(David Berger) Das Weihnachtsfest verdrängen wollen offensichtlich nicht nur Islam-Appeaser, auch der Christenhass Rechtsextremer zeigt seine Auswirkungen. Die feiern jetzt seit Neuestem eine Art Julfest, mit dem bereits Adolf Hitler und die DDR den Germanen das christliche Weihnachtsfest austreiben wollten. 

Die winterliche Sonnwendfeier wurde v.a. bei den Germanen durch das Weihnachtsfest ersetzt. Nicht mehr die Sonne und Naturphänomene wurden nun durch Rituale beschwichtigt, sondern die aufgehende Sonne wurde zum Symbol für den Sohn Gottes selbst; deshalb auch die Feier seiner Geburt auf die Wintersonnwende verlegt und dadurch das „Wintersonnfest“ durch das Weihnachtsfest, ein germanischer Stammesmythos durch ein Ereignis, das die ganze Welt veränderte, ersetzt. Religionswissenschaftlich gesehen ein elementarer Fortschritt in der Geschichte der Religionen.

Über mehr als 1800 Jahre feierten unsere Vorfahren das Fest der Geburt Christi, Weihnachten. Der Nationalsozialismus dagegen wollte das Christentum zugunsten einer angeblich germanischen Ur-Religion anschaffen. In diesem Zusammenhang wurden im Dritten Reich Zeit, vor allem bei der SS, die angeblich altgermanischen Sonnenwendfeiern wieder eingeführt und spielten als offizielle Feiertage in der neuen Volksreligion von „Volk, Blut und Boden“ eine zentrale Rolle.

Aber bei der breiten Bevölkerung konnten sich solche Abstrusitäten nie durchsetzen. Zu stark waren besonders die katholischen Teile Deutschlands und Österreichs in ihrem Glauben gefestigt. Das ist heute freilich anderes, der Boden hier für heidnische und islamische Mission daher wesentlich empfänglicher.

Auch in der DDR wollte man lieber Sonnwendfeier statt Christmette

Da linker und rechter Faschismus sehr enge beieinander liegen, wurden ähnliche Versuche auch in der DDR angegangen, wo der sozialistische Jugendverband Freie Deutsche Jugend Sonnwendfeiern zelebrierte. Auch hier war das Hauptanliegen, den Menschen das Christentum auszutreiben und ihnen damit auch eine ihrer wichtigsten kulturellen Wurzeln wegzunehmen.

Schon vor mehr als zehn Jahren haben auch Rechtsextreme dieses Brauchtum wieder aufgegriffen. Wikipedia dazu: „Aufsehen erregen insbesondere Sonnwendfeiern rechtsextremer Gruppen. Bei der von einem örtlichen Verein ausgerichteten Sonnenwendfeier Pretzien 2006 wurden unter anderem eine US-amerikanische Flagge und ein Exemplar des Tagebuchs der Anne Frank verbrannt, ohne dass die übrigen Anwesenden eingriffen. Seit diesen Ereignissen werden rechtsextreme Sonnenwendfeiern in Deutschland von der Polizei zunehmend aufgelöst. In der Presse wird vornehmlich über Sonnwendfeiern politisch rechtsorientierter und rechtsextremer Gruppen berichtet.

Der germanischer Mythos lebt in uns weiter

Ganz stolz berichtet nun die Identitäre Bewegung davon, dass sie bei diesen Gruselfeiern nun auch mit von der Partie ist: „Es ist die Zeit der langen Nächte, der kurzen Tage und der Dunkelheit. Deswegen ließen wir den uralten Brauch der Sonnenwende wieder aufleben, um unsere Wurzeln und unsere Ahnen zu ehren. Für uns ist die Welt noch nicht entzaubert, weil der Mythos der Tradition in uns weiterlebt.“

Retweetert hat die Bekanntgabe der Feierlichkeiten übrigens Martin Sellner, der sich vor kurzem noch im katholischen Ritus trauen ließ. Und auch bei einigen Teilen des rechtsradikalen Spektrums dürfte diese Renaissance atavistisch-heidnischer Bräuche im nationalsozialistischen bzw. internationalsozialistischen Stil gut ankommen. (siehe zB. hier)

Und auch wenige Kilometer weiter feierten die „Kameraden“ der Identitären, die NPD Berlin, ihren Wodan- und Donnerkult. (Beleg)

Hass statt Argumentation

Update 23.12.19, 12 h: Bereits kurz nach Erscheinen des Artikels reagierte das Umfeld der IB erneut mit extrem hasserfüllten, immer wieder auch auf die persönliche Ebene abzielenden Kommentaren. Dort ist man sichtlich bemüht die Einschätzung des Verfassungsschutzes sozusagen nachträglich als richtig zu bestätigen.