Am Rande des DFB Pokalerfolges des SV Babelsberg 03 gegen die SpVgg Greuther Fürth kam es am vergangenen Samstag, den 7.8.2021, zu einer gewalttätigen Aktion. Ein Gastbeitrag von Julian Marius Plutz.

Am Rande des DFB Pokalerfolges des SV Babelsberg 03 gegen die SpVgg Greuther Fürth kam es am vergangenen Samstag, den 7.8.2021, zu einer gewalttätigen Aktion. Der Blogger Liyun Gothóni (https://libertacelestin.de/) verfolgte in Begleitung zweier Personen im Heimstadion des Brandenburger Fußballclubs der Partie, als er Mitte der zweiten Halbzeit von Fans der Gastgeber erkannt wurde.

Es folgten Beleidigungen wie „Bastard“ „Hurensohn“, „Faschist“, bis hin zu Schubsen, Schlagen und Treten. Zunächst wollten zwei weitere Fans den Konflikt schlichten. Als einer der Täter den zunächst friedlich wirkenden Ultras den Twitter-Account des Opfers auf seinem Smartphone zeigte, in dessen Biografie unter anderem eine Deutschland- und Israelflagge abgebildet ist, fühlte sich die Menge, die binnen Minuten immer größer wurde, in ihrer Gewalt bestätigt.

Morddrohungen

Es folgten, auch von denjenigen, die zunächst schlichten wollten, Beschimpfungen, bis hin zu Morddrohungen und Tätlichkeiten. Immer wieder wurde auf das Standbein des Opfers getreten. Schließlich verlor er den Halt und ließ sein Handy fallen, das wiederum von einem der Täter aufgegriffen, mit voller Wucht auf den Boden geschmettert und damit zerstört wurde. Unter den Augen der Ordner, die nicht eingriffen, wurde das Opfer schlussendlich aus dem Block geworfen.

Herr Gothóni erstatte noch am selben Tag Anzeige wegen gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung und Sachbeschädigung. Bislang zeigte sich der der Verein wenig kooperativ. Mehrere Anfragen, eine Stellungnahme abzugeben, blieben unbeantwortet.

Dezidiert linker Fußballclub

SV Babelsberg 03, auch „St. Pauli des Ostens“ genannt, versteht sich als dezidiert linker Fußballclub und Anlaufstelle autonomer Szenegänger. Auf ihrer Homepage distanziert sich „Nulldrei“ von Gewalt jeglicher Art. Dort heißt es, der Verein vertrete Werte wie „eine Fußballfankultur ohne körperliche Gewalt oder auch nur die Angst vor ihr“.

Diesem Anspruch wurde der Verein, zumindest am vergangenen Samstag, nicht gerecht. Das Opfer, das seit mehr als drei Jahren immer wieder im Karl-Liebknecht-Stadion als Zuschauer zusehen war, bezeichnet sich selbst als SV Babelsberg Fan, was sich auch, laut eigener Aussage, nach dieser Gewalttat nicht ändern wird. Einschüchtern lassen will sich der 20- Jährige jedenfalls nicht.

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Zum Autor: Julian Marius Plutz ist 1987 geboren und betreibt seinen eigenen Blog neomarius.blog. Hier erschien der oben veröffentlichte Text zuerst. Ferner erscheinen seine Texte unter anderen auf TheEuropean.de und achgut.com. In seinen Texten beschäftigt er sich mit dem Arbeitsmarkt, der politischen Linken und der LGBT Bewegung. Hauptberuflich arbeitet Herr Plutz im Personalbereich.“

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