(David Berger) Ein von dem französischen Staatspräsidenten Macron schon länger erbetenes Treffen mit Papst Leo wurde nun abgesagt. So jedenfalls der frühere Sekretär des Dikasteriums für Kultur, Monsignore Pagazzi. Der berichtet, dass der Heilige Vater sich geweigert habe, Präsident Macron Anfang Januar zu einer Privataudienz zu empfangen.
Ein Grund für das Zerwürfnis zwischen Macron und dem Vatikan: Der von Macron angeordnete, vom Pariser Bischof willig vollzogene Austausch einiger auch nach dem Brand völlig intakter traditioneller Kirchenfenster in Notre-Dame. Papst Leo XIV. spricht in diesem Zusammenhang von einer schrecklichen „Travestie“.
Satanismus, Euthanasie und Sterbehilfe
Hinzu kommt die Tatsache, dass es „ungerechte Sterbehilfegesetze gibt, die das Leben selbst in seiner letzten Stunde nicht achten“. Das „bedauerliche“ Klima zwischen der französischen Seite und dem Papst, so Monsignore Giovanni Cesare Pagazzi hänge auch mit „dem Antiamerikanismus des französischen Lagers“ zusammen. Das bestätigen zudem Personen aus dem nahen Umfeld des Heiligen Vaters. Diese Informationen teilt auch der gewöhnlich gut unterrichtete französische Politiker François Asselineau, Präsident der UPR.
Gerüchten zufolge soll auch der Erzbischof von Paris bereits im nächsten September seines Amtes enthoben werden, da „die Kathedrale Notre Dame Eigentum Gottes ist und der Staat bzw. Macron sich als Hüter aufspielt, um einen Missbrauch des Gebäudes und damit eine Entweihung vorzunehmen“. Pagazzi berichtet in diesem Zusammenhang zudem von einem Gespräch mit S.E. Kardinal Vinko Puljić, der ebenfalls vom Ärger Papst Leos über die neuen Kirchenfenster in Notre Dame spricht. Puljić gilt als einflussreiche Persönlichkeit in der katholischen Kirche des ganzen Balkans, die sich für die Rechte der katholischen Gemeinschaft in seiner Region engagiert hat.
Vinko Puljic appelliert im Sinne des Papstes an den Erzbischof von Paris und den französischen Präsidenten Emmanuel Macron, „die Gesetze zum kirchlichen Erbe mit Respekt auszulegen“. Monsignore Giovanni Cesare Pagazzi, geht noch weiter: „Das Austauschen des Buntglasfensters kommt einer Gewalttat gleich, entweiht es und stellt somit die eigene Macht über Gott unter Beweis. Dies ist ein klares und bewusstes Zeichen einer satanischen Struktur, die das verunreinigt, was Christus gehört“, so der Bischof.
Auch Brigitte Macron Problem für das Verhältnis zum Vatikan
Für einen Skandal hatte bereits das Verhalten von Brigitte Macron bei dem Einweihungsgottesdienst der Kathedrale gesorgt. Infovaticana berichtete damals über einen offenen Brief des französischen Priesters Guy Pagès an Papst Leo XIV, in dem er eine kirchliche Intervention wegen eines schweren liturgischen Skandals fordert. Anlass ist die Wiedereröffnungsmesse der Kathedrale Notre-Dame am 8. Dezember 2024, bei der Brigitte Macron in einer Live-Übertragung die Kommunion in die Hand empfing.
Pagès kritisiert, dass die Kommunion öffentlich und kommentarlos ausgeteilt wurde, obwohl Brigitte Macron zivil verheiratet, geschieden und nach kirchlichem Recht nicht sakramental verheiratet sei. Zudem verweist er auf ihre öffentliche Unterstützung von Abtreibung, Euthanasie und LGBT-Positionen. Gemäß dem Kirchenrecht hätte sie daher nicht zur Kommunion zugelassen werden dürfen. Er wirft den Verantwortlichen der Messe vor, ihre Pflicht verletzt zu haben, die Kommunion diskret zu verweigern, um einen öffentlichen Skandal in der französischen Kirche zu verhindern.
Ein Treffen zwischen Macron und Leo XIV. wäre daher „presque malsaine („beinahe ungesund“) geworden, erklärte Bischof Giovanni Cesare Pagazzi.
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