Merz ausgebuht und ausgelacht

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Man weiß nicht mehr, ob man sich für den Bundeskanzler fremdschämen oder Mitleid mit ihm haben soll. Beim DGB-Bundeskongress in Berlin bekam Bundeskanzler Friedrich Merz deutlich zu spüren, wie wenig Vertrauen viele Beschäftigte in seine Politik noch haben. Als Merz vor angeblich „ausufernden“ Sozialabgaben warnte und tiefgreifende Einschnitte bei Rente und Pflege ankündigte, reagierte das Publikum mit Buh-Rufen und hämischem Gelächter. Ein bemerkenswerter Moment – und ein ehrlicher.

Denn dass ausgerechnet arbeitende Menschen, als die am stärksten vernachlässigte und von Merz nicht nur einmal als zu faul beleidigte Gruppe den Gürtel enger schnallen sollten, wirkt angesichts steigender Sozialabgaben, Lebenshaltungskosten und wachsender Unsicherheit wie blanker Zynismus.

Besonders entlarvend war Merz’ Satz: „Wir wollen Gewinn für alle.“ Dass dieser Spruch im Saal Buh-Rufe auslöste, überrascht kaum. Viele Menschen erleben seit Jahren, dass Gewinne zwar bei Großkonzernen, vor allem aber über immer höhere Steuern bei NGOs und ein einem sich immer weiter aufblähenden Saatswesen ankommen, während der Mittelstand, seit vielen Jahren vernachlässigt, durch Insolvenzen ausgedünnt wird und Beschäftigte unter Lohndruck, steigenden Mieten, Inflation und einem durch die völlig planlose Immigration überlasteten Sozialstaat leiden.

Das Gelächter und die Buhrufe im Saal zeigen deshalb vor allem eines: Immer mehr Menschen glauben nicht mehr daran, dass Merz noch irgendetwas gegen den Niedergang unseres Landes leisten kann. Der Protest gegen Merz war daher nicht bloß eine spontane Reaktion. Er war ein Ausdruck wachsender Frustration über eine vor allem von Brandmauer und SPD erpresste Politik.


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