„Sie wissen doch, wie die Menschen sind. Sie wollen bessere Nazis sein als Hitler.“ (Władysław Szpilman, in Polanskis „ Der Pianist“)

Nazi-Vergleiche werden zwar von Links-Gedrehten mit leichter Zunge auf den politischen Gegner gespuckt, weswegen sie mit Vorsicht zu verwenden sind. Wo sie aber tatsächlich angebracht sind, dürfen sie aus Gründen einer den Blick schärfenden Analyse nicht gescheut werden. Ein Vorfall in einem Münchner Lokal zwängt sich hier geradezu auf. Ein Gastbeitrag von Josef Hueber

„Links blinken, rechts abbiegen“ lautet die Antwort in einem Witz auf die Frage, was man in der Savanne tun muss, wenn man im Auto mit offenem Verdeck von einem Löwen, der immer näher kommt, verfolgt wird.

Diese Methode hat sich als politisch korrekte Methode eingebürgert bei der  Bedrohung durch die wachsende Zustimmung zur Anti-Merkel-Politik der AfD. Da heißt es, sich als demokratisch gesinnter Anti-Nazi zu geben, aber gleichzeitig auf Nazi-Methoden zurückzugreifen.

Die linke Maske zeigt ein Demokratengesicht

Jüngstes Beispiel ist so perfekt inszeniert, dass der Vergleich nicht mehr modifiziert werden muss. Er ist geradezu 1:1 übertragbar.

Was ist geschehen? In einer Münchner Bar wurde die AfD-Politikerin Katrin Ebner-Steiner, führendes Mitglied im Bayerischen Landtag, hinauskomplimentiert. Man begründete es damit, dass die Lokalität multikulturell sei.  Ohne sich auf eine Diskussion einzulassen, verließ die Frau mit ihrer Begleitung das Lokal. Nach eigenen Angaben hat man sie anschließend in einem griechischen Lokal freundlich bedient.

Was geschieht in Polanskis Film „ Der Pianist“? Nach dem Einmarsch der Deutschen in Polen 1939 wurden Juden vor ihrer Vernichtung zunehmend Opfer schikanöser Maßnahmen. Władysław Szpilman, ein bekannter Pianist,  trifft auf eine junge Cellistin und will mit ihr in ein Café gehen. Unmittelbar vor dem Betreten des Cafés lesen sie das Schild: „Für Juden Zutritt verboten.“ Die Frau schlägt vor, in den Park zu gehen, aber auch dort ist es Juden nicht erlaubt, die Bänke zu benutzen. Sie können lediglich im Stehen miteinander sprechen.

Was wäre geschehen, wenn…

Sprung ins Jahr 2018. Ein Gedankenspiel: Ein Muslim wird aus einem Lokal in München  verwiesen. Der Betreiber begründet dies damit, dass er die Islamisierung Deutschlands ablehne.

Der Moslem könnte sich darauf verlassen, es bis in die Tagesschau oder „heute“ zu schaffen. Denkbar, dass sogar die Bundeskanzlerin Stellung nähme. Und sicher würde dem Wirt die Hölle heiß gemacht, z.B. in Form von Vandalismus und Schmierereien seitens der für die Demokratie kämpfenden und die Demokratie damit sichernden linken Friedensaktivisten. Natürlich alles berechtigterweise, weil  sich der Wirt mit seiner Äußerung als Nazi geoutet hätte.

Kein Grund zur Beunruhigung für Anti-Nazis

Den Betreiber des Münchner Lokals, der die AfD-Politikerin hinauswarf, braucht freilich nichts zu beunruhigen. Als Anti-Nazi hat man die Moral immer auf seiner Seite. Und ist sie auch noch so verlogen.

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