Sonntag, 18. Januar 2026

Studie: Viele Muslime in Deutschland offen für einen Wechsel zum Christentum

(David Berger) Eine neue repräsentative Umfrage zeigt überraschende Ergebnisse über religiöse Einstellungen in Deutschland: Neben der bekannten Tatsache, dass viele Menschen aus den christlichen Kirchen austreten, gibt es auch eine bemerkenswerte Offenheit in die andere Richtung.

Laut der aktuellen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts INSA, die unter anderem für Die Tagespost, Idea und die Initiative „Neuer Anfang“ durchgeführt wurde, kann sich rund jeder siebte Muslim in Deutschland vorstellen, Christ zu werden. Und das trotz der extremen Bedrängnisse, in die ein zum Christentum konvertierter Ex-Moslem geraten kann (Hinrichtung des Apostaten: murtadd). Dazu passt die derzeit besonders aktuelle Feststellung, dass unter den Persern die derzeit am schnellsten wachsende Religion das Christentum ist.

Die Studie zeigt darüber hinaus, dass insgesamt etwa 8 Prozent aller Deutschen bereit wären, wieder einer christlichen Kirche beizutreten. Besonders ausgeprägt ist dieses Potenzial bei jungen Erwachsenen zwischen 18 und 29 Jahren: Hier geben etwa 16 Prozent an, sich eine Rückkehr zum kirchlichen Leben vorstellen zu können. Dabei ist es nicht die Vorstellung einer „modernisierten“ Kirche, die sie anzieht: Nur jeder Sechste (16 Prozent) findet eine solche Modernisierung der katholischen Kirche in Anpassung an den Zeitgeist (Homoehe, Frauenpriestertum usw.) in Deutschland richtig, knapp jeder Fünfte (19 Prozent) findet ihn falsch, zwei Drittel (65 Prozent) haben davon noch nie gehört (39 Prozent) beziehungsweise wollen oder können darauf nicht antworten (26 Prozent).

31 Prozent der Muslime würden eine Re-Christianisierung Deutschlands begrüßen

Insgesamt wünscht sich fast jeder Dritte eine Re-Christianisierung Deutschlands. So eine Umfrage des Markt- und Sozialforschungsinstituts INSA-Consulere (Erfurt) im Auftrag der Evangelischen Nachrichtenagentur IDEA vom letzten Jahr.  Dabei sind es vor allem Männer, die eine solche Rechristianisierung wünschen.

Und was ebenfalls erstaunt: „Unter den Angehörigen der christlichen Konfessionen teilen ihn Freikirchler mit 57 Prozent am häufigsten. Mit großem Abstand folgen Katholiken (39 Prozent) und landeskirchliche Protestanten (34 Prozent). Bei den Muslimen wünschen sich 31 Prozent eine Re-Christianisierung, bei den Konfessionslosen sind es 21 Prozent.

Unter den Anhängern der politischen Parteien sind die Sympathisanten der AfD mit 49 Prozent am häufigsten dafür, gefolgt von den Parteigängern der CDU/CSU (39 Prozent), der SPD (24 Prozent), der Grünen und der Linken (jeweils 16 Prozent).“

Wenn Christ, dann richtig

Die Ergebnisse illustrieren ein vielfältiges religiöses Bild in der Bundesrepublik: Zwar gehört etwas weniger als die Hälfte der Bevölkerung offiziell einer christlichen Kirche an, doch deutlich mehr Menschen – rund 73 Prozent – sind getauft.

Auch beim Glauben zeigen sich große Unterschiede: Während etwa 42 Prozent der Deutschen an Gott glauben, merken die Forscher an, dass die religiöse Bindung unabhängig von der formalen Kirchenmitgliedschaft ist. Bei jüngeren Altersgruppen ist der Glaube sogar stärker ausgeprägt als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Für die christlichen Kirchen könnte dies wichtige Impulse bedeuten: Die Studienautoren sehen in den Ergebnissen Hinweise darauf, dass eine spirituelle Suche auch außerhalb traditioneller Strukturen stattfindet, und dass insbesondere Menschen mit muslimischem Hintergrund in Deutschland offen für einen christlichen Glaubensweg sind – wenn sie entsprechende Angebote und Raum für Austausch finden. Und auf Menschen und Gemeinden stoßen, die den christlichen Glauben authentisch und glaubwürdig leben.

„Rechtskatholisch“ überzeugt

Schon vor einigen Jahren stellte die Herder-Korrespondenz fest: „Erwachsene Taufbewerber kommen in solche Unterrichtssitzungen nicht mit den kritischen Fragen, die ihre christlich aufgewachsenen Altersgenossen haben. Kritisch gegenüber der Kirche war man höchstens, wenn es um die Öffnungen des Zweiten Vatikanums ging. Einige wünschten sich mehr katholisches Profil. Spürbar war anfangs eine Faszination für die als Klarheit empfundenen Abgrenzungen rechtskatholischer Kreise …“

Und weiter zu den zum Katholizismus konvertierten Ex-Muslimen: Sie „haben besondere Freude daran, das Formale ihrer neuen Identität zu pflegen. Rosenkranz und eucharistische Anbetung mögen für manchen Firmling unserer Breiten unattraktiv sein – für die Muslime waren es besonders beliebte Gebetsformen. Einige Katholiken meinen, man könne Katechumenen daran erkennen, wie bewusst sie das Weihwasser nehmen und die Kniebeuge vollziehen. Interessiert zeigten sich die Taufbewerber auch an liturgiegeschichtlichen Erschließungen. Da viele von ihnen bereits Kontakt mit Freikirchen gehabt hatten, war ihnen eine würdige, traditionsbewusste Messfeier (siehe Foto) besonders wichtig.“

In Berlin dürfte man all dies in vorbildlicher Weise zum Beispiel die katholische Gemeinde St. Afra finden. Jeden Sonntag ist die Kirche dort bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Die Gottesdienstbesucher sind durchschnittlich geschätzt etwa 28 Jahre alt.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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