Der Advent (lat. adventus) steht in der christlichen Welt für Erwartung der Ankunft des Herrn, des Erlösers. Eine Erwartung anderer Art gab es vor zehn Jahren in der islamischen Welt. Ein Gastbeitrag von Albrecht Künstle

Am 17. Dezember 2010 begann eine Zeit der Hoffnung auch in der arabischen Welt, nachdem sich in Tunis ein Gemüsehändler aus Verzweiflung über das Versagen der arabisch-muslimischen Obrigkeit anzündete. Die Selbstverbrennung war die Initialzündung für millionenfache Proteste in Ägypten, Libyen, Syrien, Bahrein, Jemen usw. Diese Protestwelle war für die Badische Zeitung der Anlass, den Auslandskorrespondenten Martin Gehlen ganzseitig über „Zehn Jahre Arabischer Frühling“ berichten und kommentieren zu lassen. „Die große Zerrüttung“ war der Aufmacher mit dem Untertitel, „Vom Arabischen Frühling blieb nicht einmal die Hoffnung“.

Schonungslos hält der Autor der arabischen Welt den Spiegel vor: „Im Zentrum des Fiaskos steht der autoritäre Gesellschaftsvertrag, mit dem die arabischen Autokraten ihre Bevölkerung gefügig halten.“ Dieser basiere auf dem „Rentierstaat“, der sich nicht primär auf eigene Arbeit, Innovationen und Wirtschaftskraft stütze. Den Rentierstaat machen Bodenschätze wie Öl, Gas und Phosphat, Immobiliengeschäfte und Devisentransfer von Landsleuten im Ausland aus, aber auch Finanzhilfen westlicher Länder. Die Verteilung der Mittel erfolge durch adelige Herrschaftsdynastien, mafiöse Kartelle aus Politikern, Generälen, Oligarchen – Mullahs im nichtarabischen Iran.

Waffen und Geld an korrupte Systeme

Die Bevölkerung gehe dabei leer aus, zwei Drittel der 400 Mio. Araber würden in prekären Verhältnissen leben. Die fetten Eliten und Machthaber erkaufen sich die Gefolgschaft ihrer Landsleute durch staatliche Wohltaten und einen aufgeblähten öffentlichen Dienst mit überdimensioniertem Polizei- und Sicherheitsapparat samt Militär. Diese Methodik des Machterhalts überfordert aber die Finanzkraft aller arabischen Staaten, zwei Drittel der Staatsetats gingen für den „Teufelskreislauf dieses autoritären Gesellschaftsvertrags“ drauf. Und der Westen unterstütze diese Regime die „Unsummen an Entwicklungsgeldern einstreichen“. Und mit erbetenen Waffen versorgen; fünf Prozent der Weltbevölkerung erhalten 35 Prozent der Waffen. Der Autor zeigte die Folgen anhand einiger Länder auf. Sie sind hinlänglich bekannt und werden hier nicht vertieft.

Vielmehr geht es mir darum, was es mit dem genannten „Gesellschaftsvertrag“ auf sich hat? Und ob es ein Zufall (?) ist, dass alle diese desolaten arabischen Länder eines gemeinsam haben – den Islam als Gesellschaftsform! Nein, das ist eben kein Zufall. Der Islam war von Beginn an keine bloße neue Religion, insbesondere keine abrahamitische, keine vom Judentum über das Christentum weiterentwickelte Religion. Der Islam war von Anfang an eine politische Ideologie unter dem Primat des Koran, dem alle weltlichen Normen und Gesetze unterzuordnen sind. Und diese Normen bestimmen so ziemlich alles menschliche Zusammenleben, auch das Unmenschliche. Dass der koranische Islam auch heute nicht missbraucht, sondern gebraucht wird, soll an wenigen Beispielen aufgezeigt werden, die zur trostlosen Situation islamischer Länder führt.

Muhammad als Vorbild

Zur Raffgier der herrschenden Eliten: Diese, nicht nur die arabischen, sondern aller islamischen Länder, stopfen sich die Taschen voll (wie es unsere nur erträumen). Schauen wir mal, wie das bei Muhammad war. Er behielt von der Beute seiner Raubzüge 20 Prozent ein, auch der Sklaven und Frauen. Den Rest „durften“ sich seine Hunderte und Tausende Krieger teilen. So ist es überliefert. Warum sollen dann die heutigen Ober-Muslime anders sein, wenn sie am Drücker sitzen wie damals Muhammad.

