Wie sehr mittlerweile das Personal von Sicherheitsdiensten wie der Polizei für Einsätze in Asylbewerberheimen in Anspruch genommen wird, zeigt ein aktueller Bericht über die Große Kreisstadt Filderstadt vor den Toren Stuttgarts. Ein Gastbeitrag von Daniel Schweizer.

Nach einer Meldung der Stuttgarter Zeitung soll in den zwei größten Flüchtlingsunterkünften in Filderstadt eine bereits bestehende Security um ein Jahr bis Anfang 2021 verlängert werden. Im Einsatz soll sie immer an den Wochenenden in den Nächten auf Samstag und Sonntag von 20 bis 4 Uhr sein. Im nächsten Sommer sollen zusätzlich unter der Woche in zwei Nächten die Unterkünfte bestreift werden. Anlass für die Security ist die Eindämmung des Lärms, der den benachbarten Anwohnern vor allem an warmen Sommertagen oft bis spät in die Nacht zugemutet wird.

Bei diesen beiden Unterkünften – und es sind in Filderstadt nur die zwei größten von insgesamt mehr als zwei Unterkünften – gab es zusammen innerhalb der letzten zwölf Monate 54 Polizeieinsätze: 14 in der Unterkunft auf dem Festplatz im Stadtteil Bonlanden, 40 in der Seestraße im Stadtteil Sielmingen. Im letzteren Heim leben laut Stuttgarter Zeitung 64 auf einen Asylbescheid wartende Personen, 14 mit einem bereits anerkannten Asylantrag, 12 mit abgelehntem Asylantrag im – wer hätte es anders gedacht – Duldungsstatus. Oberbürgermeister Christoph Traub habe, so die Stuttgarter Zeitung, bereits an Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl (Merkel-Union) geschrieben, das Land müsse für zeitnahe Rückführung ins Heimatland sorgen.

54 Polizeieinsätze in einem Jahr für allein diese zwei Unterkünfte in Filderstadt – das ist im Durchschnitt mindestens ein Polizeieinsatz in der Woche. Geht man davon aus, dass Filderstadt kein Einzelfall ist, so kann sich jeder selbst ausmalen, wie viel Polizeipersonal allein für die Asylbewerberheime benötigt wird. Wenn  die Polizei so sehr für Asylbewerberheime in Anspruch genommen werden muss, um die Sicherheit der Anwohnerschaft zu gewährleisten, wie soll dann an anderen Einsatzorten noch genügend Kapazität sein? Laut vielen Verteidigern von Merkelins Asylpolitik gab es ja Kriminalität in Deutschland schon immer. Ja, das stimmt sogar. Dann dürfen sich Straftäter auch ohne Migrationshintergrund künftig freuen, sich mehr erlauben zu dürfen. Bei so viel Polizeibedarf in Asylbewerberheimen kann die Polizei unmöglich schnell genug an jedem Ort sein, an den sie gerufen wird. Denn es fehlt einfach an Personal. Da muss zwangsläufig die Wahrscheinlichkeit sinken, bei Straftaten erwischt zu werden. Allerdings sollte auch die Rechnung aufgehen, nicht erwischt zu werden, denn ohne Migrationshintergrund wird man vor Gericht eher keinen kulturellen Rabatt als mildernden Umstand bekommen. Und ganz zu schweigen davon, dass von Asylbewerbern verübte Kriminalität längst nicht nur in der Umgebung von deren Unterkünften stattfindet, sondern auch auf unseren Straßen und Plätzen.

Hat Martin Schulz an solche Umstände gedacht, als er meinte, was die Flüchtlinge uns bringen, sei „wertvoller als Gold“?. Oder hat Frau Göring-Eckhardt sich vorstellen können, wie das Leben in der Seestraße in Filderstadt-Sielmingen und auf dem Festplatz in Filderstadt-Bonlanden sich verändert hat, als sie ihren Satz tätigte: „Deutschland wird sich ändern, und zwar drastisch, und ich freue mich drauf.“?

Eigentlich gibt Filderstadt in vielen Punkten die Lebensqualität, die – ohne dass Merkelin etwas dazu beigetragen hat – für „ein Deutschland, in dem wir gut und gerne leben“ steht. Die Stadt entstand 1975 im Zuge der Gemeindereform aus den zuvor selbständigen Dörfern Bernhausen, Sielmingen, Harthausen, Bonlanden und Plattenhardt. Sie liegt im Landkreis Esslingen an der Grenze zum Stadtgebiet Stuttgart und bildet einen guten Übergang zwischen dem großstädtischen und dem ländlichen Raum. Wie Neckartailfingen, über das Philosophia Perennis kürzlich wegen eines Skandals bezüglich der Asylpolitik berichtete, gehört auch Filderstadt zu dem Landtagswahlkreis, in welchem 2016 Ministerpräsident Kretschmann sein Direktmandat holte. Besonders die Stadtteile Bernhausen und Bonlanden sind mit großen Gewerbegebieten ein wichtiger Industriestandort. Der Stadtteil Bernhausen ist mit der S-Bahn-Station an das städtische Schienennetz von Stuttgart und Umgebung angebunden. Auf der Bernhäuser Gemarkung befindet sich auch ein erheblicher Teil der Start- und Landebahn des Stuttgarter Flughafens. Aber ebenso zeigen die Filderstädter Stadtteile noch viel ländlichen Idylle. Ebenso wie das benachbarte Leinfelden-Echterdingen ist Filderstadt Anbaugebiet des in der Region bekannten Filderkrauts. Idyllische Naherholungsgebiete wie das bewaldete Bombachtal und das Siebenmühlental mit dem Bundeswanderweg haben Anteil an der Gemarkung Filderstadt.

