Mit Chören gegen rechts: Grölemeyer will im Magdeburger Dom „Gemeinschaftsgefühl stärken“

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Herbert Grönemeyer entdeckt einmal mehr die Konzertbühne als politische Kanzel: Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt will er im Magdeburger Dom mit Hunderten Chorsängern ein „Zeichen“ setzen – und verbindet die Aktion prompt mit einer Warnung vor der AfD. Ob der moralische Zeigefinger des millionenschweren Popstars allerdings noch Wähler beeindruckt oder längst das Gegenteil bewirkt, darf bezweifelt werden. Gastbeitrag

Herbert Grönemeyer kann es einfach nicht lassen, irgendwelche politischen „Zeichen“ zu setzen. Seine Konzerte missbraucht er regelmäßig dazu, seine plumpen Anti-Rechts-Hasstiraden herauszugrölen und auch sonst lässt er sich keine Gelegenheit entgehen, dem unwissenden Pöbel einzubläuen, was er zu denken und zu wählen hat. Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt will er nun mit rund 350 Sängerinnen und Sängern, die verschiedenen Chören angehören, im Magdeburger Dom singen – um das Gemeinschaftsgefühl zu stärken. In Chören kämen Menschen mit unterschiedlichen Geschichten, Erfahrungen und Ansichten zusammen, sagte Grönemeyer dazu.

Die Idee dazu sei ihm im Mai bei einem Besuch der Initiative Gemeinsame Sache gekommen.

Das Konzert wird nicht öffentlich sein. Die Aktion soll das Verbindende der Chormusik hervorheben und dazu beitragen, dass die Gesellschaft wieder näher zusammenrückt. Aber natürlich geht auch das nicht ohne eine seiner einfältigen politischen Stellungnahmen. Die Entwicklung in Sachsen-Anhalt, wo die AfD in Umfragen mit 42 Prozent an der Spitze liegt und erstmals eine Landesregierung bilden könnte, erfülle ihn mit Sorge, teilte er mit. „Aber nur besorgt zuzuschauen, reicht auch nicht. Wir wollen nichts bagatellisieren. Für mich heißt das vielmehr, selbst etwas zu tun und Haltung zu beziehen, wo Menschen ausgegrenzt oder herabgewürdigt werden“, verkündete er.

Eingebildeter Heldenstatus

Ohne diesen eingebildeten Heldenstatus als Vorkämpfer für das Gute geht es bei Grönemeyer nicht, drunter macht er es nicht mehr. Die Selbstüberschätzung solcher penetranten Gestalten ist wahrlich atemberaubend. Dass sich kein Mensch von ihnen in seiner Wahlentscheidung beeinflussen lässt, übersteigt ihr Vorstellungsvermögen,  aber es geht ihnen ohnehin nur um die eigene Haltungsnabelschau. Sie nehmen der AfD nicht nur keinen einzigen Wähler weg, sondern treiben ihr eher noch welche zu, weil immer mehr Menschen von dieser unerträglichen Oberlehrerattitüde millionenschwerer Haltungskünstler wie Grönemeyer und Hape Kerkeling, aber auch den mitleidswürdigen Anti-AfD-Sketchen des 90-jährigen Dieter Hallervorden nur noch genervt oder sogar angewidert sind.

Da der Chor im Magdeburger Dom nicht öffentlich sein wird, bleiben dem breiten Publikum Grönemeyers Ergüsse zumindest diesmal erspart. Aber natürlich wird er bei nächster Gelegenheit wieder den Mund aufreißen. Sollte die AfD tatsächlich die Landesregierung stellen, können er und Kerkeling ja einmal über ein Duett nachdenken, mit dessen geballter Moralpower die blaue Welle endlich gebrochen wird.

Erstveröffentlichung bei ANSAGE.ORG


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