Samstag, 2. März 2024

Alle warten gespannt, manche ängstlich auf Carlson-Interview mit Putin

(David Berger) Mehr als 60 Millionen haben die Ankündigung des Star-Journalisten Tucker Carlson bisher aufgerufen, mit der er erklärt, warum er nach Russland gereist ist, um Wladimir Putin zu interviewen. Das Interview soll ab morgen (Donnerstag 8. Februar 2024) um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit zu sehen sein. 

„Westliche Regierungen werden sicherlich ihr Bestes tun, um dieses Video auf anderen, weniger prinzipientreuen Plattformen zu zensieren, weil sie Angst vor Informationen haben, die sie nicht kontrollieren können“. Aber: „Ihr sollt so viel erfahren wie möglich. Und euch dann wie ein freier Bürger – nicht wie ein Sklave – eine eigene Meinung bilden.“

Erstes Interview mit einem westlichen Medienvertreter

Erwartungsgemäß große Aufregung bei den kriegsgeilen Propagandamedien des Westens: als „rechts“ (ui wie schlimm für Demokraten!), „kein Journalist“ und als „Trump-Freund“ wird Carlson geframet. Noch bevor auch nur ein Wort des Interviews bekannt ist, bezeichnet t-online das Interview als einen „Tabubruch“ und kritisiert „Carlsons ruchlose Kreml-Propaganda“ in der Vergangenheit.

Noch peinlicher agieren die US-Medien:

Gemischt ist das Ganze mit dem zusätzlichen Neid, der wie viele andere „himmelschreiende Sünden“ in der Journalunkennblase besonders stark ausgeprägt ist. Denn wer hätte nicht gerne dieses Interview geführt, wenn es denn politisch erlaubt wäre, beide Seiten zu Wort kommen zu lassen? So schreibt der „Spiegel“ – und man hört den Neid aus allen Poren tropfen:

„Es wäre Wladimir Putins erstes offizielles Interview mit einem westlichen Medienvertreter seit Beginn des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine: Tucker Carlson hat angekündigt, den russischen Präsidenten in Russland für ein Gespräch zu treffen.“

Ukraine setzt Carlson auf Todesliste

Auch die Ukraine hat schon in der Weise reagiert, die sie als Herz der EU-Werte und Vorbild für gelebte Demokratie (von der Leyen) wieder einmal sichtbar macht: Sie hat Carlos kurzerhand auf die berüchtigte Todesliste gesetzt.

Mit einer ähnlichen Gesinnung hat der belgische EU-Abgeordnete Guy Verhofstadt auf dem Kurznachrichtendienst „X“ eine Einreisesperre für Tucker Carlson in die Europäische Union gefordert. Wenn die EU tatsächlich Sanktionen gegen Tucker Carlson wegen des Putin-Interviews erwägt, so ist dies kaum mehr als ein Eingeständnis zu werten, dass sie in allem, was die Ukraine betrifft, gelogen haben, so die TV-Moderatorin Candace Owens. In den sozialen Medien kursieren derweil gar Gerüchte, Tucker drohe wegen seines Russland-Besuchs eine Gefängnisstrafe. Elon Musk positioniert sich deshalb hinter Carlson: „Verhaften Sie diejenigen, die seine Verhaftung fordern“, schrieb Musk auf seiner Plattform X, unter einem User-Kommentar, der suggeriert, Carlson müsse nun aufpassen, wenn er nicht der „nächste Julian Assange“ werden wolle. 

Das in die Geschichte eingehende Interview zwischen Tucker Carlson und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin soll ganze zwei Stunden lang sein und in Kürze auf X veröffentlicht werden. Elon Musk soll bereits versprochen haben, das Gespräch nicht zu zensieren. Einige deutsche Journalisten sind derweil auf ein Fake-Transskript des Interviews von Tucker Carlson mit Putin hereingefallen, das auch mir vorlag, aber schnell als solches zu erkennen ist. Überhaupt machen solche leicht einsichtigen Spaß-Interviews derzeit die Runde:

LOVING THE INTERVIEW!!!🤣🤣🤣 pic.twitter.com/HQGFlT0gWU

— il Donaldo Trumpo (@PapiTrumpo) February 8, 2024

„Journalistische Bankrotterklärung“

Der Herausgeber einer bekannten „konservativen“ Wochenzeitung ließ sich in einer vielsagenden Reaktion gar dazu hinreißen, angesichts des Fakes von einer „journalistischen Bankrotterklärung“ zu sprechen. Er löschte dann kurzerhand den peinlichen Kommentar, der freilich schon eine Vorab-Aversion gegen den Kollegen, den auch die kriegsgeile Biden-Administration hasst, vermuten lässt.

A propos: So sehen dann vermutlich Interviews aus, die statt einer „journalistischen Bankrotterklärung“ ein Hochamt des seriösen Journalismus sind:

Empört weisen in diesen Stunden die Vertreter der westlichen Staats- und Konzernmedien den Vorwurf von sich, keine Interviews mit Putin zu führen, sprechen Tucker Carlson ab, Journalist zu sein. Dieselben „Journalisten“ die solche Interviews führen: 🤮pic.twitter.com/eKdjnkjcXr

— Zentrale Ermittlungsstelle (@ZentraleV) February 8, 2024

Update: Das Interview von TuckerCarlson mit Putin wird ab morgen Donnerstag Abend 8. Februar 2024 um Mitternacht mitteleuropäischer Zeit zu sehen sein – zur Primetime in den USA. Es wird zuerst ohne Bezahlschranke hier zu sehen sein: https://tuckercarlson.com/

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David Berger
David Bergerhttps://philosophia-perennis.com/
David Berger (Jg. 1968) war nach Promotion (Dr. phil.) und Habilitation (Dr. theol.) viele Jahre Professor im Vatikan. 2010 Outing: Es erscheint das zum Besteller werdende Buch "Der heilige Schein". Anschließend zwei Jahre Chefredakteur eines Gay-Magazins, Rauswurf wegen zu offener Islamkritik. Seit 2016 Blogger (philosophia-perennis) und freier Journalist (u.a. für die Die Zeit, Junge Freiheit, The European).

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