(David Berger) Unser Zitat der Woche kommt aus der „Frankfurter Rundschau“ – aus einem bislang nur im Print erschienen Artikel der Chefin der umstrittenen Amadeu Antonio Stiftung, Anetta Kahane.

Kahane hat dort passenderweise eine Kolumne, die – angesichts des 27. Januar (Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus) – unter dem Titel „Blühendes jüdisches Leben“ steht.

Von der FR hervorgehoben wurde dabei der Satz Kahanes:

„Die Zuwanderung von Juden aus der Sowjetunion ist mitverantwortlich, dass es hierzulande noch jüdische Gemeinden gibt. Zu verdanken ist das maßgeblich der DDR-Volkskammer“.

IM Victoria

Diese Aussage bekommt auch dadurch besonders Gewicht, dass Kahanes Tätigkeit für die Stasi – auch angesichts ihrer derzeitigen Tätigkeit – immer wieder neu Thema ist. Trotz verschiedener Veränderungen des Textes bemerkt selbst die sehr einseitig Fakten aufnehmende, deutschsprachige Wikipedia noch immer zu Kahane:

„Im Alter von 19 Jahren wurde Anetta Kahane vom Ministerium für Staatssicherheit (MfS) angeworben. Nachdem eine Freundin bei einem Fluchtversuch verhaftet worden war, verhörte das MfS sie als mögliche Mitwisserin der Flucht. In dem Zusammenhang willigte sie in die Zusammenarbeit ein. Das MfS führte sie von 1974 bis 1982 als IM Victoria und setzte sie vor allem auf Westdeutsche und in der DDR lebende Ausländer an.“

Gute Autobahnen Verdienst des Dritten Reiches?

Nazi-Vergleiche sind immer unpassend, aber wenn es um Diktaturen wie die DDR geht, doch nicht zu weit hergeholt:

Man stelle sich einmal vor, ein Politiker oder der Präsident einer konservativen Stiftung, der einst für die Gestapo gearbeitet hat, hätte sich zu dem Satz aufgerafft:

„Dass die Autobahn zwischen Nürnberg und München noch immer in einem solch guten Zustand ist, haben wir dem Bauministerium des Dritten Reiches zu verdanken“! Der Aufschrei wäre zurecht groß.

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