(David Berger) Gertrud Dörner ist tot. Sie verstarb heute – versehen mit den Sakramenten der Kirche – im Alter von 77 Jahren. Meine Erinnerungen an eine wunderbare Kämpferin für das christliche Abendland.

Ich erinnere mich noch recht gut an meine erste Begegnung mit ihr: Der unvergessene Prof. Johannes Bökmann, langjähriger Herausgeber und Chefredakteur von „Theologisches“, hatte den damaligen Priesterkreis der Erzdiözese Köln in den großen Saal des erzbischöflichen Generalvikariats geladen und ich – der schon als Gymnasiast „Theologisches“ abonniert hatte, war der Einladung kurz nach meinem Umzug nach Köln gefolgt.  Mein erster direkter Kontakt zu einem wichtigen Teil des rheinländischen Klerus.

Frühe Warnerin vor dem schwindenden Glaubenswissen der Katholiken

Geladen war als Referentin die Gymnasiallehrerin Gertrud Dörner. Es muss etwa im Jahr 1993 gewesen sein. Sie hatte kurz zuvor ein Büchlein zur ihrer Ansicht nach völlig verfehlten anthropozentrischen Wende des schulischen Religionsunterrichts nach den fatalen Grundlagen der „Würzburger Synode“ bzw. der daraus erwachsenen Korrelationsdidaktik verfasst. Schon damals warnte sie eindringlich: Durch diese Neuorientierung des Religionsunterrichtes würden Schüler zwar ideologisch in Fragen des Klimaschutzes, der sexuellen Vielfalt usw. eingeweiht und von der Großartigkeit des Islam als Religion des Friedens überzeugt.

Ein grundlegendes Wissen zur großen katholischen Tradition werde aber schlicht nicht mehr vermittelt. Was zur Folge habe, dass trotz des schulisch verpflichtenden Religionsunterrichts ganze Generationen ohne fundamentales Wissen über ihre eigene Religion und Konfession heranwuchsen. Was sie bereits damals als äußerst gefährliche Situation nicht nur für die Kirchen, sondern für unsere abendländische Kultur, die vom Atheismus, linksextremen Ideologien und der Islamisierung immer mehr bedroht werden.

50 Jahre zusammen mit Ehemann Reinhard Dörner für den Glauben gekämpft

Zugleich konnte sie zeigen, dass all diese deutschen Fisimatenten gegen den Willen des damaligen Papst Johannes Paul II und Kardinal Ratzinger, der dazu ähnliche Warnungen ausgesprochen hatte, geschahen.

on Jahr zu Jahr bis zum heutigen Tag musste ich immer öfter feststellen, wie recht Dörner hatte. Und so war es kein Zufall, dass die Überlegungen zur Zukunft des Religionsunterrichtes in meiner ersten Doktorarbeit  stark nicht nur von der Lehre des hl. Thomas von Aquin, sondern auch von ihr inspiriert waren.

Gründerin der Marianischen Liga

Wenig später lernte ich dann auch ihren Ehemann Reinhard Dörner kennen, mit dem sie 50 Jahre verheiratet und zweifache Mutter und Großmutter geworden war. Auch er mutig, geduldig und schließlich erfolgreich engagiert für den Katholizismus und gegen einen diesen zerstörenden Zeitgeist.

In der Zwischenzeit hatte Gertrud Dörner die Marianische Liga gegründet, deren erste Bundesvorsitzende sie war. Zugleich arbeitete sie an der Seite ihres Mannes im Kardinal-von-Galen-Kreis und im Zusammenschluss papsttreuer Vereinigungen mit – hier traf ich die beiden wunderbaren Menschen erneut in Kevealer wieder, als ich Referent auf einer der bekannten, von den Dörners organisierten Osterakademien in der wunderbaren Atmosphäre des niederhrheinischen Wallfahrtsortes sein durfte. Bis wenige Wochen vor ihrem Tod standen wir in e-Mail-Kontakt, wenn es um Artikel zu religiösen oder Gender-Themen auf „Philosophia-Perennis“ ging.

In paradisum deducant te angeli!

Heute ist die mutige, stets treue Bekennerin – versehen mit den Gnadenmitteln der heiligen Kirche – im Alter von 77 Jahren in die Ewigkeit eingegangen: In paradisum deducant te Angeli: RIP!

Ein schönes Video zu Getrud Dörner finden Sie hier: BONIFATIUS.TV