuteten Namens und meiner Freude über das erhoffte Ende des blutigen Regimes im Iran heftigen antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt. Ein Beispiel unter vielen hier:

Im  Hinblick auf den gemeinsamen Widerstand gegen die immer totalitärer werdende Altparteien-Herrschaft sollten wir aber langsam wieder zu einer ruhigen Diskussion zurückfinden. Und zu Themen, die uns tatsächlich ganz direkt hier in Deutschland betreffen. Dazu gehört auch eine verbale Abrüstung und ein respektvoller Umgang miteinander, gerade in den sozialen Netzwerken. Gerald Grosz hat dazu heute einen wunderbaren Text veröffentlicht, der uns alle vielleicht zu einer freundlichen Mäßigung motivieren könnte:

Permanente Selbstzerfleischung ersetzt keine Substanz

„Tino Chrupalla und ich vertreten in der Frage des Nahen Ostens unterschiedliche, ja geradezu gegensätzliche Positionen – er als Politiker, ich als Kommentator. Und dennoch leidet darunter unsere persönliche Beziehung in keiner Weise.

Im Gegenteil: Sie ist getragen von gegenseitigem Respekt. Genau das unterscheidet Haltung von Hysterie. Ich würde mir wünschen, dass auch jene Vertreter des politischen Narrensaums, die mit Schaum vor dem Mund einen Krieg gegen die eigenen Mitstreiter führen, begreifen: Permanente Selbstzerfleischung ersetzt keine Substanz.

Wer um sein politisch unbedeutendes Überleben kämpft, sollte nicht die Axt an die eigene Gemeinschaft legen. Man kann hart in der Sache sein – ohne persönlich zu verrohen. Das ist keine Schwäche. Das ist Charakter. Den haben Patrioten, im Unterschied zu Idioten!“

Tino Chrupalla und ich vertreten in der Frage des Nahen Ostens unterschiedliche, ja geradezu gegensätzliche Positionen – er als Politiker, ich als Kommentator. Und dennoch leidet darunter unsere persönliche Beziehung in keiner Weise. Im Gegenteil: Sie ist getragen von… pic.twitter.com/iCz4dHnDbG

— Gerald Grosz (@GeraldGrosz) March 3, 2026

 Sollten wir das Verhältnis zu Donald Trump aufs Spiel setzen?

Ich gebe noch einen weiteren Punkt zu bedenken: Bitte unterlassen wir auch das Trump-Bashing! Die Trump-Administration ist derzeit weltweit der mächtigste Schutzherr nicht nur für die Einhaltung der Menschenrechte, besonders der Meinungsfreiheit in Deutschland, sondern auch Garantie für einen fairen, demokratischen Umgang mit der AfD. Wollen wir dies wirklich leichtfertig aufs Spiel setzen?

Da mag nun mancher die Nase rümpfen und rufen: „Welch billiger Pragmatismus!“ Aber: Schon der große antike Philosoph Aristoteles wusste, dass die Tugend der Politik nicht die Weisheit, sondern die Klugheit ist.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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