Ein Gastbeitrag zum 8. März von Bernhard Lassahn

Woran denken wir, wenn wir an Frauen denken? Woran denken wir speziell am 8. März – am Weltfrauentag? Seit wann gibt es diesen Gedenktag überhaupt? Seit 1975. Die Zeit lässt sich genau bestimmen, der Ort nicht. Er heißt zwar „Weltfrauentag“, doch er wurde nicht überall auf der Welt gefeiert. Seit 2019 ist er ein Feiertag im Bundesland Berlin. Wie ist es dazu gekommen?

Der 8. März wurde 1975 von den Vereinten Nationen zum offiziellen „Weltfrauentag“ erklärt und seither in verschiedenen sozialistischen Ländern auf unterschiedliche Art begangen. Mehr als vierzig Jahre später konnte sich das Bundesland Berlin – als wäre es auch ein sozialistisches Land – anschließen, weil es einen arbeitsfreien Feiertag weniger im Kalender hatte als andere Bundesländer, und so wurde 2019 erstmals auch im Bundeland Berlin der „Internationale Frauentag“ proklamiert, selbst wenn es im Vergleich zu 1975 nicht mehr so viele Länder gab, die weiterhin bei der Gelegenheit mitfeiern wollten. Es war irgendwie aus der Mode gekommen. Nordkorea und Angola waren aber schon noch mit dabei.

Wofür steht der 8. März? Warum ausgerechnet dieser Termin? Angefangen hatte alles am 19. März 1911. Damals hatte es den ersten Frauentag gegeben, der insofern international war, als er in vier Ländern – in Dänemark, Deutschland, Österreich-Ungarn und in der Schweiz – begangen wurde. International war er also schon, wenn auch in sehr bescheidenem Maße. Die Welt war es wirklich nicht. Er repräsentierte die „Frauen der Welt“ so wenig wie uns die ersten Temperaturaufzeichnungen (seit ca. 1880) in Österreich-Ungarn Auskunft geben können über die Weltdurchschnittstemperatur.

Wofür engagierten sich die Frauen der Welt im Laufe der Jahre? Das ist nicht so leicht zu sagen. Es wird nicht deutlich, ob es überhaupt so etwas wie einen gemeinsamen Nenner gegeben hat, eine „Invariante der Richtung“, wie Ernst Bloch sagen würde, etwas „identisch Gemeintes“. Gab es da ein bedeutendes Anliegen, das von allen geteilt wurde? Oder zeichnet sich die Geschichte des Frauentages vielmehr dadurch aus, dass es keine zusammenhängende Geschichte ist und nur im Laufe der Jahre unterschiedliche Feindbilder hochhielt, die jeweils einen vordergründigen Zusammenhalt stiften sollten. Es wird jedenfalls nicht deutlich, wofür die Frauen aus den unterschiedlichen Ländern zu den verschiedenen Zeiten waren, wogegen sie waren, ist dagegen leichter zu benennen:

Gegen Demokratie

Der erste „internationale“ Frauentag fand, wie gesagt, am 19. März 1911 statt. Im Jahr zuvor war er auf Initiative von Clara Zetkin auf der 2. internationalen sozialistischen Frauenkonferenz in Kopenhagen beschlossen worden. Clara Zetkin träumte damals von einer deutschen Räterepublik nach sowjetischem Vorbild, in der sie eine führende Rolle spielen würde, und sie versuchte mit der Organisation von solchen Festtagen, Frauen um sich herum zu versammeln, die ihren Traum teilten. Es war also ein Kampftag für eine sehr spezielle Auswahl von Frauen; von Frauen, die – so wie sie – die Demokratie abschaffen wollten. Im Jahr 1933 starb Zetkin in der Nähe von Moskau. Michael Kaste berichtet: „Ein mindestens ebenso prominenter Demokratieverächter trug ihre Urne zur Beerdigung: Josef Wissarionowitsch Stalin.“

Angeregt worden war der erste Frauentag vom Aktionstag für das Frauenwahlrecht in den USA, der wiederum am 28. Februar begangen worden war. Damit tritt ein weiteres Anliegen in die Geschichte der Frauentage: women’s suffrage. Das Thema der Aufmärsche in Amerika war das Wahlrecht für Frauen ­– genauer gesagt: das Wahlrecht für weiße, privilegierte Frauen zu einer Zeit, als es ein freies, geheimes und allgemeines Wahlrecht noch nicht gab. Auch nicht für Männer. Erst recht nicht für Schwarze.

