(David Berger) Der Schreck über Frankfurt sitzt vielen noch tief in den Knochen. Nahezu alle großen Medien berichten nun von einem erneut schockierenden Vorfall, diesmal am Bahnhof Hamburg Altona. Eine Betroffene gibt dem Magazin „Neon“ einen aufrüttelnden Ohrenzeugenbericht.

Wer tatsächlich glaubt, mit dem Vorfall vom letzten Montag am Frankfurter Hauptbahnhof, bei dem – so die SZ – ein Kind auf die Gleise und unter einen ICE geriet, sei schon das Maximum an schrecklichen Dingen, die einem auf einem Bahnhof in Deutschland passieren können, erreicht gewesen, der sieht sich nun eines Besseren belehrt.

Anna-Lena nichtsahnend am Gleis – dann kam die Durchsage

Ein Vorfall in einer weiteren Großtstadt unseres Vaterlandes schockt nun ganz Deutschland. Aus Hamburg berichtet das „Stern“-Portal „Neon“ über einen Vorgang, der in seiner Tragweite noch gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Anna-Lena musste als Augen- oder besser Ohrenzeugin alles mitanschauen. Sie soll – so „Neon“ – auf dem Weg zum Hamburger Hauptbahnhof gewesen sein. Auch sie stand am Gleis wie der achtjährige Junge, der am Montag unter einen Zug geriet. Und dann passierte es. Anna-Lena, der man noch immer die Schrecken des Vorgefallenen ansieht, im O-Ton gegenüber „Neon“:

„Es kam eine Ansage, die deutlich lauter war als normal und anfing mit den Worten ‚Dies ist eine Durchsage an alle deutschen Fahrgäste!'“, so Anna-Lena. „Da dachte ich noch, er meint vielleicht ‚deutschsprachig‘.“ (Foto: Symbolbild)

„Innerlich zusammengebrochen“

Das klingt alles noch harmlos, auch wenn das Wort „Deutsche“ allen bereits ein mulmiges Gefühl einflößte. Die, die hier schon Schlimmes ahnten, behielten recht.

Dann kam das UUnvorstellbare: „Er sagte, man solle sich hinter der Sicherheitslinie aufhalten und am Besten sicherheitshalber zur Mitte des Bahnsteigs gehen und Kinder an die Hand nehmen. Und wenn einem die Person, die neben einem steht, nicht ‚geheuer‘ erscheint, solle man weitergehen, damit ‚ein weiterer muslimischer Anschlag vermieden wird‘.“

„Er sagte, man solle sich hinter der Sicherheitslinie aufhalten und am Besten sicherheitshalber zur Mitte des Bahnsteigs gehen und Kinder an die Hand nehmen“

„Neon“ untertreibt vermutlich noch, um seine Leser nicht zus ehr zu schocken, wenn es weiter berichtet: „Sie sei „innerlich zusammengebrochen“, sagt die 29-Jährige, „ich war völlig fassungslos.“ Vor allem die Annahme, dass es sich bei der grausamen Tat am Frankfurter Bahnhof um eine religiös motivierte Tat gehandelt habe, habe sie schockiert: „Es ist doch ganz offensichtlich, dass der Mann psychisch krank war.“

DB verurteilt Vorfall „aufs Schärfste“

Verständlich groß nun auch die Aufregung bei der Bahn: „Die geschilderten Durchsagen gestern (30.7.) gegen 13 Uhr am S-Bahnsteig in Altona stammten von einer Privatperson. DB Sicherheit hat den Fall zur weiteren Ermittlung an die Bundespolizei übergeben. Die von Zeugen wiedergegebenen rassistischen Botschaften der Durchsage werden von der DB auf das Schärfste verurteilt.“ – so eine Sprecherin des Betriebes gegenüber „Neon“.

Infolge dieses neuen schockierenden Vorfalls hat Innenminister Seehofer eine außerordentliche Innenministerkonferenz angeordnet, zu der auch außerplanmäßig Heiko Maas als Experte für Hassrede und Hetze zugegen sein wird. Es gilt als wahrscheinlich, dass auch Bundeskanzlerin Merkel ihren Urlaub in Südtirol unterbricht.

Kanzlerin Merkel bricht Urlaub ab

Aus gut informierten kreisen hört man, dass sie noch heute Nachmittag am Bahnhof Altona eintreffen wird, um mit den durch den Vorfall vielfach unter Schock stehenden Bahngästen und Angestellten der bahn zu sprechen und ihre Anteilnahme zum Ausdruck zu bringen.

„Mein tiefes Mitgefühl gehört den Angehörigen der Opfer, deren Leben durch diese rassistische Ansage für immer geschädigt sein wird.“ (Papst Franziskus)

Einige rechtspopulistische Beschwichtiger behaupten nun in den sozialen Netzwerken, solche Vorfälle habe es immer gegeben. Der OCP-Faktencheck hat dies freilich inzwischen eindeutig widerlegt und Facebook hat versprochen, durch einen Algorithmus ausschließen, dass solche Behauptungen weiter gepostet werden.

Eine halbe Million Spenden für die Opfer

Inzwischen hat die Bahn zusammen mit der evangelischen Kirche eine Hotline eingerichtet, in der rund um die Uhr Betroffene anrufen können. Ein Team von Seelsorgern, Unfallpsychologen und Ärzten steht bereit, um den durch den Vorfall Traumatisierten erste Hilfe zu leisten.

Das Erfreuliche an der Sache: Die sonst überwiegend rassistisch gesonnenen Deutschen haben innerhalb kürzester Zeit in einen vom Antirassismus-Team „Böhmermann und Zeckenbiss“ eingerichteten Spendenfond fast eine halb Million Euro eingezahlt. Das Geld soll den Opfern des Anschlags von Hamburg Altona zugute kommen.

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