Focus-Online hat nachgefragt und dabei festgestellt: Obwohl die Polizei entschlossener als jemals zuvor gegen kriminelle Clans vorgeht, können (oder wollen?) die Justizbehörden der Länder keine Angaben dazu machen, wie viele der Kriminellen tatsächlich vor Gericht landen bzw. gar verurteilt werden.

Die Begründungen, die Focus-Online zu dieser Unwissenheit zu hören bekam, klingen teilweise „hanebüchen“ (so das Magazin).

Immerhin schmerzhafte kleine Nadelstiche gegen die Kriminalität der Clans dürften es gewesen sein, als die Polizei in vergangenen Jahr Razzien in Shisha-Bars durchführte, illegal erworbene Immobilien oder durch kriminelle Aktionen (meist Drogenhandel) erworbene Autos der Clanmitglieder sicher stellte. Doch hat sich der für Polizisten teilweise nicht ungefährliche Aufwand auch gelohnt?

Berliner Innensenat: 2018 nur 5 Ermittlungsverfahren angesichts schwerer Clan-Straftaten

Liest man die Rechercheergebnisse von „Focus“, muss man dies klar mit einem Nein beantworten. Zwar hat man bisher zu der Clankriminalität oft einfach keine Zahlen erhoben, oft erwecken die Antworten aber auch den Anschein, dass die Bereitschaft dazu bei den Verantwortlichen nicht sehr groß ist:

„Im Berliner Innensenat heißt es, die Frage zur Zahl der Ermittlungsverfahren im Zusammenhang mit Clan-Kriminalität lasse sich „nicht beantworten“. Das liege unter anderem daran, dass bislang keine bundesweit verbindliche Definition des Begriffs Clan-Kriminalität existierte. Zudem sei das Straftaten-Spektrum von Clan-Mitgliedern sehr groß.“

Man versucht allerdings die Nachfragenden zu trösten, indem man angibt, dass genaue Zahlen zu Ermittlungsverfahren angesichts schwerer Clan-Straftaten aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität für 2018 nennen könne: In ganz Berlin, bekannt nicht nur für seine Araberclans, waren das ganze fünf! Ob irgendjemand von den fünfen abgeschoben worden sei, könne man nicht sagen.

Bremen: 1800 Clankriminelle von ihnen seien „bereits polizeilich in Erscheinung getreten“

Zum Vergleich die Zahlen aus Bremen: „Aktuell zählt die Bremer Polizei etwa 3500 Personen zum Kreis der Mhallamiye-Kurden rund um den berüchtigten Clan-Anführer Ibrahim Miri. Etwa 1800 von ihnen seien „bereits polizeilich in Erscheinung getreten – durch Straftaten vom Ladendiebstahl bis zum Tötungsdelikt“, so die Bremer Innenbehörde. „Das heißt aber ausdrücklich nicht, dass alle 1800 Personen auch verurteilt worden sind.““ – so Focus Online.

Berlin scheint – schaut man sich diese Zahlen an – ein Paradies zu sein, indem es so gut wie keine Clan-Kriminalität gibt. Aber vielleicht ist das auch nur ein Trugschluss – und auch in diesem Bereich zeigt sich in Berlin nur in besonders krass-hässlicher Form, was in ganz Deutschland Sache ist.

Mehr Infos dazu: FOCUS-ONLINE

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