(David Berger) In einer Gedenkstunde hat der Bundestag heute Vormittag anlässlich des 74. Jahrestags der Befreiung des Vernichtungslagers Ausschwitz der Opfer des Nationalsozialismus gedacht. Dabei hat sich der Ton im Hinblick auf den Antisemitismus in Deutschland im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geändert.

Beide Redner der Gedenkstunde, Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble und der Holocaust-Überlebende Prof. Saul Friedländer wiesen in ihren Reden auf eine bestürzende Tatsache hin: Immer mehr Juden planten aus Deutschland auszuwandern, der Judenhass sei seit einigen Jahren wieder deutlich im Anwachsen begriffen.

Friedländer wies ausdrücklich auf den Antisemitismus der Linken hin

Zum ersten mal in der Geschichte dieser Gedenkstunden machte dabei ein Bundestagspräsident auch explizit auf die tatsächliche Ursache dieses Anwachsens aufmerksam: Schäuble warnte vor einem „neuen zugewanderten Antisemitismus“, der inakzepabel sei.

Auch Saul Friedländer kritisierte nicht nur den Judenhass im Nationalsozialismus, sondern wies auf den Antisemitismus der Linken hin, die diesen häufig hinter einem Anti-Israelismus versteckten, der Israel sein Existenzrecht streitig machte.

Bei der Linken bestehe die „politisch korrekte Art der Rechtfertigung ihres Hasses darin, die israelische Politik obsessiv anzugreifen und dabei zugleich das Existenzrecht Israels in Frage zu stellen.“ Selbstverständlich sei es legitim, die israelische Regierung zu kritisieren, aber die schiere Heftigkeit und das Ausmaß der Angriffe seien „schlicht absurd und enthalten den Beigeschmack eines nur dürftig verhüllten Antisemitismus.“

Alice Weidel zeigt sich tief ergriffen

Nebenbei sei bemerkt, dass der Berliner Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), den das Simon-Wiesenthal-Zentrum (SWZ) auf eine Liste mit den weltweit zehn schlimmsten Fällen von Antisemitismus zu setzen erwog, bei der Rede nur etwa 10 Meter von Friedländer entfernt saß.

Während Politiker wie Peter Altmeier (CDU) während der Rede Schäubles auf ihrem Mobiltelefon herumtippten und Akten bearbeiteten, zeigte sich Alice Weidel im anschließenden Gespräch mit Vertretern der „Juden in der AfD“ sehr berührt von der Rede Friedländers.

Foto (von rechts nach links): Alice Weidel, Artur Abramovych, Vadim Derksen, Emanuel Bernhard Krauskopf und Partnerin, David Berger)

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