„Ich bin mir nicht sicher, ob Popularität das ist, was wir unbedingt wollen. Der harte, fordernde Ansatz funktioniert.“ (Richard Grenell)

(David Berger) Er sorgt bei Deutschlands Nannymedien, bei den Altparteien aber auch bei linken Verbänden wie dem Lesben- und Schwulenverband Deutschlands (LSVD) immer wieder für Empörungen. Denn er scheut es nicht, Klartext zu reden: Der US-Botschafter Richard Grenell.

Schon alleine dadurch, dass er als offen schwul lebender Konservativer seinen Job im Interesse seines Landes, das unter Donald Trump einen ungeheuren Sprung nach Vorne gemacht hat, so erfolgreich ausführt, ist sowohl fanatischen „Rechten“ („wer schwul ist, kann nicht konservativ sein“) als auch engstirnigen „Linken“ („wer schwul ist, darf nicht konservativ sein“) ein Dorn im Auge.

Bei dem Mainstream, der anfangs aufgrund der selbstverständlichen Loyalität Grenells gegenüber seinem Chef im Weißen Haus in höchster Aufregung war, ja sogar – wie Wolfgang Kubicki von der FDP – völlig wirr seine Ausweisung forderten, gewinnt er zusehends mehr Anerkennung, obwohl er an seinen klaren Positionen keinerlei Abstriche gemacht hat. Die RP bemerkte vor kurzem angesichts eines Besuchs Grenells in der Redaktion des Blattes:

Galanter Gesprächspartner und interessierter Zuhörer

„Der 52-Jährige kann, wenn er möchte, ein galanter Gesprächspartner und interessierter Zuhörer sein. Wenn Bröcker Fragen formulierte, lehnte Grenell sich leicht nach vorn in seine Richtung, für die Fragen aus dem Publikum stand er auf, blickte den Fragenstellern in die Augen – das Einmalseins der Körpersprache kennt der Mann. Und wenn er über seinen Hund, seine Liebe zum Joggen oder über Sushi sprach, dann fragt man sich schon: Das soll sie sein?“

Das Motto „fortiter in re, suaviter in modo“ (Streng in der Sache, milde in der Ausführung) scheint nach wie vor sein Leitmotiv zu sein: „Ich habe einen anderen Stil, dafür entschuldige ich mich nicht. Es ist mein Job, amerikanische Interessen zu pushen“, ließ er die Journalisten der RP wissen…

Traditioneller CSD-Empfang in der Residenz des Botschafters

Umso mehr freut es gerade mich, dass er und sein Lebensgefährte Matt Lasheymich – mich zusammen mit meinem Freund – zu seinem traditionellen CSD-Empfang in seine Residenz eingeladen hat.

Berits wenn man sich die Einladung genauer ansieht, kommt die Vermutung auf: Der Empfang wird – gegen jede linke und rechte Kleingeisterei und Homophobie – sehr anschaulich zeigen, wie gut homosexuell und konservativ zusammenpassen.