Gegen dies und das

Der Termin änderte sich immer wieder. Einmal fiel er auf den 5. Mai, den Geburtstag von Karl Marx, auch wenn der nicht gerade jemand ist, dessen Namen man mit freien Wahlen verbindet. Man kann ihm vieles nachsagen, aber nicht, dass er für demokratische Wahlen war. Auch den Frauen ging es nicht mehr um das Wahlrecht (das sie inzwischen hatten). Die Themen änderten sich von Jahr zu Jahr. Mal ging es gegen die Gewährung von Kriegskrediten, mal forderten die Frauen regelmäßige Schulspeisung, mal legale Abtreibung.

Auf der Internationalen Konferenz kommunistischer Frauen in Moskau wurde im Jahre 1921 der Termin für künftige Frauentage auf den 8. März festgelegt (nach dem alten russischen Kalender auf den 23. Februar), um damit an einen Textilarbeiterinnenstreik in Sankt Petersburg zu erinnern, der als einer der Auslöser der Februarrevolution von 1917 gilt.

In der Weimarer Republik konnte der Weltfrauentag erst im Jahre 1926 seine Wiederauferstehung feiern – etwas später also, dafür aber in doppelter Ausführung: in der kommunistischen Version mit dem 8.3. als Termin und in der sozialdemokratischen Version ohne festen Termin. Es wurde auch mal eine ganze Woche lang gefeiert.

Die Nazis verboten den Frauentag. Die Aktivistinnen tauchten ab, sie feierten den Tag im privaten Kreis und ließen am 8.3. demonstrativ rote Socken und andere rote Kleidungsstücke an ihrer Wäscheleine flattern. Vielleicht kommt daher der Ausdruck „rote Socke“ – wer weiß.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der internationale Frauentag in der SBZ (der sowjetischen Besatzungszone) zu einer Kampagne umgemünzt, mit der die Planwirtschaft vorangetrieben werden sollte: die dekorative Traktoristin mit Kopftuch und Blumenstrauß wurde zur Galionsfigur der Misswirtschaft.

In den 50er Jahren kam das Gerücht auf, dass der März-Termin nicht etwa an die Arbeiter in Russland erinnern sollte, sondern an die Niederschlagung eines Streiks von Textilarbeitern in New York – anderer Ort, dieselbe Branche. Noch anderen Quellen ging es um einen Brand.

Und heute? Neuerdings soll es um die Fortschritte bei der Gleichstellung gehen, für eine Frauenquote in Dax-Vorständen, um ein härteres Vorgehen gegen sexualisierte Gewalt und um bessere Gagen für die Stars in Hollywood.

Es ergibt einfach kein einheitliches Bild. Man weiß nicht so recht, worum es überhaupt geht. Michel Houellebecq weiß es auch nicht: „Die Frauen bilden keinen einheitlichen Block“, schreibt er. „Sie wollen nicht alle dasselbe. Der Feminismus hat kein überzeugendes Narrativ, keinen geschlossenen Diskurs hervorgebracht.“

Gegen Machos und Antifeministen

Auch Alice Schwarzer kann mit dieser „sozialistischen Erfindung“ nichts anfangen. Die Frauenbewegung, mit der sie sich verbunden fühlt, sei vielmehr, wie sie erklärt, Anfang der 1970er Jahre aus „Protest gegen die machohafte Linke“ entstanden. Es sei eine Linke gewesen, „die zwar noch die letzten bolivianischen Bauern befreien wollte, die eigenen Frauen und Freundinnen aber weiter Kaffee kochen, Flugblätter tippen und Kinder versorgen ließ“. Deshalb ist in ihren Augen die „Übernahme des sozialistischen Muttertags“ der „reinste Hohn“. Das sei noch, wie sie betont, „gelinde gesagt“. Jedenfalls sollte der „gönnerhafte 8. März“ ihrer Meinung nach am besten „einfach abgeschafft“ werden.

