(Ed Piper) Die vor ein paar Tagen mit einer Auftaktveranstaltung in Berlin eröffnete „Deutsche Islam Konferenz“ (DIK) vermochte es bisher leider nicht, die Schlagzeilen durch nennenswerte inhaltliche Beiträge zu bereichern. Stattdessen erfuhren wir quer durch sämtliche Medien davon, dass im Rahmen des dortigen Caterings für nicht gläubige Gäste der Veranstaltung u.a. auch Häppchen mit Blutwurst angeboten wurden, was bei etlichen Mohammedanern – vermutlich temperamentsbedingt – sofort zu einen wüsten Sturm der Entrüstung führte.

So fand das Scharmützel letztendlich unter dem geschmackvollen Hashtag #Blutwustgate sogleich Einzug in die sozialen Medien und wurde ungewollt zum probaten Beispiel dessen, was in diesem Land in Sachen Integration schief läuft.

Tatsächlich könnte man vor diesem Hintergrund sogar von einem durchaus geglückten Auftakt der Veranstaltungsreihe sprechen. Denn deren Hauptanliegen könnte u.a. darin bestehen, gemeinsam zu eruieren, wie sich Mohammedaner eventuell doch noch in unsere säkulare Offene Gesellschaft integrieren ließen. Oder auch nicht.

Nachdem es nun also maßgeblich in den sozialen Medien zu mannigfaltigen Belegen bemerkenswerter, durch Intoleranz geprägte Integrationsunwilligkeit in zum Teil derbsten Tonfällen kam, durch die man zum Eindruck gelangen musste, dass auf der DIK das „Deutsch“ sehr sehr klein und das „Islam“ sehr sehr groß geschrieben wurde, meldete sich am Samstag Mehmet Ünal zu Wort.

Er beschimpfte CDU-Mitglied Ali Ertan Toprak, Mitbegründer der Initiative Säkularer Islam, als „islamophobe Ratte“. Das an sich wäre zunächst nicht weiter verwunderlich, entspräche es doch dem üblichen Pöbel-Jargon, dessen sich diverse mit der Offenen Gesellschaft hadernde türkische Migranten bedienen.

Brisant wird die Sache jedoch dadurch, dass Herr Ünal ebenfalls CDU Mitglied zu sein scheint und in dieser Eigenschaft sogar als Beirat im Bremer Ausschuss für Integration tätig ist.

Ali Ertan Toprak kommentiert hierzu lakonisch ..

„Zwei CDU‘ler in Deutschland.
Ich bin Mitglied der CDU Hamburg.
Herr Ünal ist Mitglied der CDU in Bremen.
Was für eine Bandbreite an Wertvorstellungen.
So einen Luxus kann sich wohl nur eine Volkspartei leisten oder?“

Unabhängig davon, dass Toprak seinen tadellosen Ruf als überaus kultivierter Diskutant mit dieser entspannten Retourkutsche zu untermauern versteht, muss sich die CDU nun tatsächlich fragen lassen, wie sie zu Mitgliedern wie Mehmet Ünal kommt? Denn schon bei einem ersten oberflächlichen Blick auf Ünals SocialMedia-Aktivitäten fällt auf, dass er Menschen nicht nur gerne in faschistoidem Jargon öffentlich als „Ratten“ beschimpft, sondern dass er zudem unter einem regelrechten Israel-Fetisch zu leiden scheint:

Etliche Twitter-Nachrichten zeugen von einer wahnhaften Agitation gegen Israel. Hier hetzt er gegen Zionisten, dort gegen IDF-Soldaten, die er der Vertreibung (der Palästinenser) beschuldigt. Er nennt Israel ein „faschistisches Unrechtsregime“, dem er sogleich „Kriegsverbrechen“ attestiert. Und, als wäre dies nicht schon genug, greift er Jens Spahn auch noch mit einem homophoben Kommentar an, als dieser sich für ein Gelöbnis der Bundeswehr vor dem Bundestag ausspricht.

Laut Ünal ginge es dem offen homosexuell lebenden Spahn dabei nämlich lediglich um „knackige Burschen“. Auf solch einen Aberwitz muss man erst einmal kommen. Doch, apropos kommen: Hier kommt eines zum anderen und fügt sich zum Bild eines Menschen, der in unserer Gesellschaft (noch?) nicht wirklich angekommen ist. Das ist zwar bedauerlich und sicher auch kein Einzelfall. Doch bei aller möglichen Nachsicht deutet es definitiv darauf hin, dass Herr Ünal in der Position eines Beirats zum Thema Integration absolut nichts verloren hat.

Die CDU-Bremen muss sich nun der Frage stellen, wie es zu solch einer offenkundigen Fehlbesetzung kommen konnte?
Es ist schwerlich vorstellbar, das keinem der Bremer Parteikollegen bisher auffiel, mit wes Geistes Kind sie es hier zu tun haben.

Hamed Abdel-Samad kommentiert dazu auf seiner facebook-Seite treffend

„Muslime in der CDU!
bei jedem anderen CDU-Mitglied wäre sofort ein Parteiausschlussverfahren fällig. Doch Herr Ünal hat einen Bereicherungsbonus!
Ich sehe unsere Rolle als Kritiker nicht nur darin, aufzuklären, sondern auch solche Leute zu demaskieren, die uns lange als Muster-Muslime vorgehalten wurden!“

Unabhängig von diesem sehr unschönen Vorfall, der nun vor allem die Bremer CDU-Fraktion beschäftigen dürfte, erlaube ich mir abschließend ihr geneigtes Augenmerk auf ein erstes Ergebnis der diesjährigen DIK zu lenken, dass in der hiesigen Berichterstattung ob des lauthals kommentierten #Blutwurstgate evtl. etwas untergegangen zu sein scheint.

Einem Beitrag der Zeit zufolge plant die Bundesregierung unter den wohlklingenden Titel „Moscheen für Integration – Öffnen, Kooperieren, Vernetzen“ ein staatlich finanziertes Förderprogramm, hinter dem sich nichts geringeres als eine staatliche Alimentierung der Islamisierung verbergen könnte.

Gefördert werden sollen einem Interview der Deutsche Welle zufolge ab 2019 Moschee-Projekte zu den Schwerpunkten Sprachvermittlung und Hausaufgabenbetreuung. Und genau das könnte man bei etwas kritischer Betrachtung durchaus als staatliche Subventionierung islamischer Strukturen in Deutschland verstehen. Denn es ist völlig unklar, weshalb man hier, gerade in puncto Hausaufgabenbetreuung, Kinder noch fester an Moscheen und deren zum Teil umstrittene Träger zu binden gedenkt. Warum setzt man nicht stattdessen lieber verbindlich auf eine aufgeklärt-säkulare Hausaufgabenhilfe?

Es scheint unzweifelhaft, dass durch eine Schülerhilfe in Moscheen die Bindung der Kinder an den Islam nur verstärkt werden kann. Dies auch darum, weil nicht davon auszugehen ist, dass fürderhin auch christliche und atheistische Eltern ihre Kinder zur Schülerhilfe in Moscheen schicken werden. Kurzum: Sehenden Auges wird Gefahr gelaufen, eine über Steuergelder finanzierte Spaltung der Gesellschaft in „Gläubige“ und „Kuffar“ (*Ungläubige) zu verstärken.

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