Freitag, 16. Januar 2026

51 % der Deutschen: Rechtsextremismus größte Gefahr für Demokratie

(David Berger) Die AfD führt zwar in der neuesten INSA-Umfrage, aber ein echter Stimmungswechsel ist auch nach dem linksextremen Terroranschlag in Berlin, einem katastrophalen Niedergang unserer Wirtschaft und angesichts des unbeliebtesten Kanzlers aller Zeiten nicht feststellbar. Muss alles noch viel schlimmer werden?

Die AfD (26%) legt in dieser Woche einen halben Prozentpunkt zu, wohingegen die Union (24,5 %) einen halben Prozentpunkt verliert. Dahinter folgt unverändert die SPD (14,5 %). Da die Grünen (12 %) einen Punkt hinzugewinnen und die Linkspartei (10 %) einen verliert, sind die Grünen wieder vor der Linkspartei. Das BSW (4 %) bleibt konstant und die FDP (4 %) legt einen halben Prozentpunkt zu. Fünf Prozent (-0,5) entfallen auf sonstige Parteien.

(c) INSA

Nach dem linksextremen Terrorakt in Berlin schockieren die Ergebnisse auf die Frage: „Was gefährdet aus Ihrer Sicht die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland derzeit?“

Am häufigsten sind die Befragten der Meinung, dass die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland derzeit der Rechtsextremismus gefährdet (51 %). Darauf folgt Islamismus und Linksextremismus mit je 41 Prozent. Zwölf Prozent nennen hier die Mitte der Gesellschaft. Zwei Prozent führen etwas anderes an. Fünf Prozent können und sechs Prozent wollen diese Frage nicht beantworten.

(c) INSA

„Besonders häufig sagen die über 60-Jährigen, dass sie eine Gefährdung durch den Rechtsextremismus sehen. Die Altersgruppen zwischen 40 und 59 Jahren sehen am häufigsten eine Gefährdung durch den Islamismus. Die Westdeutschen nennen am häufigsten den Rechtsextremismus (53 Prozent), die Ostdeutschen den Linksextremismus (45 Prozent).

Vor allem westdeutsche Staatsfunk-Opfer in Angst vor Rechtsextremismus

Befragte, die sich selbst links der Mitte (76 Prozent) oder in der Mitte (54 Prozent) verorten, sehen im Rechtsextremismus am häufigsten eine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung. Die Befragten, die sich selbst rechts der Mitte verorten, sehen am häufigsten den Linksextremismus (65 Prozent) als Gefährdung. Bei allen Unterschieden, zum Beispiel zwischen den Altersgruppen und der politischen Selbstverortung, kann festgehalten werden, dass es eine breite Sensibilität für die Gefährdungen gibt. 30 Prozent derjenigen, die sich rechts der Mitte verorten, sehen eine Gefährdung durch den Rechtsextremismus. 22 Prozent, die sich links der Mitte verorten, sehen eine Gefahr durch den Linksextremismus und mit 17 Prozent stellen die Befragten, die sich selbst in der Mitte verorten, den höchsten Wert bei denjenigen, die die Mitte der Gesellschaft als Gefährdung für die freiheitlich-demokratische Grundordnung sehen. Dass der Islamismus die FDGO gefährdet, finden 27 Prozent der Befragten links der Mitte, 42 Prozent der Befragten in der Mitte und 63 Prozent der Befragten rechts der Mitte.

Solange das Bewusstsein um die Gefährdungen für die freiheitlich-demokratische Grundordnung wach ist und keine Gruppe auf einem Auge gänzlich blind ist, habe ich Vertrauen in ihre Stabilität. Wichtig ist, dass wir uns die Sensibilität für die Gefährdungen bewahren.“ – so Hermann Binkert, der Chef von INSA.

Dazu passt, dass laut der INSA-Umfrage die relative Mehrheit von 48 Prozent der Befragten keine Angst hat, selbst von einem massiven, über mehrere Tage andauernden Stromausfall betroffen zu werden. Neun Prozent wissen es nicht und zwei Prozent machen hierzu keine Angabe.

Muss alles noch viel schlimmer werden?

Das bestätigt eine Beobachtung, die ich in den fast 10 Jahren, in denen ich diesen Blog betreibe, immer wieder machen musste, besonders im Hinblick auf die Zerstörung der Meinungsfreiheit, Facebook-Sperren oder noch perfider bei der finanziellen Vernichtung von Regierungskritikern. So lange man (besonders auch Kollegen aus dem Spektrum der „alternativen“) selbst nicht betroffen war, was das Thema weitgehend uninteressant oder wurde mit einem „Er hätte ja etwas vorsichtiger sein müssen“ kommentiert. Erst als man dann selbst in irgendeiner Form betroffen war, verstand man die Welt nicht mehr so recht.

Darüber hinaus erweist sich vermutlich eine stark verfemte Einsicht auch hier wieder als wahr: dass alles noch viel schlimmer werden, unser Land erst so richtig vor die Wand fahren muss, bis die große Mehrheit aufwacht.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Bestseller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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