Auch Margarete Stokowski sieht anlässlich des Frauentages im Jahre 2016, als er noch kein offizieller Gedenktag war, gewisse Unstimmigkeiten in den eigenen Reihen und vermutet, dass sich Männer – insbesondere welche, die dem Feminismus kritisch gegenüberstehen – brennend dafür interessieren, sie schreibt: „Das Geilste, was Antifeministen sich in ihren feuchtesten Träumen ausdenken können, sind Frauen, die sich gegenseitig bekämpfen und beschimpfen … Am besten: zum Frauentag. Woohooo“.

Dazu möchte ich anmerken, dass „träumen“ und sich „etwas ausdenken“ unterschiedliche Vorgänge sind. Außerdem frage ich mich, ob sie den Mann, dem sie die „feuchtesten“ Träume andichtet, womöglich mit einem Bettnässer verwechselt. Wie auch immer: Wir wissen nun aus berufenen Mündern, dass sich Frauen untereinander nicht einig sind, wissen jedoch immer noch nicht, worum es ihnen eigentlich geht.

Gegen Schwarze

Wir ahnen es aber. Sehen wir uns die Kräfte an, von denen die Frauen bewegt wurden. Was trieb sie um? Da erkennen wir einerseits die kommunistischen Ideale im Zusammenhang mit der russischen Revolution und andererseits eine außer Kontrolle geratene Terror-Mentalität und die Freude an der Zerstörung, wie wir sie bei den Suffragetten in England finden (dazu gleich mehr). Die stärkste Triebkraft war vermutlich die Angst der Frauen in Amerika.

Was war da los? Während des Bürgerkrieges hatte sich erstmals der berüchtigte Ku-Klux-Klan gebildet, eine Terrorgruppe, die Schwarze lynchte und mit dem Ende des Civil Wars wieder aufgelöst wurde. Der Monumentalfilm Birth of a Nation von David Wark Griffith aus dem Jahre 1915 brachte genau das auf die Leinwand, was der Titel versprach: „Die Geburt einer Nation“. Er machte die Identitätsfindung der Nation zum Thema, die Herausbildung eines Selbstbewusstseins des wiedervereinten Amerikas, das nun versuchte, die Kriegserlebnisse aufzuarbeiten und das Zusammenleben mit den befreiten Sklaven neu auszuhandeln.

Die ungeheuer aufwändigen Filmszenen, die das Treiben von schwarzen Milizen und deren Grausamkeiten zeigen, sind von großem künstlerischem Wert und hochgradig umstritten wegen der schockierenden Gewaltszenen und Vergewaltigungen. Der Film gilt als das vielleicht bedeutendste und einflussreichste Werk der amerikanischen Filmgeschichte und wird nach heutigen Maßstäben als „rassistisch“ eingestuft (daher wurde 2016 eine neue Version – The Birth of a Nation – Aufstand zur Freiheit – gedreht, die nicht rassistisch sein will). Dem Original-Film wird vorgeworfen, dass er eine unangebrachte Überlegenheit des weißen Mannes behauptet und wesentlich dazu beigetragen hat, dass es zu einer Neugründung des Ku-Klux-Klans gekommen ist.

Wenig bekannt ist, dass sich gleichzeitig eine starke Frauenorganisation gebildet hat, der WKKKWomen of the Ku-Klux-Klan, oder Women’s Ku-Klux-Klan. Dazu gesellten sich Geheimorganisationen mit so schönen Namen wie Ladies of the Invisible Eye und Unterstützergruppen, die sich auf Öffentlichkeitsarbeit konzentrierten, Artikel verfassten, Spendenaktionen und Aufmärsche organisierten.

Es gab unübersichtlich viele, zum Teil sehr mitgliederstarke Organisationen: die Dixie Protestant Women’s League, die Grand League of Protestant Women, die Kentucky Equal Rights Association, die geheimnisvollen Ladies of the Invisible Empire, die White American Protestants, die exquisiten Queens of the Golden Mask and Hooded Ladies of the Mystic Den und die berühmte Woman’s Christian Temperance Union, die als die größte Frauenorganisation des ausgehenden 19. Jahrhunderts gelten kann.