Seit Jahrzehnten versteht es die Stadt Filderstadt auch sehr gut, ihr historisch-kulturelles Erbe in Ehren zu halten. In jedem der fünf Stadtteile befindet sich ein historischer Rundweg, auf welchem man sich über das jeweilige historische Denkmal exakt vor Ort mit Tafeln informieren kann. Auch der berühmte Dichter Eduard Mörike hat hier vor Ort gewirkt. In der Jakobuskirche im Stadtteil Bernhausen hielt er am Gründonnerstag 1824 seine erste Predigt als Theologiestudent. In der Antholianuskirche im Stadtteil Plattenhardt war er 1829 kurzzeitig Pfarrverweser.

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Die Jakobuskirche im Stadtteil Bernhausen: Hier hielt Mörike 1824 seine erste Predigt als Theologiestudent.

Bei manchen als das schönste Dorf der Filderebene gilt der Stadtteil Bonlanden. Nach einem leckeren Eisbecher in einem absolut empfehlenswerten italienischen Eiscafé lohnt sich ein Bummel durch den alten Dorfkern, wo einige historische Denkmäler wie zum Beispiel ein Gebäude mit Neidkopf-Darstellungen, die Georgskirche, das alte Rathaus, eine alte Dorfwette und das von einem gut befestigten Mauerwerk umgebene Pfarrhaus den schönen ländlichen Hauch unseres Abendlandes wirken lassen.

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Historisches Bonlanden: Haus mit Neidkopf-Darstellungen, Georgskirche, Pfarrhaus, Altes Rathaus, Dorfwette.

Doch wird uns in Filderstadt mit seinen fünf Stadtteilen, in der Wirkungsstätte Mörikes, all dieses Lebenswerte erhalten bleiben? Die Folgen von Merkels verfehlter Politik sind jedenfalls dort längst zu spüren. Gibt es überhaupt noch irgendeine Stadt oder irgendein Dorf in Deutschland, an denen diese verfehlte Politik spurlos vorüber geht? Bundesweit erfahren wir ja – wenn die Nannymedien nicht gerade schweigen – oftmals nur über die ganz schwerwiegenden Vorkommnisse mit Asylbewerbern. Da geht es meistens um schwerwiegende Vorfälle wie Vergewaltigungen und Morde. Im Vergleich dazu erscheinen die Ruhestörungen, wie sie hier aus Filderstadt berichtet werden, zwar geradezu klein. Wir erfahren über sie meistens in den regionalen Zeitungen wie hier der Stuttgarter Zeitung. Aber auch solche regionalen Belange müssen endlich bundesweite Aufmerksamkeit bekommen. Denn solche Ruhestörungen und laufenden Polizeieinsätze sind letztendlich Vorläufer von größeren Vorkommnissen, die katastrophal sein können.

Gerade auch Ruhestörungen wie hier in Filderstadt sind alles andere als Bagatellen. Wer am anderen Morgen in aller Frühe aufstehen und zur Arbeit muss und somit eine kurze Nacht hat, dem bedeutet es viel, einfach nur nachts ruhig schlafen zu dürfen. Es sollte doch gerade auch in die Köpfe der Asylbewerber hinein gehen, dass die – Achtung Merkel-Speech – „schon länger hier lebenden“ Anwohner früh morgens aufstehen, um zur Arbeit zu gehen und durch Steuerzahlung auch unseren Sozialstaat finanzieren – von dem ja bekanntlich gerade Merkels Neuankömmlinge auch leben. Ist es nicht ein Schlag ins Gesicht, durch Lärmbelästigung die Nachtruhe derer zu stören, von deren Steuergeldern man Alimente bekommt?

Wir als Autoren der freien Medien müssen noch viel mehr Menschen zum Aufwachen bringen und darauf noch deutlicher aufmerksam machen: Die Folgen einer verfehlten Asylpolitik bekommen schon jetzt viele in ihrem eigenen Wohnort zu spüren – und wenn es so weiter geht, nicht mehr viele, sondern alle von uns.

Und an einige Politdarsteller der Altparteien, die das alles weiterhin aus vorauseilendem Gehorsam oder aus Überzeugung mittragen: Sie sollten einmal mehrere Monate Ihre Nachtherberge in der Seestraße in Filderstadt-Sielmingen oder am Festplatz in Filderstadt-Bonlanden haben – und zwar in Nächten, in denen die Asylunterkünfte von keiner Security bewacht sind und es zu ruhestörendem Lärm kommt. Am anderen Morgen sollte Ihnen dann ein arbeitsintensiver Tag bevorstehen. Vielleicht können Sie sich dann endlich einmal in die Lage derer versetzen, die die Folgen Ihrer Politik zu tragen haben.