Polnischer Botschafter wirft deutschen Medien manipulative Berichterstattung vor

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(c) MSZ, CC BY 3.0 , via Wikimedia Commons

Polens Botschafter Andrzej Przyłębski kritisiert die deutschen Medien für ihre Berichterstattung. Er bezeichnet diese gegenüber der JUNGEN FREIHEIT als manipulativ. 

Auslöser waren Berichte in den Medien des Axel-Springer-Verlages über die vermeintliche Ablehnung angebotener medizinischer Hilfe bei der Bewältigung des Coronavirus. Gegenüber der JUNGEN FREIHEIT beklagte er, daß Polen für seine Entscheidung in deutschen Medien angegriffen werde.

Wie die zum Axel-Springer-Verlagsimperium gehörende BILD-Zeitung Mitte des Monats berichtete, habe Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) seinem polnischen Amtskollegen Andrzej Duda in einem Brief Hilfe angeboten: „Dort, wo unsere medizinischen Kapazitäten national an ihre Grenzen stoßen, sollten wir uns so weit wie möglich gegenseitig helfen. Bitte laß mich wissen, wenn es Dinge gibt, die wir für Polen in der aktuellen Lage tun können.“ Duda habe abschlägig geantwortet. „Falls erforderlich“ werde er auf das Angebot zurückkommen und in diesem Fall „eng mit Deutschland zusammenarbeiten“, zitierte die Bild aus dem Briefwechsel.

Manipulative Berichterstattung richtet schweren Schaden an

„Tatsache ist, daß Polen flächendeckend eine ausreichende Kapazität an medizinischen Geräten hat, um die Bevölkerung versorgen zu können“, sagte Przylebski der JF. Eine „Knappheit an medizinischen Ressourcen“, wie sie beispielsweis von der WELT berichtet worden war, werde weder aktuell gemeldet noch sei diese demnächst zu erwarten.

Darüber hinaus habe Polen die angebotene Hilfe keineswegs abgelehnt: „Ganz im Gegenteil, in einigen Fällen hatten Vertreter polnischer Krankenhäuser oder regionaler Behörden befreundete deutsche Kliniken und Bundesländer schon längst um Hilfe gebeten.“ Zu einer Lösung sei man noch nicht gekommen, doch Gespräche würden „dauernd geführt“.

Die „manipulative Berichterstattung“, die momentan in vielen deutschen Medien betrieben werde, „richtet immensen Schaden an“. Der polnische Botschafter appellierte in der JUNGEN FREIHEIT an die deutschen Medien, von solchen Praktiken abzusehen. Vielmehr sei es wünschenswert, den „Austausch und die Hilfebereitschaft vieler deutscher und polnischer Bürger zu fördern, um diese schwierige Zeit gemeinsam bewältigen zu können“.

Für „arglistige Dreistigkeiten“ gebe es hingegen absolut keinen Platz. „Sollten sich die deutsch-polnischen Beziehungen in einer so unheilvollen Situation verschlechtern, so haben das einige Medien zu verantworten“, mahnte Botschafter Przylebski.

Philosoph und Diplomat mit einer Professur an der Universität Posen

Der Philosoph und Diplomat mit einer Professur an der Universität Posen ist seit 2016 Botschafter der Republik Polen in Deutschland. Geboren 1958 in Chmielnik bei Posen, war er Schüler Hans-Georg Gadamers, dessen Hermeneutik er zu einer Kulturkritik fortentwickelte. Er lehrte als Gastprofessor an der TU Chemnitz, war Vizevorsitzender der Hegel-Gesellschaft in Berlin und gehört dem „Nationalen Entwicklungsrat“, einem Beratungsgremium Staatspräsident Dudas an. 2021 erscheint in Deutschland sein Buch „Warum Polen ein Wert ist“.

Die gesamte Meldung finden Sie auf Internetpräsenz der JF unter folgendem Link: JUNGE FREIHEIT

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