Zur Arbeitsmoral und Entwicklungsfähigkeit der muslimischen Welt: Diese ist in islamischen Ländern nicht deshalb unterentwickelt, weil deren Bewohner von Geburt an „faule Säcke“ wären. Vielmehr sehen sich Männer als Paschas, als Möchtegern-Herren über möglichst viele andere, insbesondere aber ihre Frauen. Auch das ist koranisch begründet, Frauen sind nur die Hälfte wert, was ihre allgemeine Stellung angeht, bis hin zu Zeugenaussagen und Erbangelegenheiten. Und Gesellschaften, die ihre Frauen nicht nur unter Klamotten verstecken, sondern auch wegsperren und aus der Arbeitswelt fernhalten, können eben nur wenig Wirtschaftskraft entwickeln, zumal die Frauen oft die Klügeren sind und produktiver sein könnten. Auch dieses Dilemma hat koranischen Ursprung.

Verhältnis zur Gewalt untereinander und gegen andere: Muhammad hat nicht nur hunderte „Ungläubige“ auf dem Gewissen, sondern hat einige selbst liquidiert, auch zwei Judenstämme. Die Legitimation dazu legte er auch für seine Nachfolger im Koran fest. Als Ungläubige gelten auch „buchgläubige“ Juden und Christen, nicht nur Atheisten. Aber auch andersgläubige islamische Zünfte. Im Jemen bekriegen sich letztere, aber nicht nur dort, sondern auch in Syrien, im Irak und anderswo. Wie Mao die permanente Revolution predigte, so ist auch der ewige Dschihad auf der Grundlage des ewigen Koran systemimmanent. Um solche Kriege zu führen, braucht es Waffen, viele Waffen. Dieses Geld fehlt an anderen Stellen.

Hass auf Israel

Und wenn man den Judenstaat Israel bekämpfen will, nicht nur einen Judenstamm, braucht es sehr gute Waffen, weil die Juden dort gelernt haben, sich zu wehren. Und das rund um die Uhr. Nicht umsonst wurden die weltbesten Nachtsichtgeräte in Israel entwickelt. Es ist unglaublich wo: Ich war einmal in einem landwirtschaftlichen Kibbuz, und unweit der Stallungen wurden diese Geräte entwickelt und anfangs auch dort gebaut. Insbesondere von Frauen, was in einem arabischen Land schlecht vorstellbar wäre. Aber das erfordert leider auch viel Geld für die Verteidigung Israels, das anderweitig besser angelegt wäre. Jedenfalls hemmen die Rüstungsausgaben der arabischen Länder auch deren Entwicklung.

Auch Dr. Wilfried Buchta kommt in seinem Buch „Die Strenggläubigen“ und Veröffentlichungen „Endspiel am Golf“ oder „Der Abgrund der arabischen Welt“ zum gleichen Ergebnis wie ich.

Trennung von Staat und Religion!

Mein Appell an die muslimischen Gesellschaften: Wer das Scheitern des Arabischen Frühling aufarbeiten will, kommt an der Diagnose des Scheiterns der islamischen Ideologie nicht vorbei. Der im Koran angelegte politische Islam ist DAS systemimmanente Hemmnis nicht nur der arabischen Länder. Glaubt nicht, dass der Koran die Heilige Schrift Gottes ist, sondern das problematische Vermächtnis eines (schriftunkundigen) Muhammad.

Liebe Muslime, macht den Islam zu euerer Privatsache und euere Islamischen Staaten zu säkularen Ländern. Betrachtet euere Frauen als vollwertige Menschen und arbeitet mit ihnen so inbrünstig wie ihr betet. Glaubt an euch selbst und jagt eure Herrscher zum Teufel, ohne sie durch andere Islamisten zu ersetzen. Nur so gebt ihr eueren Kindern die Chance einer lebenswerten Zukunft. Auch euch einen guten Advent – die Hoffnung auf die Ankunft einer besseren Zeit.

Aktion „Meine Weihnachtsgabe für Philosophia Perennis“