So also sah die Frauenbewegung in Amerika aus: Es waren weiße Frauen aus der besseren Gesellschaft, die sich von den „Negern“, wie man sie damals nannte, bedroht fühlten und im Ku-Klux-Klan ihre Schutzstaffel sahen, für die sie die bekannten spitzen Mützen nähten und Geld sammelten. Die Männer machten die Dreckarbeit, die Frauen die Propaganda.

Gegen Ausländer und gegen Alkohol

Sie verknüpften ihre Forderung nach Frauenrechten mit dem Kampf gegen Schwarze, Juden und Katholiken sowie gegen weitere Zuwanderer, speziell aus Polen oder Irland, denen sie nicht nur Lüsternheit, sondern auch Alkoholmissbrauch unterstellten. Gegen Alkohol waren sie ganz besonders. Die zwei Meter große Carrie Nation von der Temperance Union war mit dem Absingen von frommen Liedern nicht mehr länger zufrieden und griff zur Axt. In einer Vision hatte ihr Gott persönlich die „Lizenz zum Hacken“ erteilt, daraufhin stürmte sie in einen Saloon und schlug ihn kurz und klein. Nicht nur einen. Insgesamt zertrümmerte sie über hundert Saloons, sie randalierte sogar im Senat und wurde dreißigmal verhaftet. Zwischendurch ging sie auf Tournee und wurde auf ihren Vortragsreisen wie ein Popstar gefeiert.

Doch hauptsächlich ging es den Frauen damals darum, „das Neger-Wahlrecht zu verhindern“ und „die weiße Vorherrschaft durch das Wahlrecht der Frauen zu stärken“. So sah es Carrie Chapman Catt, Präsidentin der National American Suffrage Association und Gründerin der League of Women Voters. „Ich würde mir meinen rechten Arm abschneiden“, verkündete sie, „bevor ich jemals dafür arbeiten oder fordern würde, dass der Neger und nicht die Frau das Wahlrecht bekäme“. Dieses Zitat ragt besonders hervor, weil die Vorstellung, einen Arm zu opfern, gerne genutzt wird, um die Opferbereitschaft von Eltern zu beschreiben, die zugunsten ihres Kindes auf einen Arm verzichten würden. Hier spricht jedoch keine hingebungsvolle Mutter, sondern eine KKK-Unterstützerin, die auf einen Arm verzichten würde, um ihren Rassismus auszuleben.

Gegen Kunst und Kultur

Der Beitrag der berühmt-berüchtigten Suffragetten aus England zur Geschichte des Frauentages bestand hauptsächlich aus Selbstdarstellungen und Terror, oder wie es auf Wikipedia heißt, wo es „gelinde gesagt“ und schmeichelhafter formuliert wird: in der Entwicklung von „neuen Formen des Protests“ und im „passivem Widerstand“, ohne dass die Kämpferinnen aus der upper class wussten, was sie eigentlich wollten.

Zunächst protestierten sie gegen verordnete Untersuchungen zum Gesundheitszustand von Prostituierten und machten auf sich aufmerksam, indem sie demonstrativ in der Öffentlichkeit rauchten: Blauer Dunst und blaue Strümpfe waren ihre besonderen Kennzeichen, mit denen sie sich in Szene setzten. Erst später entdeckten sie den Kampf für das Wahlrecht und radikalisierten sich zunehmend (siehe dazu auch das Schwarzbuch Feminismus).

Sie prügelten sich mit Regenschirmen, setzten die Feuerwehr durch Fehlalarm außer Gefecht, kappten Telefonverbindungen und verübten Brand- und Bombenanschläge: Allein im Jahr 1913 wurden acht Kirchen gänzlich und neun teilweise niedergebrannt, außerdem 23 Schulen, Bahnhöfe und andere Gebäude. Alles für den guten Zweck der Frauenrechte. Mary Richardson ging mit einem Schlachterbeil auf das Gemälde Venus vor dem Spiegel von Diego Velázquez los und rechtfertigte ihre Tat damit, dass sie es nicht leiden könne, wie Männer das Bild anstarrten: „I didn’t like the way men visitors gaped at it all day long.“

Es war nur eins von zehn Attentaten auf Kunstwerke mit einem geschätzten Schaden von acht Millionen Mark. Emily Davidson warf sich in einer spektakulären Aktion bei einem Derby vor das Rennpferd des Königs und starb als Märtyrerin, nachdem vorangegangene Selbstmordversuche erfolglos geblieben waren.

