(David Berger) Mit einer spektakulären Aktion hat die Identitäre Bewegung (IB) am Sonntag auf die geplante Errichtung von Windkraftanlagen im Umfeld des Hermannsdenkmals aufmerksam gemacht. Aktivisten besetzten das Wahrzeichen im Teutoburger Wald und entrollten Transparente, um gegen den Bau eines Windparks in der Nähe der historischen Kulturstätte zu protestieren.
In einer Erklärung begründete die Bewegung ihre Aktion mit dem Schutz von Heimat, Natur und kulturellem Erbe. Wörtlich heißt es: „Wir besetzen das Hermannsdenkmal. Die Regierung will direkt vor Arminius im Teutoburger Wald einen Windradpark errichten. Das würde diese zentrale deutsche Kulturstätte entweihen und unsere Geschichte mit Füßen treten.“
„Heimatschutz ist Umweltschutz“
Die Aktivisten verweisen dabei nicht nur auf die historische Bedeutung des Denkmals, sondern auch auf ökologische Bedenken. Nach ihrer Auffassung seien lokale Vogelarten und sensible Naturflächen durch das Vorhaben gefährdet. Unter dem Schlagwort „Heimatschutz ist Umweltschutz“ versucht die Bewegung seit Jahren, Naturschutz und den Erhalt gewachsener Kulturlandschaften miteinander zu verbinden.
Tatsächlich ist die geplante Bebauung der Gauseköte im Teutoburger Wald seit langem umstritten. Bürgerinitiativen, Naturschützer und Denkmalschützer warnen vor einer erheblichen Beeinträchtigung des Landschaftsbildes rund um das Hermannsdenkmal. Kritiker befürchten, dass eines der bekanntesten deutschen Nationaldenkmäler künftig von Industrieanlagen dominiert werden könnte.
Das Hermannsdenkmal erinnert an Arminius, den Cheruskerfürsten, der im Jahr 9 nach Christus die römischen Legionen des Varus besiegte. Seit seiner Vollendung im Jahr 1875 gilt das Monument als eines der bedeutendsten Symbole deutscher Geschichte und kultureller Identität.
Unabhängig davon, wie man zur Identitären Bewegung steht, trifft die Aktion einen Nerv vieler Menschen. Die Frage, ob historisch gewachsene Kulturlandschaften, Wälder und nationale Erinnerungsorte dem Ausbau der Windindustrie geopfert werden dürfen, wird längst nicht mehr nur von politischen Randgruppen gestellt. Vielmehr wächst in zahlreichen Regionen Deutschlands der Widerstand gegen Projekte, die von Anwohnern als Eingriff in Natur, Heimat und kulturelles Erbe empfunden werden.
Energiewende wird immer suizidaler
Der Teutoburger Wald ist damit erneut zum Schauplatz eines Grundsatzkonflikts geworden: Auf der einen Seite stehen die politischen Vorgaben einer immer mehr in den suizidalen Wahnsinn abgleitenden Energiewende, auf der anderen das Anliegen vieler Bürger, historische Landschaften und identitätsstiftende Orte für kommende Generationen zu bewahren.
Die Besetzung des Hermannsdenkmals verschafft diesem Konflikt neue Aufmerksamkeit. Denn unabhängig von parteipolitischen Debatten bleibt die Frage bestehen, wie viel Rücksicht eine moderne Gesellschaft auf ihre Geschichte, ihre Kulturdenkmäler und ihre gewachsenen Landschaften noch nehmen will. Um sich nicht restlos selbst zu verlieren. Was auch immer unser Verfassungsschutz dazu sagen mag, eines steht fest: Heimatschutz ist Umweltschutz.
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