Mittwoch, 30. November 2022

Gefahr durch Blackout: Alle Regierungsgeschäfte stünden still

Deutschland verschwände binnen Sekunden von der politischen Weltkarte, wäre die Regierung, der Kanzler, die 16 Bundesministerien und 37 Staatssekretäre nicht mehr erreichbar.

Weder per Telefon noch per E-Mail wären sie zu sprechen, ob nun Staatsoberhäupter aus USA, China, Paris oder Kiew Kontakt aufzunehmen versuchten. Im Krisen- und Kriegsfalle ist das Funktionieren der Kommunikation zwischen Staaten essenziell und überlebensnotwendig. Ohne Strom kein Telefon, keine E-Mail, kein Internet. Deutschland existierte de facto nicht mehr.

Ein Schiff ohne Kapitäne?

Ein Land ohne Regierung? Eigentlich undenkbar. Der politische „Schiffsverkehr“ würde eingestellt, so die uns bisher vorliegenden Informationen. Genauso verfahren auch die Kapitäne der Fähren auf dem Berliner Wannsee. Bei starkem Nebel ruht die Flotte, die Gefahr der Kollision mit Lastkähnen und kleinen Booten ist einfach zu groß.

Doch auf der Kapitänskanzel eines ganzen Landes? Kollisionen erfolgten mangels Informationsaustausch mit befreundeten und feindlich gesinnten Ländern. Die Konsequenzen könnten in eine Jahrtausend-Katastrophe führen. Und was tut man?

Der Bundestagsabgeordnete Dr. Götz Frömming, AfD, parlamentarischer Geschäftsführer, wollte es genau wissen und nahm sein Recht wahr, das jedem Abgeordneten zusteht und richtete eine „Einzelanfrage“, so der bürokratische Terminus, an die Bundesregierung:

Wortlaut:

Wie stellt die Bundesregierung sicher, dass auch im Falle eines totalen Blackouts die Regierungsgeschäfte weitergeführt werden können?

Das Schreiben des Staatssekretärs Dr. Graichen war alles andere als beruhigend. In der kurzen Antwortzeit (Anmerkung: 14 Tage) wäre keine Bestandsaufnahme möglich.
Whistleblower im Hause des Bundestages wissen allerdings, dass erst jetzt das Notfallmanagement des Deutschen Bundestages an einem Blackout-Notfallplan arbeiten würde. Das stimmt besorgt, hat doch das oberste Gremium des Landes verabsäumt, rechtzeitig Vorsorge zu treffen. Wer beim Heranrücken einer Gefahr erst mit der Planung beginnt, die sich in Berlin oft über Jahre hinziehen kann, der hat politisch versagt, der hat jegliches politische Vertrauen verspielt.

Titanic 2022

Mehr als 83 Millionen Bürger sind konkret gefährdet, wenn die Kapitäne des Wohlfahrtsdampfers MS Deutschland das mögliche Auftauchen von Eisbergen, wie einst beim Untergang der MS Titanic, blindlings ignorieren.

Götz Frömming: „Ich fordere die Bundesregierung auf, den Notfallplan, der den Weiterbetrieb von Regierung, Parlament, Abgeordnetenbüros, Telefon-, Computer- und Internettechnik, der Fahrstühle, der Beleuchtung, der elektronischen Gebäudezugangssicherung und der Fluchtwegsicherheit regelt, offenzulegen. Als Staatsbürger haben wir das Recht dazu.

Nur so können wir sicher sein, dass die Bundesregierung die Notfallvorsorge nicht vernachlässig. Die Flutkatastrophe im Ahrtal hat gezeigt, dass blindes Vertrauen in die Regierung Tod und Verderben bringt.“

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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