Samstag, 13. April 2024

FDP will AfD-Abgeordneten Bystron aus dem Land jagen

(David Berger) Ausgerechnet ein FDP-Abgeordneter, dessen Partei sich einstmals für die Freiheitsrechte engagierte, empfiehlt im Plenum des Bundestags dem Bundestagsabgeordneten Petr Bystron, der mit 15 Jahren vor den Kommunisten in der Tschechoslowakei flüchten musste, aus Deutschland zu verschwinden. 

Dass Hass und Hetze gegen die AfD bei den Abgeordneten der Altparteien zum Grundbestandteil ihres „Demokratiekonzeptes“ gehören, ist längst bekannt. Dabei wird aber auch immer deutlicher, welche Personen ihren Besitzständen und der von ihnen beanspruchten Deutungshoheit am gefährlichsten werden. Mit zu diesen Personen gehört der Bundestagsabgeordnete Petr Bystron.

Wenn es Dir hier nicht passt, hast Du abzuhauen!

Bystron, in Olmütz geboren und auch in der Tschechoslowakei aufgewachsen, ging bereits mit 14 Jahren aktiv in den Widerstand gegen das kommunistische System. Er war erst 15 Jahre alt, als er von der tschechoslowakischen Stasi beim Verteilen „verbotener Lieder“ verhaftet wurde. 1988 gelang ihm schließlich die Flucht in die Bundesrepublik Deutschland. Der kraftvolle Kämpfer für die Grund- und Menschenrechte ist er auch hier geblieben. Was in einer Zeit, in der die Berufung auf unser Grundgesetz als „Nazi-“ und „Querdenker-„Marotte gilt, nicht immer leicht ist.

Der Satz: „Wenn es Dir nicht passt bzw. Du Dich unserem Regime nicht gehorsam und ohne Aufzumucken unterordnen willst, dann hau doch ab!“ trifft mit Bystron jemanden, der weiß, was politische Verfolgung, Flucht und die Schwierigkeiten eines Neuanfangs bedeuten.

Dunkle Zeiten

Daher fragt man sich: War es schlicht dumpfe oder gar berechnende Hetze, mit der der FDP-Bundestagsabgeordnete Ulrich Lechte (Motto: „Wir müssen mehr miteinander reden!“) seinen Bundestagskollegen Bystron nach dessen fulminanter Rede am vergangenen Freitag in einer Bundestagsdebatte anging. Die wenig kunstvoll vorgtragene Philippika Lichtes gipfelte in dem aus dunklen Zeiten deutscher Geschichte bekannten Ratschlag:

„Verkaufen Sie hier alles und emigrieren Sie erneut zu irgendwelchen anderen Freunden in dieser Welt…“

Aber sehen Sie selbst:

Die USA von Biden & Soros sind nicht unser Freund!

Was hat nun Lechte und die Seinen so aufgebracht?

Die FDP-Hetze gegen Bystron hat noch einen ganz persönlichen Hintergrund: Die SZ berichtete – nicht ohne einen schadenfreudigen Ton – unter dem Titel „Rauswurf für Bystron“:

„Petr Bystron muss raus. Nicht aus dem Bundestag, sondern aus seiner privaten Wohnung in München. Am Dienstag verkündete eine Zivilkammer am Landgericht München I, dass der AfD-Politiker das 220 Quadratmeter große Domizil in Bestlage an der Türkenstraße bis Ende August zu räumen habe. Sein Vermieter, die gemeinnützige Erwin-und-Gisela-Steiner-Stiftung, hatte ihm im vergangenen Jahr gekündigt, weil im Mietvertrag eine teils private, teils gewerbliche Nutzung vereinbart gewesen sei. Bystron habe aber die Wohnung nur noch privat genutzt.“

Extremer Rassismus bei der FDP

Der Fall, dass AfD-Abgeordnete, teilweise sogar rassistisch oder mit antisemitischen Untertönen im Bundestag angegangen werden, ist nicht neu. Jürgen Braun veröffentlichte im Februar 2020 einen üblen Vorfall, nach dem Frau Strack-Zimmermann dem AfD-Politiker Prof Harald Weyel, dem dunkelhäutigen Sohn eines US-GI, eine ganze Schimpfkanonade an den Kopf:

„Woher haben Sie denn diesen Professorentitel?“ Seinen Professorentitel habe er wohl auch aus Afrika bzw. dem Orient! Zeugen gaben an, sie hätten noch Schlimmeres gehört. Einen Teil der rassistischen Suada brachte Braun dann vor den Ältestenrat des Bundestags, der offensichtlich ebenfalls entsetzt war und sich auf eine Entschuldigung der FDP-Frau bei Weyel einigte. (Quelle)

Petr Bystron ließ PP nun wissen, dass die AfD fest entschlossen ist, auch den jüngsten Vorfall vor den Ältestenrat des Bundestags zu bringen.

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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