Gegen ein friedliches Miteinander

Wir können uns getrost die Frage stellen, ob das Wahlrecht für Frauen, wie wir es heute kennen, wegen der spektakulären Grenzüberschreitungen der Suffragetten eingeführt wurde oder trotz der Mätzchen dieser Radau-Schwestern, die, wie Angela Merkel vielleicht sagen würde, „nicht hilfreich“ waren? Herbert Purdy, der sich ausführlich mit den Zeitumständen befasst hat, gibt in seinem Buch „Their Angry Creed. The shocking history of feminism, and how it is destroying our way of life“ die Antwort: trotz! Sie haben der Sache eher geschadet als genutzt.

Ein beliebtes Sprichwort besagt, dass man die Eier zerschlagen müsse, wenn man ein Omelett haben will. Es gibt jedoch Leute, die Eier zerschlagen wollen, ohne dass sie überhaupt Appetit auf ein Omelett hätten. Die Suffragetten waren nicht nur gewaltbereit, auch sie waren rassistisch. In der von Emmeline Pankhurst gegründeten Frauenpartei Women’s Party musste zum Wohle der Frauen die „Rassenreinheit“, die von ihr ausdrücklich gefordert wurde, strikt eingehalten werden. Das PM-Magazin erkennt in ihrem Parteiprogramm eine „Mischung aus Feminismus und Faschismus“ – was auch nicht schwer zu erkennen ist.

Wir sprechen gerne von einem „Narrativ“ oder einer „großen Erzählung“, wenn wir eine politische Strömung meinen, eine Weltanschauung oder auch nur ein Vorurteil. Wenn wir die Geschichte des Weltfrauentages ebenfalls als Erzählung ansehen wollen, dann sehen wir einen Schundroman mit einigen dunklen Kapiteln.

Gerade in Zeiten wie diesen, in denen wir uns über den Erhalt der Demokratie Sorgen machen, uns für den Kampf-gegen-Rechts engagieren und mit hochgefahrener Sensibilität nach den Anfängen von rassistischem und faschistischem Denken Ausschau halten, gibt uns der heutige Tag einiges zu bedenken. Zum Glück geht der Tag wieder vorbei, und zum Glück gibt es noch andere Frauen als diese Art von Weltfrauen, die ich oben erwähnt habe.

Es gibt sie wirklich: Frauen, an die wir gerne denken und von denen wir träumen. Am 8. März gibt es ein ganz spezielles Gedenken – eine Femmage – an Hedwig Dohm, „eine der größten Heldinnen und Freiheitskämpferinnen der Demokratie- und Menschenrechtsbewegung“, wie es vom Veranstalter heißt. Mit einem Zitat von ihr will ich meinen kleinen Rückblick abschließen.

Eine Trigger-Warnung vorweg. Das klingt ja gar nicht kämpferisch, gar nicht radikal, gar nicht feindselig, gar nicht so, als müssten sich Frauen und Männer auf ewig unversöhnlich gegenüberstehen. Es klingt überhaupt nicht feministisch, sondern eher nach …wie soll man sagen? Es klingt … Es klingt nach einer Frau, mit der man sich einigen kann – sie schreibt:

„Ohne Sorge seid – ihr eifrigen Freunde der Hausfrau. Nicht alle Frauen werden politisch sich betätigen, denn verschieden von einander schuf Gott die Menschen – Männer wie Frauen.

Treffliche, kluge Frauen gibt es, deren ganzer Lebensinhalt Mann, Kind und Haushalt ist. Gott segne sie!

Und treffliche, kluge Frauen gibt es, die allen hauswirtschaftlichen Interessen abhold, in künstlerischen, wissenschaftlichen oder irgend welchen anderen geistigen Betätigungen ihres Wesens Ausdruck suchen und finden, unbeschadet ihrer Liebe für Mann und Kind. Gott segne auch sie!“

Das finde ich auch.

Mehr zum Thema in: Frau ohne Welt. Der dritte Teil hat den Untertitel „Krieg gegen die Zukunft“. Damit ist die ‚Trilogie zur Rettung der Liebe‘ abgeschlossen.

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