Mittwoch, 28. Januar 2026

Thüringer Gehacktes jetzt ohne Doktor Mett-Titel

(David Berger) Skandal um Thüringer Ministerpräsident: Voigt verliert Doktortitel – schwere Vorwürfe erschüttern CDU-Chef

Thüringens Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) sieht sich mit einer schweren akademischen und politischen Krise konfrontiert: Die Technische Universität Chemnitz hat dem Landesregierungschef den Doktortitel aberkannt, nachdem Vorwürfe über Plagiate in seiner Dissertation erneut aufgerollt worden sind. Die Entscheidung sorgt in Politik und Öffentlichkeit für heftige Kritik und wirft nicht nur Fragen zur Integrität Voigts, sondern auch zur Glaubwürdigkeit der CDU-Spitze auf.

Wissenschaftlich nicht ausreichend

Nach monatelanger Prüfung kam die Universität zu dem Schluss, dass Textpassagen seiner Arbeit aus dem Jahr 2008 nicht ordnungsgemäß belegt wurden, was den wissenschaftlichen Anspruch des Doktorgrades in Frage stelle. Laut Voigt machen die beanstandeten Stellen nur einen kleinen Teil seiner Arbeit aus, doch die Fakultät hielt die Aberkennung für gerechtfertigt. Nur ein bisschen gelogen, ist eben auch gelogen …

Voigt reagierte auf die Entscheidung mit scharfer Kritik: Er bezeichnete das Verfahren als „höchst ungewöhnlich“ und kündigte eine Klage gegen den Beschluss vor dem Verwaltungsgericht an. Besonders empört zeigte er sich darüber, dass nachträglich neue Bewertungsmaßstäbe eingeführt worden seien, die seiner Ansicht nach im laufenden Verfahren nicht hätten gelten dürfen.

Auswuchs einer verlogenen Politiklandschaft

Doch der Titelentzug ist mehr als das Ergebnis einer juristische Auseinandersetzung: Die Aberkennung des akademischen Grades trifft Voigt in einem sensiblen Moment, nur wenige Monate nach seinem Amtsantritt als Ministerpräsident und mitten in anhaltenden Debatten um politische Positionen seiner Partei. Kritiker warnen, dass dieser Skandal das Vertrauen in seine Führung und die Integrität politischer Eliten weiter beschädigen könnte.

Während Voigt kämpferisch bleibt und den Vorwurf mangelnder Fairness betont, wächst die Erwartung, dass politische Verantwortung und persönliche Konsequenzen folgen müssten. Doch eine politische Landschaft, in der das Lügen zur wichtigsten Tugend wurde, scheinen erschlichene Doktortitel eher das typische Markenzeichen für Politiker als ein Rücktrittsgrund. Zurecht hat Julian Reichelt gedichtet:

Kai Wegner: War den ganzen Tag im Büro eingeschlossen.

Daniel Günther: War als Privatperson da.

Mario Voigt: Habe nicht abgeschrieben.

Friedrich Merz: Keine neuen Schulden!

Wer soll dieser CDU noch ein Wort glauben?

So sieht das freilich das gemeinhin von solchen Politikern nicht nur belogene, sondern auch verachtete Wahlvolk: „Ein Betrüger als Ministerpräsident, geht gar nicht. Also zurücktreten Herr Voigt!“, tönt es nun so oder so ähnlich aus allen Richtungen in den sozialen Netzwerken. „Jeder Tag länger im Amt schadet dem Amt und verhöhnt die, die ihre Doktor-Titel verdient haben“, so Beatrix von Storch. Und böse Zungen fordern, dass als nächstes zu überprüfen wäre, wie rechtmäßig er zu seinem Posten als Ministerpräsident gekommen ist!

Der Oberlehrer als wissenschaftlicher Blender

Ähnlich auch die AfD in einer ersten Reaktion: „Es ist der absolute Tiefpunkt für die Glaubwürdigkeit der Thüringer CDU: Ministerpräsident Mario Voigt verliert seinen Doktortitel. Ausgerechnet der Mann, der sich stets als moralischer Oberlehrer aufspielt und die Öffentlichkeit lieber mit Diskussionen über Mettbrötchen ablenkt, anstatt echte Politik zu machen, steht nun als wissenschaftlicher Blender da.

Das passt perfekt ins Bild einer Union, bei der unter Kanzler Merz gebrochene Wahlversprechen und Täuschungsmanöver inzwischen zum guten Ton gehören. Wer im Glashaus sitzt und andere belehrt, sollte tunlichst sauber gearbeitet haben – Voigt hat das offensichtlich nicht und steht nun vor den Trümmern seiner eigenen Arroganz.

Die Faktenlage ist erdrückend: Die TU Chemnitz hat Voigt den Doktorgrad aberkannt. Zwar kündigte er umgehend Klage an, doch der politische Schaden ist irreparabel. Dieser Vorgang wiegt umso schwerer, wenn man sich vergegenwärtigt, wie Voigt ins Amt kam. Bei der Landtagswahl 2024 votierten 32,8 Prozent der Thüringer klar für die AfD als stärkste Kraft, während die CDU mit 23,6 Prozent weit abgeschlagen landete.

Dennoch mauerte sich Voigt entgegen dem eindeutigen Wählervotum in die Staatskanzlei – ein Manöver, das nun wie ein Bumerang zurückkommt. Wir fordern politische Redlichkeit statt akademischer Eitelkeiten. Ein Regierungschef, der beim Wählerwillen trickst und nun um seine akademische Glaubwürdigkeit prozessieren muss, ist eine Belastung für das Land und das Amt. Thüringen hat eine Führung verdient, die das Volk respektiert und nicht durch juristische Hintertüren an der Macht klebt. Wir stehen bereit, um Recht, Ordnung und vor allem Ehrlichkeit in der Politik wiederherzustellen.“

Das Amt ebenfalls erschlichen

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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